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Osnabrück: Warnung vor Betrugsmasche in Kiel

Erfolgreiche Durchsuchungen im Kieler Stadtgebiet nach Betrugstaten. Polizei gibt Warnhinweise.

Foto: unsplash

Kiel (ost)

Gemeinsame Pressemeldung der Staatsanwaltschaft Kiel und der Polizeidirektion Kiel

„Hallo Mama, ich bin es. Ich habe eine neue Nummer, weil mein Handy kaputt gegangen ist. Bitte speichere die Nummer ab.“

So oder so ähnlich die Messenger-Nachrichten der Betrüger, die mit dieser Betrugsmasche abzocken wollen.

Aus diesem Anlass setzten am heutigen Vormittag Beamtinnen und Beamte insgesamt 15 Durchsuchungsbeschlüsse im Raum Kiel und in weiteren Orten in Schleswig-Holstein zur Zerschlagung des Betrugs- und Geldwäschenetzwerkes durch. Intensive Ermittlungen führten die Ermittlerinnen und Ermittler zu den identifizierten Beschuldigten. Es konnten umfangreiche Beweismittel (Datenträger und Bargeld in fünfstelliger Höhe) sichergestellt werden.

Das Kommissariat 14 der Bezirkskriminalinspektion Kiel führt gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Kiel ein Komplexverfahren wegen des Verdachts des gewerbs- und bandenmäßigen Betruges und des Verdachts der gewerbs- und bandenmäßigen Geldwäsche gegen eine arbeitsteilig agierende Tätergruppierung. Die intensiven Ermittlungen der Polizei und Staatsanwaltschaft Kiel in Zusammenarbeit mit Cybercrime-Ermittlern der Zentralen Kriminalinspektion Osnabrück und der Osnabrücker Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Internetkriminalität dauern an.

Mit dieser Masche fordern die Täter ihre Auserwählten relativ schnell auf, Geld an ein fremdes Konto zu überweisen, da wegen des neuen Handys das Online-Banking gerade nicht funktioniere. Natürlich verbunden mit dem Versprechen, das geborgte Geld ganz schnell zurückzahlen zu wollen. Zu diesem Zwecke werden täterseitig Kontodaten und Verwendungszwecke benannt, die für die Überweisungen genutzt werden sollen. Tatsächlich handelt es sich bei den Inhabern der Empfängerkonten häufig um sogenannte Finanzagenten, die ihre Konten oftmals leichtfertig gegen Versprechung entsprechender Provision zur Verfügung stellen oder selbst Opfer einer Straftat geworden sind. Diese werden genutzt, um die inkriminierten Gelder weiter zu transferieren und die Herkunft des Geldes zu verschleiern. Kommen Sie dieser Aufforderung nach ist eines klar: Ihr Geld sehen Sie nicht wieder!

Lassen Sie sich nicht täuschen und blockieren Sie den Absender einer solchen Nachricht. Kontaktieren Sie den angeblichen Absender unter der Ihnen bekannten, alten Erreichbarkeit und fragen Sie nach, ob wirklich eine neue Nummer existiert. Erstatten Sie immer eine Strafanzeige. Nur so erhält die Polizei Kenntnis von der Straftat und kann die Täterinnen oder Täter verfolgen. Außerdem erhält sie dadurch Informationen zum Ausmaß des Deliktsfeldes und kann Zusammenhänge herstellen und gegebenenfalls Tatserien erkennen.

In diesem Zusammenhang warnt die Polizei aus aktuellem Anlass explizit Kieler Jugendliche vor der Weitergabe von Konto- und Onlinebanking-Daten und dem Überlassen von Zahlungskarten an Dritte. Finanzagenten droht unter anderem die Einleitung eines Strafverfahrens wegen des Verdachts der Geldwäsche sowie die Sperrung des Kontos durch die Bank. Darüber hinaus müssen sich die Finanzagenten zumeist mit den zivilrechtlichen Rückforderungen des Taterlangten durch die Geschädigten auseinandersetzen.

Stephanie Lage / Polizeidirektion Kiel

Dr. Henning Hadeler / Staatsanwaltschaft Kiel

Quelle: Presseportal

Cybercrime-Statistiken in Schleswig-Holstein für 2021/2022

Die Cyberkriminalitätsraten in Schleswig-Holstein sind zwischen 2021 und 2022 gesunken. Im Jahr 2021 wurden insgesamt 3035 Fälle registriert, wovon 940 gelöst wurden. Es gab 787 Verdächtige, darunter 544 Männer, 243 Frauen und 127 nicht-deutsche Verdächtige. Im Jahr 2022 wurden 2966 Fälle gemeldet, von denen 815 gelöst wurden. Die Anzahl der Verdächtigen sank auf 693, wobei 475 männliche, 218 weibliche und 137 nicht-deutsche Verdächtige waren. Im Vergleich dazu verzeichnete Nordrhein-Westfalen im Jahr 2022 die höchste Anzahl an Cyberkriminalitätsfällen in Deutschland mit insgesamt 29667 Fällen.

2021 2022
Anzahl erfasste Fälle 3.035 2.966
Anzahl der aufgeklärten Fälle 940 815
Anzahl der Verdächtigen 787 693
Anzahl der männlichen Verdächtigen 544 475
Anzahl der weiblichen Verdächtigen 243 218
Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen 127 137

Quelle: Bundeskriminalamt

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