Die Verletztenzahl steigt zum zweiten Mal in Folge, während die Gesamtzahl dennoch unter dem Niveau der Jahre 2017-2019 liegt.
Verkehrsunfälle in Kiel steigen um 8 Prozent im Jahr 2023

Kiel (ost)
Im Jahr 2023 verzeichnete die Polizei in der Hauptstadt von Schleswig-Holstein, Kiel, insgesamt 8.715 Verkehrsunfälle. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg um knapp 8 Prozent. Die Gesamtzahl liegt dennoch deutlich unter dem Niveau der Jahre 2017-2019. Den Großteil machen erneut mit knapp 84 Prozent Bagatellunfälle aus, also Unfälle ohne Personenschaden oder bei denen keine Straftat oder bedeutende Ordnungswidrigkeit zugrunde liegt.
Die Anzahl der Verletzten ist nach einer kontinuierlichen Verringerung bis 2021 nun im zweiten Jahr in Folge gestiegen. Im Jahr 2023 verletzten sich 1.290 (+121) Personen im Straßenverkehr. Den größten Anteil machen mit 511 (-7) die Radfahrenden aus. 491 (+115) Insassen von PKWs verletzten sich bei Verkehrsunfällen.
Die Steigerung der Gesamtzahlen betrifft nahezu alle relevanten Bereiche. Lediglich bei Radfahrern sind die Zahlen – allerdings auf hohem Niveau – stabil geblieben, bei motorisierten Zweiradfahrern sogar deutlich gesunken. 3 Personen kamen ums Leben, im Jahr zuvor waren es 5.
Quantitativ stellen Fahrerinnen und Fahrer von Pkws die größte Gruppe der an Unfällen Beteiligten dar. Es kam im vergangenen Jahr zu 1.085 (+141) qualifizierten Unfällen mit Beteiligung eines Pkw. Nach stetigem Rückgang stieg diese Zahl erstmals seit 2017 wieder an. Gleiches gilt für die Zahl der Verletzten. Hauptunfallursachen sind Fehler beim Abbiegen (169), Vorfahrtsmissachtung (153) sowie nicht angepasste Geschwindigkeit (145) und zu geringer Abstand (134).
Nach dem letztjährigen Rückgang von qualifizierten Unfällen unter Beteiligung von Radfahrenden sank die Zahl im vergangenen Jahr von 536 auf 533. Dabei verletzten sich 511 (-7) Radfahrerinnen und Radfahrer. 161 (+19) von ihnen fuhren ein Pedelec.
In der Gesamtschau ist erkennbar, dass die Pedelecs bei den Verletztenzahlen eine immer größere Rolle spielen, während die Verletztenzahl bei Nutzung konventioneller Fahrräder abnimmt. Die Hauptunfallursachen sind die falsche Fahrbahnbenutzung oder verbotswidrige Nutzung anderer Straßenteile (41), Fehler beim Einfädeln in den fließenden Verkehr (25) und Alkohol- und Drogeneinfluss (23).
Im Rahmen der im Jahr 2020 ins Leben gerufenen Verkehrssicherheitsinitiative zur Verhinderung von Unfällen unter Beteiligung von Radfahrenden fanden 2023 erneut zahlreiche Kontrollaktionen statt, bei denen die Einsatzkräfte Verkehrsverstöße von 1.108 Radfahrenden ahndeten.
2023 kam es zu 70 Unfällen motorisierter Zweiräder, worunter auch E-Bikes (1 Unfall) fallen. Der Anteil an Zweirädern mit amtlichen Kennzeichen und Versicherungskennzeichen hält sich in etwa die Waage. Die Gesamtzahl der Unfälle ist seit Jahren rückläufig und befindet sich auf dem niedrigsten Stand der letzten zehn Jahre. Im vergangenen Jahr verletzten sich 64 (-13) Fahrerinnen und Fahrer, was ebenfalls die niedrigste Zahl seit 2014 ist.
Elektrokleinstfahrzeuge, auch als E-Scooter bekannt, sind seit 2020 aus dem Kieler Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Die Flottengröße der Anbieter hat sich seitdem vervielfacht und liegt aktuell bei ca. 3.500. Das spiegelt sich auch in der Anzahl der Verkehrsunfälle dieser Verkehrsart wieder. Kam es 2020 zu 18 qualifizierten Unfällen, waren es 2021 bereits 66, 2022 85 und im Jahr 2023 88. 70 (+1) Personen zogen sich Verletzungen zu. 23 der 88 bekannt gewordenen Unfälle geschahen unter dem Einfluss von Alkohol (+4), was damit die Hauptunfallursache dieses Verkehrsmittels darstellt.
