Ein 62-jähriger Schwede steht vor Gericht, weil er seine drogenabhängige Frau über drei Jahre hinweg zu sexuellen Handlungen mit 120 Männern gezwungen haben soll. Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage wegen schwerer Zuhälterei und mehrfacher Vergewaltigung.
Zwangsprostitution: Vorwürfe gegen Schweden wegen seiner Frau und 120 Männer

In Nordschweden steht ein 62-jähriger Mann vor Gericht, der beschuldigt wird, seine drogenabhängige Ehefrau zu Zwangsprostitution mit mehr als 120 Männern gedrängt zu haben. Der Prozess beginnt voraussichtlich am 13. April.
Die Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen schwerer Zuhälterei sowie wegen Vergewaltigung und Körperverletzung in mehreren Fällen erhoben. Der Angeklagte wurde Ende Oktober 2025 festgenommen, nachdem seine Frau ihn bei der Polizei angezeigt hatte. Seitdem befindet er sich in Untersuchungshaft und bestreitet die Vorwürfe.
Vorwürfe und Anklagepunkte
Die Anklageschrift legt dar, dass der Mann über einen Zeitraum von drei Jahren seine Frau unter Druck gesetzt haben soll, „sexuelle Handlungen zu verrichten“. Er soll sich dabei finanziell bereichert haben, indem er die sexuellen Dienstleistungen seiner Frau im Internet anbot und die Treffen mit den Kunden organisierte und überwachte. Dabei setzte er sie laut Anklage mit Gewalt und Drohungen unter Druck, wobei er ihre Angst vor ihm und ihre Drogenabhängigkeit ausnutzte.
Nach Angaben der Staatsanwältin Ida Annerstedt wurden bis Februar 2026 insgesamt 120 Männer identifiziert, die verdächtigt werden, sexuelle Dienstleistungen von der Frau in Anspruch genommen zu haben. Die mutmaßlichen Straftaten sollen sich zwischen dem 11. August 2022 und dem 21. Oktober 2025 ereignet haben.
Zusätzliche Anklagen wegen sexueller Gewalt
Zusätzlich zur schweren Zuhälterei wird dem Mann auch vorgeworfen, in acht Fällen Frauen vergewaltigt zu haben, darunter eine Vergewaltigung durch einen anderen Mann. Zudem wird er wegen versuchter Vergewaltigung in vier Fällen und Körperverletzung in vier Fällen angeklagt.
Die Anwältin der Frau, Silvia Ingolfsdottir, äußerte, dass ihre Mandantin „schwere und besonders schwere Straftaten“ erlitten habe und nun auf Gerechtigkeit hoffe. Der Angeklagte war früher Mitglied der Rockergruppe Hells Angels, was dem Fall zusätzliche Brisanz verleiht.
Die Vorwürfe und die Schwere der Anklagen werfen ein Schlaglicht auf die Problematik der sexuellen Ausbeutung und der Gewalt gegen Frauen in der Gesellschaft. Der Fall wird mit großem Interesse verfolgt, da er auch die Herausforderungen im Umgang mit Drogenabhängigkeit und Gewalt in Beziehungen thematisiert.
Bildquelle: Calle Eklund/V-wolf via Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)








