Die Geschehnisse spielten sich noch vor dem eigentlichen Beginn des Publikumsverkehrs ab, da die Pforten des Wildparks regulär erst um 10 Uhr für Tagesgäste öffnen.
Unglück im Wildpark Johannismühle: Achtjährige bei Gehegebesuch schwer verletzt

Schwere Kopfverletzungen hat ein achtjähriges Mädchen am Mittwochmorgen bei einer Tierattacke im brandenburgischen Wildpark Johannismühle erlitten. Gegen 9.30 Uhr ging bei der zuständigen Polizeidirektion West der Notruf über den Zwischenfall auf dem Gelände bei Baruth/Mark im Landkreis Teltow-Fläming ein. Das Kind befand sich zusammen mit zwei weiteren Minderjährigen sowie einer Angestellten der Anlage innerhalb eines Geheges, als es unvermittelt von mindestens einem Tier angegriffen wurde. Zur Erstversorgung und zum Weitertransport landete der Rettungshubschrauber „Christoph 31“ vor Ort, welcher das schwer verletzte Mädchen direkt in das Unfallkrankenhaus nach Berlin-Marzahn flog.
Rettungseinsatz vor der regulären Öffnungszeit
Die Geschehnisse spielten sich noch vor dem eigentlichen Beginn des Publikumsverkehrs ab, da die Pforten des Wildparks regulär erst um 10 Uhr für Tagesgäste öffnen. Ein Großaufgebot an Einsatzkräften rückte am Vormittag an, um die Lage abzusichern und die medizinische Versorgung zu koordinieren. Eine Polizeisprecherin bestätigte das Geschehen:
„Wir haben heute Morgen um 9.30 Uhr die Information bekommen, dass ein Kind im Bereich Baruth von einem oder mehreren Tieren angegriffen und verletzt worden sein soll. Ein Rettungshubschrauber ist dort gelandet. Die Aufklärung ist vor Ort.“
Ob es sich bei den beteiligten Tieren um Wölfe handelte, ließ die Behörde zunächst offen und verwies auf laufende Ermittlungen. Nach dem Vorfall stellte das Management den Betrieb sofort ein. Eine Mitarbeiterin der Einrichtung erklärte auf telefonische Anfrage lediglich, dass die Tore am Mittwoch geschlossen bleiben, nannte jedoch keine weiteren Hintergründe zu den Ursachen.
Freizeitangebote und Exklusivführungen im Fokus
Hintergrund des Aufenthalts im Gehege könnten spezielle Vermarktungskonzepte der Freizeitanlage sein. Auf der Website wirbt der Betreiber mit exklusiven Programmen für Besucher, bei denen Interessierte aktiv als Tierpfleger mitwirken dürfen. Kinder erhalten dabei die Gelegenheit, Wunschtiere abseits des regulären Trubels aus nächster Nähe kennenzulernen; explizit erwähnt das Programm auch Angebote wie die Fütterung von Wölfen. Die wichtigsten Kennzahlen zur betroffenen Freizeiteinrichtung im Überblick:
- Gründungsjahr: 1997 als privat geführter Wildpark
- Gesamtfläche: Über 100 Hektar Areal rund 45 Kilometer südlich der Bundeshauptstadt
- Tierbestand: Ungefähr 500 Exemplare aus rund 50 verschiedenen Tierarten
- Besonderheit: Haltung von Grau- und Polarwölfen in weitläufigen Arealen
Umfassende Betreuung nach traumatischem Vorfall
Der dramatische Ablauf hinterließ bei den Anwesenden tiefe Spuren. Mehrere Seelsorger wurden zum Parkgelände entsandt, um die unter Schock stehenden Pflegerinnen und Pfleger psychologisch zu unterstützen. Ebenso erhielten die eingesetzten Rettungskräfte nach den belastenden Rettungsmaßnahmen seelsorgerische Begleitung. Wie genau die Sicherheitsvorkehrungen während des Zutritts der Kindergruppe gestaltet waren und weshalb das Tier angriff, müssen die eingeleiteten behördlichen Befragungen der Zeugen in den kommenden Tagen klären.
Quellen: Bild, tagesschau
Bildquelle: Diana Grandmaire via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
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