Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Universalschlüssel im Netz: Häftling entkommt durch Manipulation seiner Fußfessel

Der Vorfall ereignete sich Mitte Oktober, als der 34-jährige, mehrfach vorbestrafte Häftling von zwei Mitarbeitern der Justizvollzugsanstalt (JVA) zu einem Termin in einer Arztpraxis begleitet wurde.

Artikel hören

41-Jährige stirbt zwei Tage nach Autounfall
Shutterstock

Ein Häftling konnte sich während eines Arztbesuchs in Essen von seinen Fußfesseln befreien, die sich mit einem im Internet erhältlichen Universalschlüssel öffnen ließen. Dies wurde am 5. November 2026 bekannt, als der nordrhein-westfälische Justizminister Benjamin Limbach dem Rechtsausschuss des Landtags darüber informierte.

Details zur Flucht

Der Vorfall ereignete sich Mitte Oktober, als der 34-jährige, mehrfach vorbestrafte Häftling von zwei Mitarbeitern der Justizvollzugsanstalt (JVA) zu einem Termin in einer Arztpraxis begleitet wurde. Im Treppenhaus wurden die Justizbeamten von zwei maskierten Männern überwältigt, was es dem Häftling ermöglichte, mit ihnen zu fliehen.

Gesamtbild der Sicherheitslage

Die verwendeten Fußfesseln hatten kein individuelles Schloss, sondern waren mit einem Universalschlüssel zu öffnen, der für weniger als 10 Euro im Internet erhältlich ist. Diese Information wurde bereits im Februar bekannt, als ein Festgenommener in Bayern seine Handschellen mit einem ähnlichen Schlüssel öffnete. Es stellte sich heraus, dass die Polizei in Nordrhein-Westfalen das gleiche Modell von Handschellen verwendet.

Hintergrund und Reaktionen

Bereits im April hatte die NRW-Landesregierung auf eine Anfrage der FDP im Landtag bestätigt, dass die Justiz zwar nicht die Handschellen mit Universalschloss, jedoch ein vergleichbares Fesselsystem als Fußfessel nutzt. Diese Fußfesseln trug der Untersuchungshäftling zum Zeitpunkt seiner Befreiung.

Die Ermittlungen laufen, um herauszufinden, ob die Helfer des Häftlings den Schlüssel selbst beschafft haben oder ob ein Bediensteter der JVA involviert war. Bei einem Beamten der JVA Essen, der wegen Korruptionsverdachts verhaftet wurde, wurden laut Ministerium keine nachgemachten Schlüssel gefunden.

„Der Vorfall vom 14. Oktober hat Anlass gegeben, die Abläufe und Vorkehrungen bei Gefangenenausführungen insgesamt zu überprüfen“, sagte eine Sprecherin des Justizministeriums.


Quellen: n-tv

Bildquelle: Shutterstock

Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.

Karte für diesen Artikel

TS