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Putin: Das ist sein geheimer Plan

Welche perfiden Ziele verfolgt Kreml-Diktator Wladimir Putin und welche Strategie steckt wirklich hinter dem feigen Angriff auf die Ukraine?

Wladimir Putin
Wladimir Putin
Foto: NF24 Archivbild

Der Kreml-Chef will als Held der Russen in Erinnerung bleiben. Um dieses Ziel zu erreichen, geht er rigoros vor. Es ist auch eine Herkules-Aufgabe Russland zu neuem Glanz zu führen, nachdem eine Jahrzehnte lange Misswirtschaft das Land völlig ruiniert hat. Putins Weltbild hat sich im Laufe der Jahre immer mehr radikalisiert und er vertraut selbst vielen Menschen aus seinem engsten Führungszirkel nicht mehr.

Der ehemalige Geheimdienstchef wurde im Zeiten des Kalten Krieges groß und diese Vorstellung von Gut und Böse gelten für ihn immer noch. Für ihn der jetzige Zustand seines Landes eine riesige Schande und der alte Mann will die Erde nicht verlassen, ohne Russland wieder Anerkennung verschaffen und zum wirtschaftlichen Erfolg geführt zu haben.

Stalin ist für ihn kein Verbrecher, sondern ein erfolgreicher Kriegsherr, der die Sowjetunion gegen den Faschismus verteidigt hat. Solche Kleinigkeiten, wie der Hitler-Stalin-Packt lässt Putin gerne unter dem Staub der Geschichte verschwinden.

Der Mainzer Slavistik-Experte Rainer Goldt erkennt klassisches imperiales Denken bei Putin, berichtet die „Welt“. Putin macht die Demokratie für den Zerfall der Sowjetunion verantwortlich. Goldt ist überzeugt, das für Putin der Niedergang Russland zu einer verheerenden Verbindung mit dem klassischen russischen imperialen Denken bei Putin führte, erklärte er in einem Gespräch gegenüber dem Evangelischen Pressedienst.

Besonders beängstigend findet der Experte Putins Verehrung für den russischen Philosophen Iwan Iljin (1883-1954), den der Präsident häufig zitiere. „Iwan Iljin ist im 20. Jahrhundert wohl der radikalste Vordenker des russischen Neoimperialismus gewesen“. Dieser sieht die Demokratie als Fesseln, von denen sich das Volk befreien müsse.

Auch andere Aussagen des Philosophen seien von einem tiefen Chauvinismus geprägt. Putin beruft sich bei zahlreichen öffentlichen Auftritten auf Iljin und begründet mit dessen Philosophie die Bekämpfung des Selbstständigkeitsdrangs der Ukraine und anderer ehemaliger Sowjet-Republiken, da diese von feindlichen Kräften missbraucht werden würden, um Russland zu schaden.

Kriege zum Ruhme Russlands

Der Ukraine-Krieg begann nicht erst vor drei Monaten, sondern bereits Ende Februar 2014. Dabei ging es ukrainische Halbinsel Krim. Putin berief sich damals darauf, das die Krim angeblich immer schon ein Teil Russlands gewesen wäre, dabei war sie es bis 1954 nur 170 Jahre lang.

Er verdrängte dabei, das der damalige Parteichef Nikita Chruschtschow im Mai 1954 die Krim der ukrainischen Sowjetrepublik anschloss. Dies wurde bei den Feier zum 300. Jahrestag des Vertrags von Perejaslaw, mit dem 1654 die angeblich engen Bande zwischen Russland und der Ukraine, vollzogen.

Die Krim spielte allerdings geopolitisch schon immer eine wichtige Rolle für Russland und war nicht nur irgendein unbedeutendes Gebiet im Süden Russlands. Vielmehr war die Gegend immer schon ein wichtiger Zugang zum Schwarzen Meer und damit zur Kontrolle der ganzen Region.

Trotzdem wurde immer schon versucht, denn Einfluss Russlands auf dieses Gebiet zu sichern. Putin hat die Übereignung der Krim an die Ukraine nie überwunden und will die Halbinsel, wie außerdem viele weitere abtrünnige ehemalige Sowjet-Republiken, wieder eng ans Mutterland Russland binden – notfalls auch mit Gewalt.

Putins Fünf-Punkte-Plan zur Übernahme der Ukraine

Aus Putins Sicht erscheint es daher nur logisch, die Ukraine wieder „Heim ins Reich“ zu holen, wie es schon so unsäglich bei den Nazis hieß. Dabei ist dem Kreml-Despoten jedes Mittel recht.

