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Russland startet Rache-Operation

Nach der erfolgreichen Offensive beweist Putin wieder einmal seine Unmenschlichkeit. Die aktuellen News im Überblick!

Feuerwehrleute löschen einen Brand nach einem russischen Raketenangriff auf ein Elektrizitätswerk in Charkiw.
Foto: Kostiantyn Liberov/AP/dpa

Die Ukraine hat in letzter Zeit einige Erfolge gegen die russischen Truppen zu verzeichnen gehabt. Nun möchte sich Russland hierfür rächen – ganz zum Nachteil der Bevölkerung.

Die neue Taktik der Russen führt zum Leid vieler Menschen: Raketen-Angriffe gegen Stromwerke! Die Folgen sind: Großflächige Stromausfälle, die ganze Gebiete – und Millionen Zivilisten – betreffen. So fehlt nicht nur Licht, sondern auch Wärme und Internet. Sogar die Wasserversorgung ist betroffen, da die Pumpen mit Strom laufen.

Komplett ohne Strom

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte auf Twitter, dass die ostukrainischen Regionen Charkiw und Donezk komplett ohne Elektrizität seien.

„Russische Terroristen bleiben Terroristen“, schrieb Selenskyj dazu. Laut Selenskyis Berater Mychajlo Podoljak sei in Charkiw eines der größten Wärmekraftwerke des Landes getroffen worden sein.

In einer Ansprache äußerte sich der Ukraine-Präsident zu der gesamten Lage und meinte, dass ein Leben ohne Strom, Gas, Wasser und Nahrung für die Ukrainer nicht so furchterregend sei wie ein Leben unter russischer Herrschaft …

Luftalarm und Explosionen

Laut Augenzeugenberichten soll in Charkiw – der zweitgrößten ukrainischen Stadt – russische Bomben einen Blackout herbeigeführt haben. Stromausfälle in der Stadt Charkiw sowie in den Regionen Donezk und Sumy sollen laut Vertreter der ukrainischen Behörden stattgefunden haben. AFP-Reporter meldeten außerdem Stromausfälle in der Stadt Kramatorsk.

Zusätzlich gab es in der gesamten Ukraine Luftalarm. Anwohner berichteten von Explosionsgeräuschen.

Die ukrainischen Behörden machen Russland für mehrere Attacken verantwortlich.

„Das ist eine abscheuliche und zynische Rache des russischen Aggressors für die Erfolge unserer Armee“, schrieb Ihor Terechow, der Bürgermeister von Charkiw.

Zudem ist die Stromversorgung generell ein schwieriges Thema in der Ukraine, da das in Folge des Krieges beschädigte Atomkraftwerk Saporischschja vom Netz genommen worden, sodass das Kraftwerk keinen Strom mehr erzeugt.

Ukraine-Krieg: So ist die Lage

Meldungen über Probleme bei der Strom- sowie der Wasserversorgung gab es aus weiten Teilen des Landes.

Der ukrainische Generalstab berichtete unterdessen, russische Truppen flüchteten nicht nur aus Charkiw, sondern teils auch aus dem südlichen Gebiet Cherson. In Deutschland werden Stimmen nach weiteren Militärhilfen für das angegriffene Land laut, damit dieses sich auch weitere besetzte Gebiete zurückholen kann.

Großflächiger Stromausfall noch nicht komplett behoben

Später teilten zumindest die Behörden in den Gebieten Sumy, Dnipropetrowsk und Poltawa mit, dass dort die Stromversorgung wieder hergestellt worden sei. Doch nicht alle Regionen haben wieder Zugang zu Strom.

Ukraine: Russen fliehen aus Teilen von Cherson

Nach ihrer Niederlage in Charkiw ziehen sich russische Truppen Angaben aus Kiew zufolge auch aus Teilen des südlichen Gebiets Cherson zurück. In einigen Orten hätten die Besatzer dort bereits ihre Positionen verlassen, teilte der ukrainische Generalstab mit. Unabhängig überprüft werden konnten diese Angaben nicht.

Unter dem Druck ukrainischer Gegenoffensiven hatte Russlands Verteidigungsministerium am Wochenende mehr als ein halbes Jahr nach Kriegsbeginn den Abzug eigener Truppen aus der Region Charkiw bekanntgegeben. Offiziell begründet wurde der Rückzug mit einer strategischen «Umgruppierung» der Einheiten.

200 Tage Krieg: Selenskyj dankt Ukrainern

Angesichts des 200. Kriegstages bedankte sich Selenskyj bei seinen Landsleuten für die Verteidigung der Heimat. «In diesen 200 Tagen haben wir viel erreicht, aber das Wichtigste und damit das Schwierigste liegt noch vor uns», sagte Selenskyj in seiner Videoansprache in der Nacht. Er bedankte sich unter anderem bei den ukrainischen Bodentruppen, der Luftwaffe, den Seestreitkräften – und bei allen, die in diesen Tagen «die Geschichte der Unabhängigkeit, die Geschichte des Sieges, die Geschichte der Ukraine» schrieben.

Ampel will mehr Unterstützung für ukrainischen Vormarsch

Angesichts der jüngsten Erfolge Kiews forderten führende Politiker der Ampel-Parteien im Bundestag mehr Unterstützung für die ukrainische Militäroffensive. «Deutschland muss umgehend seinen Teil zu den Erfolgen der Ukraine beitragen und geschützte Fahrzeuge, den Schützenpanzer Marder und den Kampfpanzer Leopard 2 liefern», sagte die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, der Deutschen Presse-Agentur. SPD-Chef Lars Klingbeil verschloss sich dem zumindest nicht und betonte die Notwendigkeit internationaler Abstimmung.

Putin und Macron sprechen zu AKW Saporischschja

Unterdessen telefonierte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron mit Kremlchef Wladimir Putin, um über die weiter kritische Lage am von Russland besetzten ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja zu reden. Putin habe ein internationales Einwirken auf die Ukraine gefordert, damit diese ihre Angriffe auf die Anlage einstelle, hieß es in einer Kreml-Mitteilung. Macron wiederum habe betont, dass die russische Besetzung der Grund für die gefährliche Lage am AKW sei, teilte der Èlyséepalast mit. Er forderte den Abzug der russischen Truppen. Die Ukraine hat Russland zuletzt immer wieder vorgeworfen, die Anlage selbst zu beschießen.

Am Sonntag war zudem bekannt geworden, dass das größte Atomkraftwerk Europas vollständig heruntergefahren werden musste. Laut der ukrainischen Atombehörde Enerhoatom waren aufgrund von Beschuss zwischenzeitlich alle Verbindungslinien zum Stromnetz unterbrochen. Auch die russische Seite bestätigte die Abschaltung des Kraftwerks, auf dessen Gelände sich zur Beobachtung der Lage weiter auch zwei Mitarbeiter der IAEA aufhalten.

dpa
Quellen: bild.de