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19 Tote bei Terrorangriff auf Hotel

Die Zahl der Opfer steigt. Die Sicherheitskräfte geraten zunehmend unter Druck.

Ein somalischer Soldat vor einem Autowrack. (Symbolbild)
Foto: Farah Abdi Warsameh/AP/dpa

Der Angriff bewaffneter islamistischer Extremisten auf ein Hotel in Somalias Hauptstadt Mogadischu dauert weiter an. Mittlerweile erhöhte sich die Zahl der Todesopfer auf mindestens 19, wie die Polizei der Deutschen Presse-Agentur am Samstag mitteilte. Bei dem Angriff, der am Freitagabend begonnen hatte, wurden mindestens 40 weitere Menschen verletzt, einige von ihnen schwer. Sie wurden in ein nahe gelegenes Krankenhaus gebracht, wie ein Mitarbeiter der Klinik bestätigte.

Unterdessen haben die Sicherheitskräfte Probleme, die Lage im «Hayat»-Hotel unter Kontrolle zu bringen. Die in der Nacht und am Vormittag eingesetzte Antiterror-Einheit geriet für ihre Einsatzführung in die Kritik. Die vom US-Militär ausgebildete Einheit hatte nach Angaben des Hoteldirektors schwere Waffen wie Mörsergranaten und andere Sprengkörper verwendet. Mittlerweile hat sie die Leitung der Operation an die Spezialeinheit Cheetah abgegeben, die zur somalischen Polizei gehört.

Mit Handgranaten und Kalaschnikows bewaffnet

Teile des Hotels seien zwar von der Polizei gesichert worden, allerdings gebe es weiterhin Gegenwehr von den Terroristen, so ein Mitarbeiter der Sicherheitskräfte. Zwei der Angreifer sind demnach noch am Leben und mit Handgranaten und Kalaschnikows bewaffnet.

Sie sollen sich in den oberen Stockwerken des Hotels befinden. Ursprünglich gingen die Sicherheitskräfte von vier bis fünf Kämpfern aus, zwei der Terroristen wurden nach Angaben der Polizei neutralisiert.

In der Nacht zu Samstag bekannte sich die islamistische Terrorgruppe Al-Shabaab zu dem Angriff auf das Hotel in der Nähe des internationalen Flughafens Aden Adde. Unmittelbar vor dem Angriff hatten sich bereits zwei Selbstmordattentäter in zwei Fahrzeugen in die Luft gesprengt.

Die Terroristen waren nach eigenen Angaben außerdem für einen Anschlag mit einer Mörsergranate am Flughafen verantwortlich. Die somalischen Sicherheitsbehörden bestätigten, dass bei dem Anschlag eine Mutter und ihre vier Kinder ums Leben kamen.

Bei den Angriffen handelt sich um den ersten großangelegten Terrorakt seit Somalias neugewählter Präsident Hassan Sheik Mohamud im Mai sein Amt übernahm. Das Land am Horn von Afrika mit rund 16 Millionen Einwohnern wird seit Jahren von Anschlägen der Terrorgruppe Al-Shabaab erschüttert. Sie kontrolliert weite Teile des Südens und der Zentralregionen.

dpa