In Brandenburg wurden zwischen März und Mai 2026 insgesamt 233 Rinder gestohlen. Die Täter operieren professionell und nutzen Lastwagen, um die Tiere von Weiden zu entführen. Ermittlungen und verstärkte Polizeikontrollen sollen dem organisierten Diebstahl entgegenwirken.
Zunahme von Viehdiebstählen in Brandenburg: 233 Rinder verschwunden

Ausblick: In Brandenburg ist ein besorgniserregender Anstieg von Viehdiebstählen zu verzeichnen. In der Zeitspanne von März bis Mai 2026 wurden insgesamt 233 Rinder entwendet. Die Täter operieren äußerst professionell und setzen große Lastwagen ein, um die Tiere von unterschiedlichen Weiden abzutransportieren. Bei mehreren nächtlichen Aktionen entwendeten sie jeweils zwischen 30 und 70 Rinder. Der durch die Diebstähle entstandene Schaden wird auf über 337.000 Euro geschätzt, wie Brandenburgs Innenminister Jan Redmann erklärte. Laut Kriminalist Christoph Wenzlaff ist davon auszugehen, dass die gestohlenen Tiere wahrscheinlich ins Ausland gebracht werden, wo sie entweder verarbeitet oder erneut weiterverkauft werden.
Aktueller Stand: Die betroffenen Landwirte haben sich nach den schockierenden Vorfällen wieder stabilisiert und führen ihre Betriebe nun wieder regulär. Der Brandenburger Landesbauernverband (LBV) berichtet, dass die Tierhalter nun sensibler mit der Sicherheitslage umgehen und ihre Weiden sowie Stallungen regelmäßiger kontrollieren. Zusätzlich wird die Polizei für ihr schnelles Handeln gelobt.
Im Zuge der Ermittlungen hat die Polizei ihre Kontrollen intensiviert und konzentriert sich besonders auf Viehtransporter. Eine öffentliche Fahndung nach einem blauen Viehtransporter, der etwa 12,5 Tonnen wiegt und in der Nacht vom 11. zum 12. Mai in Schenkendöbern 32 Rinder abtransportiert haben soll, läuft bereits. Es ist möglich, dass dieses Fahrzeug auch für andere Diebstähle von Bedeutung ist.
Ermittlungsstrategie und Polizeiarbeit
Wenzlaff, der Vorsitzende der Kriminalisten-Gewerkschaft, betont, wie wichtig es ist, Überstunden innerhalb der Belegschaft zu vermeiden. Aktuell sind zahlreiche Beamte in der Ermittlungsgruppe „Weide“ des Landeskriminalamts (LKA) aktiv. Trotz des hohen Aufwands hält Wenzlaff die Maßnahmen für unerlässlich, um den Druck auf die Täter aufrechtzuerhalten. Er hebt hervor, dass seit Beginn dieser Maßnahmen keine neuen Diebstähle mehr registriert wurden.
Die Diebstähle fanden an bestimmten Daten statt: Am 29. März in Zixdorf, am 21. April in Langennaundorf, zwischen Januar und dem 6. Mai in Raddusch sowie am 12. Mai in Hammer. Diese Erkenntnisse tragen dazu bei, den Ermittlern ein klareres Bild der aktuellen Situation zu vermitteln.
Historische Kontexte und mögliche Täter
Die jüngste Serie von Diebstählen erinnert stark an ähnliche Vorfälle zwischen 2014 und 2017, als zahlreiche Rinder und Kälber in Brandenburg gestohlen wurden. Damals wurde eine Gruppe aus Polen für die Taten verantwortlich gemacht. Wenzlaff sieht in den damaligen Ermittlungen eine wertvolle Grundlage für die heutigen Fälle und vermutet, dass die Täter von damals möglicherweise erneut aktiv geworden sind.
Die Diebstähle erfordern eine gut organisierte Vorgehensweise. Wenzlaff geht davon aus, dass die Täter über umfassende Kenntnisse der Rinderhaltung verfügen und die Höfe im Vorfeld detailliert ausgekundschaftet haben. Es wird sogar spekuliert, dass Drohnen zur Überwachung eingesetzt wurden, um die Standorte der Rinder zu lokalisieren.
Motivation und Markt für gestohlene Tiere
Die Polizei arbeitet eng mit Ermittlungsbehörden aus Polen und anderen Bundesländern zusammen, um Informationen auszutauschen und präventive Schritte zu ergreifen. Wenzlaff hebt hervor, dass Brandenburg aufgrund seiner ländlichen Struktur und der ausgedehnten Agrarflächen ein attraktives Ziel für Viehdiebe darstellt. Auch die gute Verkehrsanbindung, insbesondere in Richtung Osteuropa, spielt eine entscheidende Rolle.
Um zukünftige Diebstähle zu verhindern, fordert Wenzlaff eine spezielle Ausbildung innerhalb der Polizeikräfte. Derzeit werden Polizeischüler als Generalisten ausgebildet, was seiner Meinung nach die Qualität der Ermittlungen beeinträchtigt. Eine gezielte Schulung könnte dazu beitragen, die Effizienz der Ermittlungen zu erhöhen und die Dauer der Fallbearbeitung zu verkürzen.
Quellen: n-tv, 233 Rinder gestohlen: Was die Polizei über die Viehdiebe in Brandenburg weiß
Bildquelle: Hydro via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)