Putins Generäle träumten von einem „Blitzkrieg“ und wollten die Ukraine in nur wenigen Tagen erobern, eine Marionettenregierung einzusetzen und rechtzeitig zum 9. Mai, zur Erinnerung an Sieg gegen das faschistische Nazi-Deutschland am 9. Mai, am „Tag der nationalen Feier – Siegesfeiertag“ feiern.

Das ging gründlich schief, inzwischen zieht sich der Krieg schon über drei Monate hin und ein Sieg Russlands scheint in weite Ferne gerückt zu sein. Nach monatelangen Kämpfen und zunehmendem, ungeplantem Widerstand der Ukraine musste Putin einen neuen Plan zur „Entmilitarisierung“ der Ukraine mit neuen Schwerpunkten auflegen, berichtet der „Express“.

Putins wichtigsten Maßnahmen in der Ukraine

Der ursprüngliche Plan des russischen Präsidenten sah vier Hauptmaßnahmen vor: Die Truppen sollten sich auf die Einnahme von Kiew konzentrieren, während die Angriffe auf Charkiw, Mariupol und Cherson unterstützt werden sollten.

Allerdings scheint dieses Ziel für Putin schwieriger zu erreichen zu sein als erwartet, da russische Beamte Anfang April ihren Rückzug aus der ukrainischen Hauptstadt ankündigten. Offiziellen Angaben zufolge soll dieser Rückzug die erneute Konzentration auf die „vollständige Befreiung“ des Donbass, der ostukrainischen Regionen Donezk und Luhansk, unterstützen, wo russische Stellvertreterkräfte das Gebiet seit 2014 halten.

Der Leiter des russischen Rates für internationale Angelegenheiten, Andrej Kortunow, sagte der „BBC“: „Putin braucht einen Sieg… zumindest braucht er etwas, das er seiner Wählerschaft zu Hause als Sieg präsentieren kann.“

Wie sieht der neue Fünf-Punkte-Plan Russlands aus?

Nach Angaben des Institute for the Study of War (ISW), das die Invasion genau beobachtet, sollen die russischen Streitkräfte einen neuen Angriffsplan haben.

Der Plan sieht Folgendes vor:

Wichtigstes Ziel: – Eroberung der Ostukraine / Danach: Einkreisung der ukrainischen Truppen im Kessel zwischen Izyum und Donezk und dem Gebiet Luhansk
Eroberung 1 – Mariupol
Eroberung 2 – Charkiw
Eroberung 3 – Cherson
Eroberung 4 – Sumy und Nord-Ost-Ukraine

Mariupol

Abgesehen davon, dass Russland sich auf die Einnahme des Donbass konzentriert, versucht Moskau, den Widerstand zu brechen, indem es sich verstärkt auf die Einkreisung der ukrainischen Streitkräfte im Gebiet zwischen Izyum und Donezk sowie im Gebiet Luhansk konzentriert. Bislang waren die ukrainischen Streitkräfte Berichten zufolge bei ihrer Verteidigung in diesem Gebiet erfolgreich.

Der stellvertretende Chef des ukrainischen Generalstabs, Oleksiy Gromov, erklärte, dass die russischen Streitkräfte stattdessen zur Verteidigung und Abschreckung in der Gegend um Izyum aktiv geworden seien. Es wird auch angenommen, dass die russischen Streitkräfte einen neuen Vorstoß in Richtung Bakhmut vorbereiten, da ihre Angriffe auf die Stadt Donezk weiterhin erfolglos bleiben.

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Die zweite Maßnahme ist die Einnahme von Mariupol und die Reduzierung der ukrainischen Verteidigung. Die russischen Streitkräfte haben Bodenangriffe rund um das Azovstal-Stahlwerk durchgeführt und wurden dabei von einer Reihe von Luft- und Artillerieangriffen unterstützt.

Das ISW berichtet: „Der Berater des Bürgermeisters von Mariupol, Petro Andrjuschtschenko, behauptete, dass die russischen Behörden diejenigen, die bei Filtrationsmaßnahmen in Mariupol als „verdächtig“ eingestuft werden, in ein Internierungslager in Oleniwka im Gebiet Donezk abschieben.“

Andrjuschtschenko soll die Einrichtung mit einem „Konzentrationslager“ verglichen haben und beschrieb, dass die Gefangenen „Überbelegung, grausame Bedingungen, Massenverhöre und erzwungenes Verschwinden“ erleiden.

