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Hamburg: Durchsuchungen wegen Beitragsvorenthaltung und Steuerhinterziehung

Rund 200 Zollbeamte durchsuchen 13 Objekte in 4 Bundesländern, Schwerpunkt in Nordthüringen, Schaden über 2 Millionen Euro

Foto: unsplash

Erfurt (ost)

(Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Mühlhausen und des Hauptzollamtes Erfurt vom 2. Dezember 2025)

Etwa 200 Zollbeamtinnen und -beamte durchsuchen seit dem Morgen (02.12.2025) im Auftrag der Staatsanwaltschaft Mühlhausen insgesamt 13 Standorte (Wohnungen, Geschäftsräume und Baustellen) in Thüringen, Hamburg, Hessen und Niedersachsen. Die Aktion richtet sich gegen drei Verdächtige (39, 44, 64), die beschuldigt werden, Sozialversicherungsbeiträge vorenthalten und Steuern hinterzogen zu haben. Gegen zwei weitere Verdächtige (40, 36) wird wegen des Verdachts der Beihilfe zu diesen Straftaten ermittelt. Der Fokus der Maßnahmen liegt in Nordthüringen.

Den Beschuldigten wird vorgeworfen, Sozialversicherungsbeiträge vorenthalten und veruntreut, Betrug zum Nachteil der Sozialkasse der Bauwirtschaft begangen sowie Steuern hinterzogen zu haben.

Es wird angenommen, dass sie mit Arbeitnehmern, die nicht ordnungsgemäß zur Sozialversicherung angemeldet waren oder zu niedrige Bruttolöhne erhielten und für die keine oder zu geringe Lohnsteuer gezahlt wurde, Bauleistungen in Schwarzarbeit erbracht haben. Um die Schwarzarbeit zu verschleiern, sollen die beteiligten Unternehmen Scheinrechnungen untereinander ausgetauscht haben. Der entstandene Schaden wird derzeit auf über zwei Millionen Euro geschätzt.

Bei den Durchsuchungen wurden umfangreiche Beweismittel sichergestellt, darunter Computer und Smartphones.

Die Maßnahmen dauern derzeit noch an. Weitere Informationen können derzeit nicht bekannt gegeben werden.

Zusätzliche Informationen:

Der Zoll prüft und ermittelt unter anderem sehr komplexe Formen von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung, wie beispielsweise Kettenbetrug. Kettenbetrugsfälle sind gekennzeichnet durch den Kauf und Verkauf sowie die Buchführung falscher Dokumente, wie zum Beispiel Rechnungen für Leistungen, die tatsächlich nicht erbracht wurden (Scheinrechnungen) gegen Zahlung einer Provision. Das Ziel des Kaufs und Verkaufs von Scheinrechnungen ist die Schaffung eines Schwarzgeldkreislaufs, um Sozialabgaben und Steuern zu umgehen. Die Arbeitnehmer der Käufer dieser Rechnungen werden oft nicht ordnungsgemäß zur Sozialversicherung angemeldet und durch Schwarzgeldzahlungen entlohnt. Neben der Schädigung der Sozialversicherung und des Fiskus sind die betroffenen Arbeitnehmer nicht oder nur unzureichend sozialversichert.

Quelle: Presseportal

nf24