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80 Menschen sterben bei Bahnunfall

Der Zug-Fahrer raste mit einer Geschwindigkeit von 179 km/h in eine massive Betonmauer. Für die Passagiere kam jede Hilfe zu spät.

Foto: NF24 / Canva

Viele Tote und Verletzte bei schrecklichem Bahnunfall. Hohe Sicherheitsmaßnahmen und -vorschriften sollen Zug-Passagieren eine sichere Fahrt garantieren. Doch nicht immer verläuft alles nach Plan – manchmal endet die Zugfahrt sogar tödlich.

Die Horror-Zugfahrt nahm ein tragisches Ende als der Zug in eine Betonmauer raste. Dabei starben 80 Fahrgäste und 145 weitere wurden verletzt. Nun wird der Unfallshergang ermittelt und Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen.

Bahnunfall in Spanien mit vielen Toten

MADRID – Am Mittwoch wurde in Spanien ein Prozess über einen Bahnunfall aus dem Jahr 2013 eröffnet, bei der 80 Fahrgäste starben und 145 weitere verletzt wurden. Am Eingang des Gerichts kam es zu Spannungen zwischen den Opfern und einem der Angeklagten.

Der Lokführer des Fernzugs und ein ehemaliger Leiter der Sicherheitsbehörde der Bahn werden der beruflichen Fahrlässigkeit beschuldigt. Der Zug prallte in der Nähe der nordwestspanischen Stadt Santiago de Compostela gegen eine Betonmauer.

Die Staatsanwaltschaft fordert vierjährige Haftstrafen, falls der Lokführer Francisco José Garzón und Andrés Cortabitarte, ein ehemaliger Sicherheitsdirektor der staatlichen Eisenbahninfrastrukturgesellschaft ADIF, als Verantwortliche für die Toten und Verletzten verurteilt werden.

Cortabitarte betrat den Gerichtssaal durch einen Hintereingang, um Reportern und Opfern des Unfalls aus dem Weg zu gehen. Als Cortabitarte später den Gerichtssaal durch die Vordertür verließ, schlug ihn ein Demonstrant.

Das spanische Fernsehen strahlte Videoaufnahmen aus, auf denen zu sehen war, wie Demonstranten ihn beschimpften. Die Wut gegen den ehemaligen Sicherheitsdirektor war groß.

Untersuchungen lasten schwer

Eine Untersuchung der Entgleisung vom 24. Juli 2013 ergab, dass der Zug mit 179 km/h auf einer Strecke fuhr, für die eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km/h gilt, als er die Gleise verließ. Die Untersuchung ergab auch, dass der Lokführer nur Sekunden vor dem Unfall einen Anruf des Schaffners entgegennahm.

Der Anwalt des Lokführers erklärte gegenüber Reportern, dass fehlende Schilder an der Bahnstrecke und andere unzureichende Sicherheitsmaßnahmen die Entgleisung auslösten. Der Anruf solle keine Rolle gespielt haben.

Es wurde bestätigt, dass auf dem größten Teil der Strecke von Madrid nach Santiago de Compostela ein automatisches Bremsprogramm installiert war. Dieses jedoch fünf Kilometer südlich des Unglücksortes nicht mehr funktionierte, so dass die Arbeitsbelastung für den Zugführer größer war.

Gerechtigkeit für die Opfer

Eine Gruppe, die die Opfer des Unfalls vertritt, die Alvia 04155 Victims Platform, ist der Meinung, dass das Zugunternehmen mehr Verantwortung für die Entgleisung trage als der Fahrer.

„Die einzige Möglichkeit, dass sich so etwas nicht wiederholt, ist eine Verurteilung von ADIF“, sagte der Sprecher der Plattform, Jesús Dominguez. Die Vereinigung sagte auch, es habe zu lange gedauert, bis der Fall vor Gericht kam.

„Einige der Opfer und Angehörigen sind im Laufe der Jahre verstorben. Für sie wird es niemals Gerechtigkeit geben und leider kann nichts getan werden“, so die Gruppe in einer Erklärung, über die die staatliche spanische Nachrichtenagentur EFE berichtete.

Der Prozess wird voraussichtlich mehrere Monate dauern und 669 Zeugen umfassen.

YY
Quellen: wtmj.com