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Schulze nach Annäherung bei Getreideexport noch skeptisch

Der Hunger weltweit steigt. Laut UN gibt es nun einen Durchbruch bei den Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine um Getreideexporte. Aber Entwicklungsministerin Schulze ist skeptisch.

Kann bald wieder Getreide aus der Ukraine exportiert werden? Svenja Schulze ist skeptisch.
Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Nach der Annäherung im Streit über Getreideexporte aus der Ukraine hat Entwicklungsministerin Svenja Schulze vor zu großem Optimismus gewarnt.

«Eine Einigung auf sichere Transportmöglichkeiten von Getreide aus der Ukraine über den Seeweg wäre eine Erleichterung für die hungernden Menschen weltweit», sagte die SPD-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Jede Tonne Getreide, die zusätzlich rauskomme und auf dem Weltmarkt zur Verfügung stehe, helfe. «Aber die Erfahrung mit Putin zeigt, dass man sich darauf nicht verlassen sollte.»

UN: Erster Durchbruch bei russischer Seeblockade

International vermittelte Gespräche über eine Beendigung der russischen Seeblockade im Schwarzen Meer haben nach UN-Angaben einen ersten Durchbruch gebracht. Bei den Gesprächen zwischen Vertretern der Vereinten Nationen, der Ukraine, Russlands und der Türkei in Istanbul sei ein «entscheidender Schritt» in Richtung einer Lösung vorgenommen worden, sagte UN-Generalsekretär António Guterres am Mittwoch.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zeigte sich daraufhin optimistisch, dass sein Land bald wieder Getreide exportieren kann. Die Ukraine war vor dem russischen Angriffskrieg einer der größten Getreideexporteure weltweit.

Der stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Johann Wadephul sieht die positiven Signale aus Istanbul als «kleinen Lichtblick im Verlauf dieses grausamen Krieges». «Wenn Russland sich an mögliche Abmachungen hält und tatsächlich einen begrenzten Export von Weizen ermöglicht, dann kann dies der lange ersehnte Einstieg in substanzielle Diskussionen auch zu anderen wichtigen Themen wie einem Waffenstillstand sein», sagte er dem RND. «Putin braucht einen gesichtswahrenden Ausstieg, weil die Verluste auf russischer Seite groß sind.» Allerdings bleibe «größte Vorsicht» geboten, da sich Russland schon an anderer Stelle, etwa bei der Gewährung humanitärer Korridore, nicht an Abmachungen gehalten habe.

dpa