Charkiw

Zur Einnahme der Stadt Charkiw, dem zweiten Ziel Russlands, halten die russischen Streitkräfte Berichten zufolge eine Position am Stadtrand von Charkiw aufrecht, wobei sie sich vor allem darauf konzentrieren, ukrainische Gegenangriffe zu verhindern.

Das Verteidigungsministerium twitterte am Donnerstag ein Update, in dem es hieß: „Die ukrainischen Streitkräfte setzen ihren Gegenangriff nördlich von Charkiw fort und erobern mehrere Städte und Dörfer in Richtung der russischen Grenze zurück. „Russlands Priorisierung der Operationen im Donbass hat dazu geführt, dass die im Gebiet Charkiw stationierten Einheiten den mobilen und hochmotivierten ukrainischen Gegenangriffskräften schutzlos ausgeliefert sind.“

Sobald sich die russischen Streitkräfte nach ihrem gemeldeten Rückzug in die Verteidigungsstellung um die Stadt herum wieder formiert haben, werden sie sich nach Angaben des Verteidigungsministeriums wahrscheinlich auf das Ostufer des Flusses Siverskyi Donets verlagern.

Von hier aus werden sie wahrscheinlich „eine Blockadeeinheit bilden, um die westliche Flanke der russischen Hauptstreitkräftekonzentration und die Hauptnachschubwege für Operationen in der Umgebung von Izium zu schützen“.

Das Verteidigungsministerium fuhr fort: „Der Rückzug der russischen Streitkräfte aus dem Gebiet Charkiw ist eine stillschweigende Anerkennung der Unfähigkeit Russlands, wichtige ukrainische Städte einzunehmen, in denen es mit begrenztem Widerstand gerechnet hat.“

Cherson

Nachdem die russischen Streitkräfte bereits Cherson eingenommen haben, nehmen sie hier in ihrem dritten Einsatz eher eine Verteidigungsposition ein. Cherson war eine der ersten großen Städte in der Ukraine, die in die Hände Russlands fielen. Seit der Eroberung der Stadt im März hat Russland bisher den gewählten Bürgermeister abgesetzt und durch eine prorussische Verwaltung ersetzt.

Ukrainische Fernsehprogramme wurden blockiert, und die neue Regierung versucht auch, die ukrainische Währung abzuschaffen und stattdessen den russischen Rubel einzuführen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Zelenskij hat die Bewohner gewarnt, dass Russland ein Referendum in der Region abhalten will, um zu entscheiden, ob sie wie der Donbas eine „Volksrepublik“ werden soll. Kirill Stremousov, stellvertretender Leiter der von Moskau installierten Verwaltung von Cherson, bestätigte dies angeblich: „Es wird einen Antrag geben, die Region Cherson zu einem vollständigen Subjekt der Russischen Föderation zu machen.

Sumy und Nord-Ost-Ukraine

Russlands viertes Angriffsziel in Sumy und der Nordostukraine soll das Ziel haben, Kampftruppen abzuziehen, um sie in der Ostukraine neu einzusetzen. Dadurch würde die Zahl der Truppen im Süden erhöht, um eine stärkere Truppe gegen den unerschütterlichen ukrainischen Widerstand aufzubauen.

Die Mods gehen jedoch davon aus, dass Russland unter den derzeitigen Bedingungen sein Vormarschtempo in den nächsten 30 Tagen wahrscheinlich nicht dramatisch beschleunigen wird. Am 15. Mai twitterte sie: „Russlands Donbas-Offensive hat an Schwung verloren und liegt deutlich hinter dem Zeitplan zurück. Trotz anfänglicher kleinerer Vorstöße ist es Russland im vergangenen Monat nicht gelungen, wesentliche Gebietsgewinne zu erzielen, während es gleichzeitig konstant hohe Zermürbungsraten zu verzeichnen hatte.

„Russland hat jetzt wahrscheinlich ein Drittel der im Februar eingesetzten Bodentruppen verloren. „Die russischen Streitkräfte werden zunehmend durch schwächere Fähigkeiten, eine anhaltend niedrige Moral und eine geringere Kampfkraft eingeschränkt. „Viele dieser Fähigkeiten können nicht schnell ersetzt oder wiederhergestellt werden und werden wahrscheinlich weiterhin die russischen Operationen in der Ukraine behindern.

