Der Aufprall der schweren Baumfrucht führte bei dem Säugling unmittelbar zu lebensbedrohlichen Traumata.
Über 1 Kilogramm schwere Frucht: Zwölf Tage alter Junge stirbt nach Aufprall in Quilmes

Mehr als ein Kilogramm wog die Frucht, die sich am 22. Oktober gegen 8 Uhr aus den Ästen eines Baumes löste und einen Säugling direkt am Kopf traf. Das erst zwölf Tage alte Kind namens Lucas befand sich in diesem Moment auf dem Arm seiner 30 Jahre alten Mutter Giuliana Gómez, als sich das Geschehen im Eingangsbereich einer Betreuungseinrichtung in der argentinischen Stadt Quilmes abspielte. Trotz einer unverzüglich eingeleiteten Notoperation und intensivmedizinischer Betreuung erlag das Neugeborene wenige Tage später seinen massiven Verletzungen.
Schädelbrüche nach Sturz aus den Baumkronen
Der Aufprall der schweren Baumfrucht führte bei dem Säugling unmittelbar zu lebensbedrohlichen Traumata. Durch das erhebliche Eigengewicht in Kombination mit der Fallhöhe entwickelte der herabstürzende Gegenstand eine verheerende Wucht. Medizinische Untersuchungen im weiteren Verlauf belegten, dass das Neugeborene infolge des Schlags mehrere komplizierte Schädelbrüche erlitten hatte. Für die Mutter, die am Donnerstagmorgen eigentlich ihren fünf Jahre alten Sohn in der Betreuungseinrichtung abgeben wollte, wandelte sich der alltägliche Weg binnen Sekundenbruchteilen in ein schweres Unglück.
Vor dem Eingangstor der Kindertagesstätte wachsen insgesamt drei Avocadobäume, deren Äste den Zugangsweg säumen. Von einem dieser Gewächse stürzte das Fruchtgut unkontrolliert herab, ohne dass den anwesenden Personen eine Ausweichmöglichkeit blieb. Die dramatische Situation rief sofort Ersthelfer auf den Plan:
- Mitarbeiterinnen der Einrichtung eilten herbei, um die Mutter und das verletzte Neugeborene erstzuversorgen.
- Andere Elternteile, die zeitgleich vor Ort waren, versuchten wiederholt, die Rettungskräfte über den Notruf zu erreichen.
- Passanten und Betreuungspersonal koordinierten die Alarmierungsversuche direkt vor den Toren der Kita.
Verzögerte Rettungskette und privater Nottransport
Trotz der wiederholten Notrufe aus dem Umfeld der Betreuungseinrichtung blieb das Eintreffen professioneller Rettungsdienste über einen kritischen Zeitraum hinweg aus. Vor Ort anwesendes Personal verfügte nicht über die spezialisierte intensivmedizinische Ausstattung, die für die Versorgung von schweren Schädel-Hirn-Traumata bei einem erst zwei Wochen alten Patienten zwingend erforderlich gewesen wäre. Die Zeitspanne verstrich ohne das Erscheinen eines regulären Rettungswagens, während sich der Zustand des kleinen Lucas zunehmend verschlechterte.
Nachdem rund 30 Minuten ohne das Eintreffen professioneller Hilfe vergangen waren, sah sich die Familie gezwungen, eigenständig zu handeln. Der Kindsvater übernahm schließlich die Initiative und transportierte den lebensgefährlich verletzten Säugling zusammen mit der Mutter in einem Privatfahrzeug in eine spezialisierte Klinik. Das Ziel dieses Nottransports war das Sanatorio de la Trinidad in Quilmes, wo die notwendige pädiatrische und chirurgische Infrastruktur bereitstand.
Chirurgischer Notfalleingriff und Intensivstation
Im Sanatorio de la Trinidad leiteten die behandelnden Ärzte unmittelbar nach der Ankunft des Kindes umfangreiche Maßnahmen ein. Ein chirurgisches Team unterzog das Neugeborene einer Notoperation, um die multiplen Knochenbrüche am Schädel zu versorgen und die inneren Verletzungen zu stabilisieren. Im Anschluss an den Eingriff erfolgte die Verlegung auf die pädiatrische Intensivstation. Dort überwachten die Fachärzte kontinuierlich die Vitalfunktionen des Säuglings, da die Schädeltraumata weiterhin akut lebensbedrohlich blieben.
Mutter beklagt Ausbleiben des Notarztdienstes
Am darauffolgenden Sonntag verloren die behandelnden Mediziner schließlich den Kampf um das Leben des Neugeborenen. Das Kind erlag in der Klinik den multiplen Frakturen und schweren Hirnschäden. Für die Familie endete das Bangen nach wenigen Tagen mit der Feststellung des Todes; der kleine Lucas erreichte lediglich ein Alter von knapp zwei Lebenswochen.
Nach dem tödlichen Ausgang des Unglücks richtete Giuliana Gómez deutliche Vorwürfe an die zuständigen Stellen und die Organisation des Notrufsystems. Im Zentrum der Kritik steht der Umstand, dass trotz dramatischer Notrufe kein Rettungswagen zur Kindertagesstätte entsandt wurde. Wertvolle Minuten für eine frühzeitige Stabilisierung seien ungenutzt verstrichen, sodass erst der private Einsatz des Vaters nach einer halben Stunde Wartezeit den Beginn einer adäquaten intensivmedizinischen Versorgung ermöglichte. Die behördlichen Abläufe bei der Annahme und Bearbeitung des Notrufs stehen infolge der schweren Vorwürfe nun im Fokus.
Quellen: t-online, RTL
Bildquelle: Sokmeas UY auf Pexels
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