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Steinmeier: König Charles will nach Deutschland kommen

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat bereits vor einigen Tagen mit dem neuen britischen König, Charles III., gesprochen. Dieser wolle sich demnach bemühen, bald nach Deutschland zu kommen.

König Charles III. und Prinzessin Anne folgen dem Sarg von Königin Elizabeth II. während der feierlichen Prozession auf den Straßen Londons.
Foto: Tim Goode/PA Wire/dpa

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier rechnet in nicht allzu ferner Zukunft mit einem Besuch des neuen britischen Königs Charles III. in Deutschland. Charles habe ihm am Sonntag gesagt, er wolle sich bemühen, bald zu kommen, sagte Steinmeier am Montag im ZDF.

Zwar habe Charles nun zunächst Pflichten gegenüber den Commonwealth-Ländern. «Aber ich bin zuversichtlich, dass er nicht nur interessiert an Deutschland bleibt, sondern dieses Interesse auch durch einen Besuch unterstreichen wird.»

Steinmeier sagte in London in dem ZDF-Interview: «Als wir letzte Woche miteinander telefonierten und ich die Anteilnahme der Deutschen übermittelt habe nach dem Tod seiner Mutter, habe ich auf seine vielen Deutschlandbesuche hingewiesen und natürlich auch gesagt, dass wir ihn gerne auch in seiner neuen Funktion (…) in Deutschland sehen würden.

Er hat gestern Abend, als wir uns beim Empfang trafen, sofort darauf Bezug genommen und gesagt, er werde sich bemühen zu kommen.» Charles sei schon 30 mal in Deutschland gewesen, kenne das Land gut und spreche auch Deutsch. Es werde oft unterschätzt, wie sehr er sich um das deutsch-britische Verhältnis verdient gemacht habe, so Steinmeiner weiter.

Steinmeier beeindruckt von Trauerfeier

Steinmeier zeigte sich beeindruckt von der Trauerfeier für Königin Elizabeth II. in der Westminster Abbey. «Ich habe den Eindruck, es war genau das, was die Menschen sich gewünscht haben.» Auf seine persönlichen Erfahrungen mit der Queen angesprochen, sagte Steinmeier, sie sei «wesentlich weniger steif» gewesen als er das anfangs gedacht habe. Man habe ganz locker mit ihr reden können. Zudem sei sie außerordentlich interessiert an Deutschland gewesen.

Steinmeier erinnerte an den ersten Staatsbesuch der Queen in der Bundesrepublik 1965, als die Wunden des Krieges in Großbritannien natürlich noch nicht verheilt gewesen seien. Die Queen habe hier eine ganz wichtige Rolle bei der Versöhnung der beiden ehemaligen Kriegsgegner gespielt. «Es gab auch immer noch Skeptiker, die 1965 während dieses Staatsbesuches der Meinung waren, das käme eigentlich zu früh», sagte Steinmeier.

Nach Trauerfeier: Royale Gäste mussten auf Bus warten

Bei der Trauerfeier für die britische Königin Elizabeth II. mussten am Montag nicht nur die vielen Schaulustigen entlang der Prozessionsrouten in London Geduld haben. Auch royale Trauergäste mussten sich zumindest einige Minuten gedulden, bis sie nach dem Gottesdienst von ihren Bussen abgeholt wurden.

Wie auf Fotos zu sehen war, warteten unter anderen der niederländische König Willem-Alexander mit seiner Frau Königin Máxima und seiner Mutter, der früheren Königin Beatrix, nach dem Gottesdienst vor der Westminster Abbey auf ihre Mitfahrgelegenheit.

Auch König Felipe VI. von Spanien mit seiner Frau Königin Letizia und das Schwedische Königspaar Carl Gustav XVI. und Königin Silvia mussten ein wenig ausharren.Angesichts der großen Zahl an Staats- und Regierungschefs, Monarchen und Würdenträgern hatte die britische Regierung selbst die höchstrangigen Trauergäste darum gebeten, nicht im eigenen Wagen zur Kirche zu kommen. Zu den wenigen Ausnahmen gehörten US-Präsident Joe Biden und seine Frau Jill.

Etwa 2000 Trauergäste hatten sich in der mehr als 1000 Jahre alten Kirche in der Londoner Innenstadt versammelt, um Abschied von der Queen zu nehmen.

dpa