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Lübeck: Zoll prüft Paketbranche

Einsatzkräfte kontrollieren Arbeitsbedingungen und entdecken Verstöße gegen Gesetze und Tarife in Kiel und Lübeck.

Kontrolle der FKS des Hauptzollamts Kiel im Rahmen einer bundesweiten Schwerpunktprüfung des Kurier-, Express- und Paketdienstleistungsgewerbes am 6. Mai 2026. Das Foto ist für redaktionelle Zwecke im Zusammenhang mit der Berichterstattung über den Zoll frei verwendbar. Quelle: Hauptzollamt Kiel.
Foto: Presseportal.de

Kiel, Lübeck, Schleswig-Holstein (ost)

Einsatzkräfte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Hauptzollamts Kiel überprüften am 6. Mai 2026 im Rahmen einer bundesweiten Schwerpunktprüfung die Arbeitsbedingungen im Kurier-, Express- und Paketdienstleistungsgewerbe. Insgesamt waren 84 Zöllnerinnen und Zöllner im Einsatz. Die Prüfungen fanden an drei Paketverteilzentren im Raum Kiel und Lübeck statt.

Im Mittelpunkt der Kontrollen standen insbesondere die Einhaltung gesetzlicher und tariflicher Lohnvorgaben, die ordnungsgemäße Anmeldung zur Sozialversicherung sowie mögliche Verstöße im Zusammenhang mit illegaler Beschäftigung und der Arbeitnehmerüberlassung. In Kiel wurde die Maßnahme durch die Polizei begleitet, die zeitgleich in eigener Zuständigkeit kontrollierte.

Bei den Kontrollen erfassten die Einsatzkräfte in Kiel und Lübeck insgesamt 269 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von 64 Arbeitgebern. Dabei leiteten die Zöllnerinnen und Zöllner drei Strafverfahren wegen illegalen Aufenthalts sowie vier Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen fehlender Arbeitserlaubnisse ein. Darüber hinaus ergaben bereits vor Ort Hinweise auf Verstöße gegen die gesetzliche Sofortmeldepflicht, auf möglichen Leistungsmissbrauch sowie in einem Fall auf die Vorenthaltung von Sozialversicherungsbeiträgen.

Die genaue Anzahl der tatsächlichen Verstöße steht erst nach Abschluss der laufenden Geschäftsunterlagenprüfungen fest.

„Für Verbraucher endet eine Bestellung meist an der Haustür. Für den Zoll beginnt dort die Frage, ob entlang der gesamten Lieferkette fair und legal gearbeitet wurde, damit jeder das bekommt, was ihm rechtlich zusteht, und auch der Staat die Einnahmen erhält, die er benötigt, um finanziell leistungsfähig zu bleiben“, so Gabriele Oder, Sprecherin des Hauptzollamts Kiel.

Mit der steigenden Zahl an Sendungen arbeiten entlang des gesamten Lieferprozesses immer mehr Unternehmen und Beschäftigte zusammen.

„Mit dem boomenden Onlinehandel ist auch die Paketbranche stark gewachsen und damit der Druck auf Unternehmen. Wo hoher Zeitdruck und viele Unternehmen zusammentreffen, steigt auch das Risiko, dass Regeln umgangen werden“, so Oder weiter.

Die Einsatzkräfte kontrollierten unter anderem Beschäftigungsverhältnisse, Arbeitsbedingungen sowie die Einhaltung sozialversicherungsrechtlicher Vorgaben. Die Zöllnerinnen und Zöllner prüften zudem, ob Beschäftigte ordnungsgemäß angemeldet waren und die erforderlichen ausländerrechtlichen Dokumente vorlagen. Auch komplexe Subunternehmerstrukturen sowie Fälle von Scheinselbstständigkeit, unrichtigen Arbeitsaufzeichnungen und möglichen Schwarzlohnzahlungen standen im Fokus der Kontrollen.

An die Prüfungen vor Ort schließen sich nun umfangreiche Geschäftsunterlagenprüfungen an. Dabei werden insbesondere die Zahlung des Mindestlohns, die tatsächlichen Arbeitszeiten sowie mögliche weitere Beitragsvorenthaltungen überprüft. Außerdem erfolgt ein Abgleich hinsichtlich eines möglichen Bezugs von Sozialleistungen.

Zusatzinformation:

Die Kurier-, Express- und Paketbranche gehört zu den wachstumsstärksten Wirtschaftsbereichen in Deutschland und ist eng mit dem Onlinehandel verbunden. Die Branche ist geprägt durch hohen Zeitdruck, wechselnde Einsatzorte und den Einsatz mehrerer Unternehmen entlang der Lieferkette. Insbesondere Sub- und Nachunternehmerstrukturen führen häufig zu komplexen Beschäftigungsverhältnissen. Dadurch steigt das Risiko von Verstößen gegen arbeits-, sozialversicherungs- und steuerrechtliche Vorgaben. In Branchen, die besonders von Schwarzarbeit betroffen sind, führt der Zoll ganzjährig risikoorientierte Prüfungen durch – sowohl regional als auch im Rahmen bundesweiter Schwerpunktmaßnahmen.

Quelle: Presseportal

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