Mitarbeitende der Werkstätten Materialhof in Rendsburg unterstützen den Kampfmittelräumdienst durch hochwertiges Scannen von Dokumenten für die digitale Auswertung.
Rendsburg: Wertvolle Informationen für Bombensuche durch Scannen historischer Quellen

Kiel (ost)
Bei der Suche nach Blindgängern im schleswig-holsteinischen Boden verlässt sich der Kampfmittelräumdienst des Landeskriminalamtes (KRD) nicht nur auf Luftaufnahmen der Alliierten aus dem Zweiten Weltkrieg, sondern auch auf Berichte von Zeitzeugen und andere historische Quellen. Im Archiv der Luftbildauswertung türmen sich Munitionsberichte, Tagebücher, Polizeimeldungen und viele andere Dokumente – ein Haufen alter Papiere, auf denen oft wertvolle Informationen über Bombardierungen oder Blindgänger festgehalten sind. Die Möglichkeit, dieses Material nun erneut fachkundig und in hoher Qualität zu scannen und somit bald digital verfügbar zu haben, ist einem engagierten Team der Werkstätten Materialhof in Rendsburg zu verdanken.
Die Kooperation mit dem „Medienwerk“ – früher „Lettershop“ – der Werkstätten Materialhof hat sich bewährt. In der Einrichtung für Menschen mit psychischen Behinderungen wurden in den letzten Jahren unzählige Luftaufnahmen und Dokumente gescannt. Der große Vorteil bei dem aktuellen Auftrag des Landeskriminalamtes: Diesmal gibt es einen Rahmenvertrag, der über fünf Jahre läuft und allen Beteiligten Planungssicherheit bietet. Der KRD hat dafür pro Jahr 20.000 Euro zur Verfügung.
Ein Team von fünf Mitarbeitenden unter der Leitung von Heiko Lübke gehört zur Gruppe. In einem neu eingerichteten Raum mit High-Tech-Dokumentenscannern und modernster Ausstattung arbeiten sie sich nach und nach durch die ersten 9.500 Seiten. Jede Seite muss separat gescannt werden. Dies erfordert nicht nur Fleiß, sondern auch das Wissen, wie man mit den empfindlichen Dokumenten umgeht. Die Technologie unterstützt sie dabei, sagt Heiko Lübke. „Wir können auch handschriftliche Dokumente in gedruckten Text umwandeln, zum Beispiel Briefe oder Tagebucheinträge.“ Die Struktur dieser Arbeit helfe seinen Mitarbeitenden, betont Lübke. „Es sind immer ähnliche Arbeitsschritte und es gibt keinen Druck.“
In einem Büro nebenan sitzt Manfred Schulz, Mitarbeiter des „Medienwerks“, umgeben von vielen nummerierten Aktenmappen mit Dokumenten – ein Schatz an Informationen. Seit vielen Jahren ist er nun dabei und bedient den Flachbettscanner mit routinierten Handgriffen. Es schwingt schon Stolz mit, wenn er zeigt, was er tut: Seine Arbeit und die des gesamten Teams leisten nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in Schleswig-Holstein. Die digitale Verfügbarkeit spart auch Zeit und Geld: „Wir werden dadurch immer schneller und genauer“, sagt Luftbildexperte Kai Jensen vom KRD.
Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Landeskriminalamtes, Carola Jeschke, Tel. 0431/160-40130, presse.kiel.lka@polizei.landsh.de
oder an die
Werkstätten Materialhof, Ilka Hinrichs, Tel. 0172-4310303, ilka-marthje.hinrichs@materialhof.de
Gerne stellen wir Ihnen Fotos zur Verfügung, wenn gewünscht.
Quelle: Presseportal








