Die Thüringer Polizei führte einen Landesfahndungstag durch und vollstreckte zahlreiche Haftbefehle, darunter auch politisch motivierte. Insgesamt wurden 131 Personen festgenommen, darunter 78% Männer und 22% Frauen.
Gotha: Thüringer Polizei vollstreckt 145 Haftbefehle

Erfurt (ost)
Am 19.03.2026 führte die Thüringer Polizei einen umfangreichen Landesfahndungstag durch und vollstreckte dabei eine Vielzahl von Haftbefehlen. Polizeibehörden aus dem gesamten Freistaat waren an der Maßnahme beteiligt.
Das Ziel des Landesfahndungstages war eine deutliche Reduzierung der Zahl bestehender Haftbefehle. Besonderes Augenmerk lag auf Haftbefehlen, die politisch motivierten Straftaten zugeordnet werden konnten.
Nach dem ersten Landesfahndungstag des Jahres 2026 zieht die Polizei ein durchweg positives Fazit.
Am Donnerstag waren in allen Teilen Thüringens Polizistinnen und Polizisten im Einsatz. Insgesamt wurden 145 Haftbefehle bei 131 Personen vollstreckt, darunter 78% Männer und 22% Frauen. Zwei der vollstreckten Haftbefehle fielen in den Bereich der politisch motivierten Kriminalität.
Insgesamt wurden 27 Personen in Justizvollzugs- oder Jugendstrafanstalten untergebracht. Die Inhaftierten verbüßen insgesamt 2608 Tage.
Nicht alle Gesuchten landeten nach dem Polizeibesuch in einer Justizvollzugsanstalt. Bei einer Ersatzfreiheitsstrafe bestand auch die Möglichkeit, eine Geldstrafe zu zahlen, um den Haftbefehl außer Vollzug zu setzen. 97 Personen konnten ihre Haftbefehle durch Zahlung abwenden. Insgesamt wurden Geldstrafen inklusive Gebühren in Höhe von knapp 51.382,97 Euro eingezogen.
Ursächlich für die zu vollstreckenden Haftbefehle waren unbezahlte Geldbußen sowie Straftaten wie Körperverletzung, Eigentumsdelikte, Betrug und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz.
Der höchste Betrag musste von einem 40-jährigen Mann aus dem Raum Erfurt beglichen werden. Zur Abwendung eines Vollstreckungsauftrags zur Pfändung wegen Steuerhinterziehung zahlte er knapp 33.600 Euro und vereinbarte eine Ratenzahlung.
Drei Personen hatten jeweils drei Haftbefehle.
Im Landkreis Gotha machten die Einsatzkräfte bei der Vollstreckung eines Haftbefehls einen Zufallsfund von etwa 40 Gramm Methamphetamin und Amphetamin. Die Drogen wurden beschlagnahmt und ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. (JN)
Quelle: Presseportal
Statistiken zur Drogenkriminalität in Thüringen für 2022/2023
Die Drogenraten in Thüringen zwischen 2022 und 2023 blieben relativ stabil. Im Jahr 2022 wurden insgesamt 10.272 Fälle erfasst, wovon 9.688 gelöst werden konnten. Die Anzahl der Verdächtigen belief sich auf 7.674, wobei 6.390 männliche und 1.284 weibliche Verdächtige waren. 860 der Verdächtigen waren nicht-deutscher Herkunft. Im Jahr 2023 stieg die Gesamtzahl der erfassten Fälle leicht auf 10.287, wobei 9.768 Fälle gelöst werden konnten. Die Anzahl der Verdächtigen erhöhte sich auf 7.721, wobei 6.475 männliche und 1.246 weibliche Verdächtige identifiziert wurden. 1.080 der Verdächtigen waren nicht-deutscher Herkunft. Im Vergleich dazu hatte Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 mit 73.917 die meisten erfassten Drogenfälle in Deutschland.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 10.272 | 10.287 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 9.688 | 9.768 |
| Anzahl der Verdächtigen | 7.674 | 7.721 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 6.390 | 6.475 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 1.284 | 1.246 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 860 | 1.080 |
Quelle: Bundeskriminalamt








