Die Landespolizei Schleswig-Holstein beteiligt sich an der bundesweiten Verkehrssicherheitsaktion “sicher.mobil.leben” mit Fokus auf Zweiräder. Die Verkehrsunfallentwicklung erfordert besondere Maßnahmen zur Sicherheit der ungeschützten Verkehrsteilnehmer.
Zweiräder im Blick: Landespolizei Schleswig-Holstein nimmt an bundesweiter Verkehrssicherheitsaktion teil

Kiel (ost)
Die Landespolizei Schleswig-Holstein beteiligt sich am 28. April an der bundesweiten Verkehrssicherheitsaktion “sicher.mobil.leben”. In diesem Jahr steht der Kontroll- und Präventionstag unter dem Motto “Zweiräder im Blick”. Die Verkehrsunfallentwicklung in Deutschland mit steigenden Unfallzahlen erfordert eine Schwerpunktsetzung auf die Gruppe der Zweiräder als ungeschützte Verkehrsteilnehmer.
Zweiräder gehören inzwischen sowohl in Städten wie in ländlichen Regionen mehr denn je zum Straßenbild und gewinnen immer mehr an Bedeutung. Klassische Fahrräder, Pedelecs, motorisierte Krafträder oder Elektro-Kleinstfahrzeuge wie E-Scooter bieten flexible Alternativen zum Auto. Das führt dazu, dass immer mehr Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer sich einen begrenzten Verkehrsraum teilen müssen.
Die besonderen Bedingungen in Städten, wie beispielsweise dichter Verkehr, unübersichtliche Kreuzungen oder unzureichend ausgebaute Radwege, tragen mit dazu bei, das Unfallrisiko zu erhöhen. Hinzu kommt allerdings auch das individuelle Fehlverhalten von Fahrerinnen und Fahrern von Zweirädern. Aufgrund ihrer geringeren Schutzmöglichkeit sind Nutzerinnen und Nutzer von Zweirädern besonders gefährdet.
Zwar ist in Schleswig-Holstein für das Jahr 2025 positiv hervorzuheben, dass die Zahl der Verkehrsunfälle sowie der Verletzten unter Beteiligung von Zweiradfahrenden insgesamt gesunken ist. Diesem positiven Trend entgegen steht allerdings, dass die Zahl der Getöteten in 2025 höher ist als im Jahr 2024. 94 Menschen kamen zu Tode und damit acht mehr als zuvor. Die meisten Menschen starben innerorts mit einem Pedelec (7 Personen), am zweithäufigsten mit einem Fahrrad (6 Personen). Insassen eines PKW stehen mit 5 Personen an dritter Stelle. Außerorts starben 14 Menschen auf motorisierten Zweirädern und damit hinter PKW-Insassen (38) am zweithäufigsten.
Sehr bedenklich ist zudem die deutliche Steigerung der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Pedelec- und E-Scooter-Nutzerinnen und -Nutzern. In Schleswig-Holstein stieg die Anzahl von 2024 auf 2025 um 12,7 % (Pedelec) bzw. 31,6 % (E-Scooter). Diese Verkehrsunfallentwicklung begründet daher die konsequente Ahndung von Verstößen, sowie einem besonderen Fokus auf präventive Aspekte.
“Unser Ziel ist es, durch präventive und repressive Maßnahmen die Anzahl der Unfälle zu minimieren und Zweiradfahrerinnen und -fahrer zu sensibilisieren. Ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht bilden zusammen mit der Beachtung der Verkehrsregeln das Fundament der Verkehrssicherheit” so Sina Romeike, Leiterin des Dezernats für verkehrspolizeiliche Angelegenheiten und Prävention des Landespolizeiamtes.
Im Rahmen des Kontrolltages werden landesweit Verkehrskontrollen durchgeführt. Sollten Sie Interesse an der Begleitung einer Kontrollstelle in Schleswig-Holstein haben, melden Sie sich bitte per E-Mail bei der Pressestelle des Landespolizeiamtes: pressestelle.kiel.lpa@polizei.landsh.de.
Die Aktion “sicher.mobil.leben” wurde 2018 von der Innenministerkonferenz ins Leben gerufen. Ziel ist es, durch koordinierte Kontroll- und Aufklärungsmaßnahmen in allen Bundesländern aktuelle Verkehrssicherheitsrisiken zu thematisieren und gezielt dagegen vorzugehen. Jährlich steht dabei ein besonderer Themenschwerpunkt im Fokus. Die zentrale Koordination erfolgt durch die Freie und Hansestadt Hamburg. An der Aktion beteiligen sich zudem die Berufsgenossenschaft Verkehr, der Deutsche Verkehrssicherheitsrat e. V. (DVR), die Deutsche Verkehrswacht e. V. (DVW) sowie der Allgemeine Deutsche Automobilclub (ADAC) und der Auto Club Europa e. V. (ACE).
Quelle: Presseportal
Statistiken zu Verkehrsunfällen in Schleswig-Holstein für 2023
Die Verkehrsunfallstatistik für Schleswig-Holstein im Jahr 2023 zeigt insgesamt 32.794 Unfälle. Davon waren 3.356 Unfälle mit Personenschaden, was 10,23% aller Unfälle entspricht. Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden machten 1.230 Fälle aus, was 3,75% entspricht. Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel wurden in 292 Fällen registriert, was 0,89% aller Unfälle ausmacht. Die restlichen Sachschadensunfälle beliefen sich auf 27.916 Fälle, was 85,13% entspricht. Innerorts gab es 2.829 Unfälle (8,63%), außerorts (ohne Autobahnen) 1.003 Unfälle (3,06%) und auf Autobahnen 400 Unfälle (1,22%). Insgesamt gab es 34 Getötete, 611 Schwerverletzte und 3.587 Leichtverletzte.
| 2023 | |
|---|---|
| Verkehrsunfälle insgesamt | 32.794 |
| Unfälle mit Personenschaden | 3.356 |
| Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden | 1.230 |
| Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel | 292 |
| Übrige Sachschadensunfälle | 27.916 |
| Ortslage – innerorts | 2.829 |
| Ortslage – außerorts (ohne Autobahnen) | 1.003 |
| Ortslage – auf Autobahnen | 400 |
| Getötete | 34 |
| Schwerverletzte | 611 |
| Leichtverletzte | 3.587 |
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)








