Die „Aktion Toter Winkel“ sensibilisiert Viertklässler für die Gefahren des toten Winkels im Straßenverkehr. Ehrenamtliche Moderatoren und Organisationen unterstützen das Projekt in Lübeck.
Lübeck: Aktion Toter Winkel 2026

Lübeck (ost)
„Warum sind große Fahrzeuge besonders gefährlich für mich als Radfahrer?“, „Warum werde ich manchmal nicht gesehen?“, „Worauf muss ich als Radfahrer besonders achten?“: Um solche Fragen geht es an den teilnehmenden Lübecker Schulen wieder bei der „Aktion Toter Winkel“ im April und Mai 2026.
Immer wieder kommt es zu gefährlichen Situationen, schweren Unfällen oder sogar zu tödlichen Verletzungen aufgrund des toten Winkels. Gerade, wenn man selbst kein Autofahrer ist, sind einem die lauernden Gefahren oft nicht bewusst.
Um den Lübecker Viertklässlern die Gefahren durch den toten Winkel näher zubringen, wird das Kooperationsprojekt auch in diesem Jahr im April / Mai 2026 in der Hansestadt durchgeführt. Es wird unterstützt von ehrenamtlichen Moderatoren des Round Table 104, des Old Table 29 und 104 sowie des Ladies Circle 7 aus Lübeck – gemeinsam mit der Lübecker Verkehrswacht, dem Stadtverkehr Lübeck, dem 3. Polizeirevier Lübeck und der Präventionsstelle der Polizeidirektion Lübeck.
Auch in diesem Jahr beteiligen sich wieder die Lübecker Entsorgungsbetriebe und der Stadtverkehr mit einem Fahrzeug, sowie insgesamt 10 Freiwilligen Feuerwehren aus ganz Lübeck. Wieder dabei ist auch das THW. Es wird für jeden der 18 Tagestermine ein passender LKW zur Verfügung gestellt: Ob Müllfahrzeug, Bus oder Einsatzfahrzeug von THW oder Feuerwehr. Und auch die jeweiligen Fahrzeugführer tragen ihren Teil dazu bei und berichten von gefährlichen Situationen aus ihrem Arbeitsalltag.
Alle Grund- und Gemeinschaftsschulen in Lübeck wurden im Vorfeld angeschrieben und konnten sich mit eigenem Terminwunsch zum Projekt anmelden. Die Durchführung ist für Schulen kostenfrei, und durch die Kooperation vieler Personen und Organisationen können in diesem Jahr 18 Schulen mit insgesamt 43 Schulklassen bedient werden. Das sind knapp 1.000 Schüler und Schülerinnen. Eine Fortführung des Projekts im nächsten Jahr ist geplant.
Für die Kinder und auch für die Lehrkräfte ist es spannend zu erleben, wie viele Menschen sich in den toten Winkel stellen können, ohne vom Fahrer gesehen zu werden. Jedes Kind darf auf dem Fahrersitz des Lastwagens Platz nehmen, sich selbst davon überzeugen und es selbst begreifen. Die Kinder lernen auch, dass zum Beispiel die vordere Achse eines Lastwagens beweglich ist und die Stellung der vorderen Reifen die Fahrtrichtung verrät, wenn sich die Räder in Bewegung setzen. „Ein guter Radfahrer achtet auf solche Dinge ,auch bei Fahrzeugen, die am Straßenrand abgestellt sind.“
Beleuchtungseinrichtungen werden genauso besprochen wie der große Wendekreis eines Lastwagens und das enge Einziehen des hinteren Teils, was besonders bei Bussen und Anhängern gefährlich werden kann. Für die Kinder, die ja noch keine Autofahrer sind, ist das alles neu und sehr beeindruckend, sie nehmen viel von den Ausführungen der Moderatoren mit. Die Aktion „Toter Winkel“ schließt sich an die verpflichtende Radfahrausbildung der jetzigen Viertklässler an, denn das sind die Kinder, die ab dem Sommer meist ohne Begleitung von Erwachsenen einen neuen Schulweg meistern müssen.
Ihr Schulweg ist nicht nur neu, sondern auch meist länger und um vieles gefährlicher. Eltern sollten daher den neuen Schulweg mit ihren Kindern mehrfach üben und sie in der Anfangszeit auf dem Rad begleiten. Wird ein neues Fahrrad angeschafft, sollte auf einen stabilen Gepäckträger Wert gelegt werden, an dem neben dem Gepäck auch die rückwärtige Beleuchtung sicher angebracht werden kann.
Fahrzeugführer sollten besonders in den ersten Wochen nach den Sommerferien noch mehr Rücksicht auf Rad fahrende Schulkinder nehmen, denn sie sind auch Verkehrsanfänger und reagieren oft nicht vorausschauend, manchmal sehr spontan und zuweilen nicht verkehrsgerecht.
Quelle: Presseportal
Statistiken zu Verkehrsunfällen in Schleswig-Holstein für 2023
Im Jahr 2023 gab es in Schleswig-Holstein insgesamt 32.794 Verkehrsunfälle. Davon waren 3.356 Unfälle mit Personenschaden, was 10,23% entspricht. Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden machten 1.230 Fälle aus, was 3,75% aller Unfälle entspricht. 292 Unfälle wurden unter dem Einfluss berauschender Mittel verursacht, was 0,89% aller Unfälle ausmacht. Die restlichen Sachschadensunfälle beliefen sich auf 27.916 Fälle, was 85,13% aller Unfälle entspricht. Von den Unfällen fanden 2.829 innerorts (8,63%), 1.003 außerorts (ohne Autobahnen) (3,06%) und 400 auf Autobahnen (1,22%) statt. Insgesamt gab es 34 Getötete, 611 Schwerverletzte und 3.587 Leichtverletzte.
| 2023 | |
|---|---|
| Verkehrsunfälle insgesamt | 32.794 |
| Unfälle mit Personenschaden | 3.356 |
| Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden | 1.230 |
| Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel | 292 |
| Übrige Sachschadensunfälle | 27.916 |
| Ortslage – innerorts | 2.829 |
| Ortslage – außerorts (ohne Autobahnen) | 1.003 |
| Ortslage – auf Autobahnen | 400 |
| Getötete | 34 |
| Schwerverletzte | 611 |
| Leichtverletzte | 3.587 |
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)