Nach wie vor ist auffällig, dass Nutzerinnen und Nutzer oft alkoholisiert auf den Rollern angetroffen werden. Es ist im Bewusstsein offenbar noch nicht angekommen, dass hier dieselben Promillegrenzen wie bei allen Kraftfahrzeugen gelten. In der Vergangenheit führte die Polizeidirektion Kiel neben Kontrollaktionen auch präventive Kampagnen wie beispielsweise „Sei schlau – Fahr nicht blau“ oder „Don’t Punsch & Drive“ durch und wird sich auch in Zukunft intensiv mit dieser Verkehrsart befassen.
Das Thema Alkohol und Drogen im Straßenverkehr ist bereits seit mehreren Jahrzehnten ein Schwerpunkt polizeilicher Überwachungstätigkeit. Im vergangenen Jahr stellten Kieler Polizeibeamtinnen und -beamte 144 (-95) straf- oder ordnungsrechtliche Trunkenheitsfahrten fest. Betäubungsmittel im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr konsumierten 109 (-46) Personen. Es kam zu 104 (+8) Verkehrsunfällen unter Alkoholeinfluss und 26 (+1) Unfällen unter Drogeneinfluss.
Im vergangenen Jahr führte der Geschwindigkeitsmesstrupp des Kieler Bezirksreviers zahlreiche Messungen im Stadtgebiet durch. Von 57.781 (+19.489) gemessenen Fahrzeugen waren 6.088 (+1.695) zu schnell. Für 26 (+7) Fahrerinnen und Fahrer hatte die Überschreitung ein Fahrverbot zur Folge.
Der ausführliche Verkehrssicherheitsbericht 2023 steht im Anhang dieser Meldung sowie im Internet unter folgendem Link zur Verfügung: https://t1p.de/pdkiel_vsbkiel_2023
Matthias Arends
Kontakt:
Polizeidirektion Kiel
Pressestelle
Gartenstraße 7
24103 Kiel
Tel. +49 (0) 431 160 2010
E-Mail pressestelle.kiel.pd@polizei.landsh.de
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Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf aktuellen Blaulichtmeldungen des Presseportals und wurde automatisch erstellt.
Statistiken zur Drogenkriminalität in Schleswig-Holstein für 2021/2022
Die Drogenraten in Schleswig-Holstein zwischen 2021 und 2022 sind rückläufig. Im Jahr 2021 wurden 11.693 Fälle von Drogenkriminalität registriert, wovon 10.509 Fälle gelöst wurden. Es gab insgesamt 9.190 Verdächtige, darunter 7.938 Männer und 1.252 Frauen. 1.576 der Verdächtigen waren nicht-deutscher Herkunft. Im Jahr 2022 wurden 10.944 Fälle von Drogenkriminalität registriert, wovon 9.931 Fälle gelöst wurden. Es gab insgesamt 8.645 Verdächtige, darunter 7.470 Männer und 1.175 Frauen. 1.664 der Verdächtigen waren nicht-deutscher Herkunft. Im Vergleich dazu hatte Nordrhein-Westfalen im Jahr 2022 die höchste Anzahl an registrierten Drogenfällen in Deutschland mit 70.510 Fällen.
| 2021 | 2022 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 11.693 | 10.944 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 10.509 | 9.931 |
| Anzahl der Verdächtigen | 9.190 | 8.645 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 7.938 | 7.470 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 1.252 | 1.175 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 1.576 | 1.664 |
Quelle: Bundeskriminalamt
Statistiken zu Verkehrsunfällen in Schleswig-Holstein für 2022
Im Jahr 2022 gab es in Schleswig-Holstein insgesamt 82.697 Verkehrsunfälle. Davon waren 11.651 Unfälle mit Personenschaden, was 14,09% ausmacht. Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden machten 2,12% aus, was 1.753 Unfällen entspricht. Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel waren mit 382 Fällen (0,46%) vergleichsweise gering. Die meisten Unfälle waren Übrige Sachschadensunfälle, die 68.911 Fälle (83,33%) ausmachten. Innerorts ereigneten sich 55.688 Unfälle (67,34%), außerorts (ohne Autobahnen) 23.501 Unfälle (28,42%) und auf Autobahnen 3.508 Unfälle (4,24%). Im Jahr 2022 gab es 102 Getötete, 1.947 Schwerverletzte und 12.627 Leichtverletzte.
| 2022 | |
|---|---|
| Verkehrsunfälle insgesamt | 82.697 |
| Unfälle mit Personenschaden | 11.651 |
| Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden | 1.753 |
| Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel | 382 |
| Übrige Sachschadensunfälle | 68.911 |
| Ortslage – innerorts | 55.688 |
| Ortslage – außerorts (ohne Autobahnen) | 23.501 |
| Ortslage – auf Autobahnen | 3.508 |
| Getötete | 102 |
| Schwerverletzte | 1.947 |
| Leichtverletzte | 12.627 |
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)