Ukrainische Regierung bestehe aus „Faschisten“, behauptet Putin

Putin unterstellte der demokratisch gewählten Regierung der Ukraine, unter der Herrschaft des jüdischen Präsidenten, sie sei ein Faschistisches Regime und Russland würde die unterjochten Bewohner befreien. Doch wenig verwunderlich, die russischen Truppen wurden als Invasoren empfunden und die Ukrainer verzichteten gerne auf eine „Befreiung“ durch den Despoten.

Statt sich als edle Befreier zu präsentieren, verwüsteten russische Truppen das Land, vergewaltigten Frauen und Kinder und töten rücksichtslos zahlreiche Menschen, darunter viele Zivilisten. Außerdem rissen sich die schlecht versorgten Soldaten Hab und Gut der Ukrainer unter den Nagel und zerstörten systematisch zivile Gebäude und die Nahrungsproduktion des Landes. Sie klauten unter anderem Traktoren und Waschmaschinen und verminten nicht nur die Felder. Sehen so Befreier aus?

Seit dem Einmarsch der Russen am 24. Februar haben sie zivile Viertel zerstört, die öffentliche Infrastruktur zerschlagen und Gefangene gefoltert und hingerichtet. Außerdem haben sie landwirtschaftliche Geräte gestohlen, Lebensmittellager beschossen und Tausende von Tonnen Getreide gestohlen.

Es handelt sich um ein systematisches und geplantes Vorgehen, das im Süden des Landes, wo ich in den letzten zwei Monaten viel Zeit verbracht habe, am deutlichsten wird. Sowohl in der Oblast Cherson als auch in der Oblast Saporischschja haben die Landwirte mehrere Diebstähle gemeldet. Im Chersoner Dorf Mala Lepetykha sollen russische Soldaten 1.500 Tonnen Getreide aus den Lagern gestohlen haben, die sie dann auf die Krim fuhren.

„Es ist ganz einfach“, sagt Andrey Stavnitser, Miteigentümer und Geschäftsführer der ukrainischen Hafenbetriebsgesellschaft TransInvestService. „Sie stehlen Getreide in den Gebieten, in die sie eingedrungen sind – Mariupol, Kherson Melitopol und so weiter -, das sie dann auf die Krim bringen, auf Schiffe verladen, die russisches Getreide vorgeben, und dann verkaufen.

Wenn man das Getreide nicht kennzeichnet, ist es unmöglich festzustellen, woher es kommt, vor allem, wenn sie es mit Krim- und russischem Getreide mischen. Das berichtet „Unherd“ Dieses rücksichtslose Vorgehen führte weltweit zu einer Explosion der Lebensmittelpreise, worunter besonders der arme Teil Welt-Bevölkerung leidet und hungert.

Durch die Besetzung wichtiger Häfen und der Zerstörung der Infrastruktur schnitt Putin die Ukraine von ihren Lebensadern ab. Selbst vorhandene Güter konnten nicht mehr exportiert werden. Mit der Folge: Ganze Lieferketten brachen zusammen.

Während die Welt russisches Öl kauft und seinen Krieg finanziert, kaufen viele Länder auch sein Getreide, von dem ein Teil mit Sicherheit aus der Ukraine gestohlen wurde. Seit März hat Moskau neue Verträge mit Ägypten, der Türkei, Syrien, dem Iran, Libanon und Libyen geschlossen. „Es ist völlig inakzeptabel, dass irgendjemand Getreide von Russland kaufen kann, denn damit wird der Krieg angeheizt“, sagt Stavnitser. „Man kann nicht gegen den Krieg protestieren und dann Dinge tun, die den Krieg nur verlängern“.

Die nächsten Wochen werden sich wahrscheinlich als kritisch erweisen. Wie Stavnitser abschließend feststellt: „Wir alle hoffen, dass es der UNO gelingt, mit Russland einen humanitären Korridor für Getreide auszuhandeln, und wenn dies geschieht, werden wir schnell mit der Ausfuhr der letztjährigen Ernte beginnen und auch in der Lage sein, in wenigen Wochen mit der Ausfuhr der neuen Ernte zu beginnen.

Wenn das nicht geschieht, werden wir auf den Schienen- und Straßenverkehr und einige kleinere Häfen angewiesen sein und können nur etwa 1,2 bis 1,5 Millionen Tonnen exportieren [statt 5-6 Millionen]. Wenn das passiert, werden viele Länder – vor allem in Afrika – mit einer schweren und dringenden Nahrungsmittelkrise konfrontiert sei

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Quellen: Express