Am Samstag fand das Fußballspiel zwischen Holstein Kiel und dem 1. FC Nürnberg statt. Es kam zu vereinzelten Vorfällen und Straftaten im Kieler Stadtgebiet.
Stuttgart: Polizeieinsatz beim Fußballspiel Holstein Kiel – 1. FC Nürnberg

Kiel (ost)
Am Samstag (14.03.26) fand die Begegnung zwischen Holstein Kiel und dem 1. FC Nürnberg im Holstein-Stadion statt. Etwa 1500 Gastfans waren nach Kiel gereist. Während der Vor- und Nachspielzeit gab es einige Zwischenfälle und Straftaten im Stadtgebiet von Kiel.
Einige Gastfans waren bereits am frühen Samstagmorgen in der Landeshauptstadt angekommen und hielten sich dort auf. Um 09:00 Uhr machten sich etwa 130 Nürnberg-Fans von der Innenstadt Kiels über den Düsternbrooker Weg und entlang der Kiellinie auf einen Fanwalk. Dieser wurde von der Polizei begleitet. Trotz vorheriger Absprachen versuchten die Gastfans, die Route ohne Genehmigung zu ändern. Ein Gastfan zeigte sich uneinsichtig und schubste unerwartet einen Einsatzkräfte, als er angesprochen wurde. Die Beamten leiteten ein entsprechendes Ermittlungsverfahren ein. Nach erneuter Ansprache durch die Einsatzkräfte folgte der Fanmarsch der festgelegten Route.
Kurz vor Erreichen des Stadions wich der Fanwalk erneut von der festgelegten Route ab und bewegte sich in Richtung der Tankstelle am Stadion, anstatt direkt zum Eingang für die Gastfans zu gehen. Dort befanden sich zu diesem Zeitpunkt viele Heimfans. Durch die Nähe kam es zu verbalen Provokationen zwischen den beiden Fanlagern. Die Einsatzkräfte verhinderten direkte Konfrontationen. Ein Gastfan schlug einen Einsatzkräfte der organisierten Nürnberger Fanszene, der dienstfähig blieb. Die Beamten leiteten ein entsprechendes Ermittlungsverfahren ein.
Während der restlichen Vor- und Spielzeit kam es zu keinen nennenswerten Vorfällen.
Nach dem Spiel verließen die meisten Gastfans nach und nach das Stadion und die organisierte Fanszene machte sich auf den Heimweg. Gegen 15:45 Uhr kam es in der Projensdorfer Straße / Ernst-Möller-Straße zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen beider Fangruppen. Die Einsatzkräfte trennten die Beteiligten und erstatteten Anzeige wegen des Verdachts der wechselseitigen gemeinschaftlichen Körperverletzung. Nach bisherigen Erkenntnissen stammten die Gastfans in diesem Fall nicht aus der organisierten Fanszene.
Um 22:20 Uhr gab es einen polizeilichen Einsatz im Schlosspark. Mehrere Anrufer meldeten über Notruf, dass etwa zehn mit Sturmhauben maskierte Personen einige Nürnberger Fans zu Fuß verfolgten. Bei der Fahndung konnten keine Personen gefunden werden. Es gab keine weiteren Anrufe, daher sind die Hintergründe bisher unklar.
Gegen 23:20 Uhr ereignete sich ein Raubüberfall in der Bergstraße. Ein Fußgänger wurde unerwartet von hinten angegriffen und mehrere Personen raubten ihm unter Gewaltanwendung einen HSV-Fanschal und andere Fanutensilien. Es gibt Hinweise darauf, dass die Verdächtigen möglicherweise der Holstein Kiel-Fanszene angehören könnten. Konkrete Informationen liegen bisher nicht vor.
Die Polizeidirektion Kiel sorgt für den Schutz und die Durchführung von Fußballspielen in angemessenem Kräfteverhältnis basierend auf Lagebewertungen. Die Anzahl der strafrechtlich relevanten Vorfälle in der Vor- und Nachspielzeit dieses Fußballspiels sowie in den späten Abendstunden ist als ungewöhnlich hoch einzustufen.
Das gezielte gewalttätige Verhalten einzelner Fußballfans beider Vereine ist inakzeptabel und widerlegt die oft geäußerte Behauptung in Fankreisen, dass Fußballfans friedlich seien und nur am Support ihrer Mannschaft interessiert seien. Die Fanfeindschaften sind nicht nur symbolisch, sondern enden oft in tatsächlichen Auseinandersetzungen, was regelmäßig zu einem erhöhten Polizeiaufgebot führt und führen muss.
Die Polizeidirektion reagiert auf diese Vorfälle mit konsequenter Strafverfolgung und arbeitet auf verschiedenen Ebenen mit anderen Behörden zusammen, um die Hintergründe der Taten aufzuklären.
Es gibt Hinweise darauf, dass die Verdächtigen sowohl aus dem organisierten als auch aus dem nicht organisierten Fanbereich stammen könnten. Die Polizeidirektion Kiel wird mit den Ansprechpartnern der organisierten Fanszene kooperative Gespräche führen.
Zusätzlich prüfen wir mögliche präventivpolizeiliche Maßnahmen. Im Jahr 2025 wurden im Vorfeld des Fußballspiels zwischen Holstein Kiel und Arminia Bielefeld sechs Aufenthaltsverbote wegen schwerer Gewalttaten, die von gewaltbereiten Fußballgruppierungen begangen wurden, ausgesprochen.
Anfang 2026 wurden vor einem Heimspiel von Holstein Kiel zwei weitere Aufenthaltsverbote wegen schwerer Gewalttaten ausgesprochen.
Vor dem Viertelfinale des DFB-Pokals zwischen Holstein Kiel und dem VfB Stuttgart wurde ein neuntes Aufenthaltsverbot erlassen.
Aufenthaltsverbote dienen dem Schutz friedlicher Besucher. Je nach Fall werden solche Verbote über mehrere Fußballspiele hinweg ausgesprochen. Dem Betroffenen wird die Anwesenheit auf festgelegten Strecken zum und vom Stadion während des jeweiligen Spiels untersagt. In einigen Fällen werden die Aufenthaltsverbote um Meldeauflagen ergänzt, sodass der Betroffene sich zum Zeitpunkt des Spiels auf einer Polizeidienststelle melden muss.
Mathias Stöwer – Polizeidirektion Kiel
Quelle: Presseportal








