Die Cold Case Unit des Landeskriminalamts Schleswig-Holstein sucht seit Dienstag, 3. Februar 2025, gemeinsam mit unterstützenden Kräften der Landespolizei im Wattenbeker Gehege nach dem seit elf Jahren vermissten Horst Georg Linnemann.
Vermisstenfall Horst Georg Linnemann: Cold Case Unit startet Suchaktion

Kiel (ost)
Gemeinsame Bekanntmachung der Staatsanwaltschaft Kiel und des Landeskriminalamtes Schleswig-Holstein
Die Cold Case Unit (CCU) des Landeskriminalamts Schleswig-Holstein sucht seit Dienstag, 3. Februar 2025, zusammen mit unterstützenden Kräften der Landespolizei im Wattenbeker Gehege, einem Waldgebiet nördlich von Neumünster, nach dem Leichnam des seit elf Jahren vermissten Horst Georg Linnemann. Der 28-jährige Maschinenbau-Student aus Neumünster-Faldera wird seit dem 15. Dezember 2014 vermisst. Die Ermittler gehen von einem Tötungsdelikt aus. Seine Leiche konnte trotz umfangreicher Ermittlungs- und Suchmaßnahmen bis heute nicht gefunden werden. Neue Erkenntnisse der CCU deuten nun darauf hin, dass sie sich möglicherweise in dem Waldgebiet befindet.
Horst Georg Linnemann wurde zuletzt am Mittag des 15. Dezember 2014 von seiner Freundin in ihrer Neumünsteraner Wohnung gesehen. Am Abend desselben Tages wurde er als vermisst gemeldet. Linnemann fuhr einen dunkelblauen Golf IV mit dem Kennzeichen NMS-ZX 88. Das Fahrzeug wurde am 20. Dezember 2014 in Hamburg gefunden und beschlagnahmt. Ein Bild des Autos wurde damals zusammen mit einem Bild des Vermissten im Rahmen eines Zeugenaufrufs von der Polizei veröffentlicht. Im Januar 2015 geriet auch ein Leihanhänger mit auffälliger gelber Plane in den Fokus, der anscheinend von Linnemann genutzt wurde.
Im Zuge weiterer Ermittlungen ergab sich ein Verdacht gegen zwei damals 28 und 26 Jahre alte Männer aus Neumünster und Kappeln, die mit Linnemann bekannt waren. Ihnen konnte die Tat bisher jedoch nicht nachgewiesen werden.
Im Juli 2015 gab es neue Entwicklungen in dem Fall. Zu diesem Zeitpunkt gingen die Ermittler aufgrund ihrer bisherigen Erkenntnisse davon aus, dass Horst Georg Linnemann tot war und seine Leiche im Bereich Neumünster verbrannt und dann begraben worden sein könnte. Ein Gebiet am Stadtrand von Neumünster wurde mit Spürhunden und einem Bagger durchsucht, ebenso wie ein Kleingartengelände im Oktober 2015 – beide Suchen blieben erfolglos. Horst Georg Linnemann blieb verschwunden. Die Staatsanwaltschaft Kiel setzte eine Belohnung in Höhe von 1.500 Euro für hilfreiche Hinweise aus. Danach wurde es ruhig um den Fall Horst Georg Linnemann. Die Ermittlungen liefen jedoch weiter.
Im Jahr 2024 wurde der Fall von der CCU wieder aufgerollt. Zehn Jahre nach Linnemanns Verschwinden beschäftigten sich die Ermittler intensiv mit den Akten. Sie überprüften die bisherigen Ermittlungsschritte und Erkenntnisse, untersuchten neue Ansätze und relevante Spuren, nutzten modernste kriminaltechnische Methoden und befragten Zeugen. Die Spurensuche führt am heutigen Dienstag, 3. Februar 2025, in das Wattenbeker Gehege zwischen Neumünster und Bordesholm. Das gesamte Waldgebiet wird für die Dauer der Suche abgeriegelt und ist auch für Spaziergänger nicht zugänglich.
Die CCU richtet folgende Fragen an die Öffentlichkeit:
Hinweise bitte an: Telefon 0431/160-42852.
Für Hinweise, die zur Auffindung der Leiche und des oder der Täter führen, wird eine Belohnung in Höhe von 1.500 Euro ausgelobt.
Rückfragen an die Staatsanwaltschaft Kiel: Oberstaatsanwalt Michael Bimler, Telefon 0431/604-3001.
Quelle: Presseportal
Statistiken zu Mord, Totschlag und Tötungsdelikten in Schleswig-Holstein für 2022/2023
Die Mordraten in Schleswig-Holstein zwischen 2022 und 2023 zeigen eine leichte Zunahme. Im Jahr 2022 wurden 70 Fälle registriert, von denen 55 aufgeklärt wurden. Es gab insgesamt 62 Verdächtige, darunter 56 Männer und 6 Frauen. Von den Verdächtigen waren 29 nicht-deutscher Herkunft. Im Jahr 2023 stieg die Zahl der gemeldeten Fälle auf 74, wobei 66 Fälle aufgeklärt wurden. Die Anzahl der Verdächtigen erhöhte sich auf 77, wobei 67 Männer und 10 Frauen beteiligt waren. Die Anzahl der nicht-deutschen Verdächtigen blieb mit 28 konstant. Im Vergleich dazu verzeichnete Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 die höchste Anzahl von Mordfällen in Deutschland mit 470 Fällen.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 70 | 74 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 55 | 66 |
| Anzahl der Verdächtigen | 62 | 77 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 56 | 67 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 6 | 10 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 29 | 28 |
Quelle: Bundeskriminalamt








