In ihrem Zimmer starrt die Frau täglich auf die gelbe Tapete und fühlt sich beobachtet. Ihre Fantasien werden immer drängender, während sie Kontakt zu einem Wesen hinter der Tapete sucht.
Theater in München am 09.10.26: Die gelbe Tapete

Ein abgründiger Psycho-Thriller
1892 in den USA: Eine junge Frau leidet nach der Geburt ihres Kindes unter postpartaler Depression. Ihr überfürsorglicher Ehemann ist Arzt und unterzieht sie nach Konsultationen mit Kollegen einer besonderen „Kur“: Aufenthalt auf dem Land, völlige Ruhe, Verbot jeglicher intellektueller Betätigung und Nahrungsaufnahme in großen Mengen. Nur ihrem heimlich geführten Tagebuch kann die Frau ihre Gedanken anvertrauen. Eingesperrt und von der Schwester ihres Gatten überwacht, starrt sie täglich stundenlang auf die gelbe Tapete in ihrem Zimmer. Und je länger sich ihr Blick in deren seltsame Muster verstrickt, desto mehr fühlt sie sich selbst beobachtet. Immer drängender werden ihre Fantasien; und immer größer wird ihre Überzeugung, dass hinter der Tapete etwas Lebendiges wohnt – ein Wesen, das mit ihr Kontakt aufnehmen will!
Mit ihrer 1892 erschienenen Erzählung „Die gelbe Tapete“ schuf Charlotte Perkins Gilman in der Nachfolge von Edgar Allan Poe eine packende, atmosphärisch dichte, vielschichtige Horrorgeschichte.
Ein feministisches Schlüsselwerk: Die Schriftstellerin Charlotte Perkins Gilman (1860 – 1935) war eine der führenden Intellektuellen der amerikanischen Frauenbewegung.
Weitere Texte von Otto Weininger, Rainer Maria Rilke und unbekannten Autor*innen
Aus autobiografischen Motiven entstand eine wegweisende Erzählung, die im englischsprachigen Raum zu einem der an Schulen und Universitäten meistgelesenen und -interpretierten Texte geworden ist.
Mit: Olga Tomkowiak, Korinna Krauss, Leon Sandner
Bearbeitung & Regie: Georg BüttelMusik (Einspielungen & Einstudierung): Thomas UnruhBühne: Thomas BrunerKostüme: Michele LorenziniVideosequenzen: George RosenauLicht & Technik: Philipp KolbDramaturgische Mitarbeit & Regieassistenz: Judith AlkoferMagische Beratung: Gaston FlorinMaskenberatung: Barbara GellermannGraphikdesign: Veronika GerberEine Produktion der Draxl u.a. GbR „Die gelbe Tapet
Theater
15.00-25.00 €
Teamtheater Tankstelle
Teamtheater Tankstelle
Am Einlass 4, 80469, München
Fr. 09.10.26 20:00
Bewertungen
Die Bewertungen für das Theaterstück “Die gelbe Tapete” sind durchweg positiv. Die Hauptdarstellerin wird für ihre beeindruckende Leistung gelobt, die das Publikum über anderthalb Stunden fesselt. Das Stück wird als vielschichtig und faszinierend beschrieben, das historische Missstände beleuchtet und aktuelle Themen anspricht. Die Darsteller werden als überzeugend und intensiv gelobt, besonders die Hauptprotagonistin.
Es wird betont, dass das Stück nicht nur den psychischen Zerfall einer Frau zeigt, sondern auch die Frage nach Deutungshoheit und Selbstbestimmung aufwirft. Es wird darauf hingewiesen, dass auch heute noch medizinisches Wissen und Diagnosekriterien überwiegend an Männern entwickelt werden, was zu Ungleichheiten in der Gesundheitsversorgung führt.
Das Stück wird als intensiver Theaterabend mit feministischer Ebene und starken Darstellern beschrieben. Die Inszenierung, das Bühnenbild und die ergänzenden Texte werden als gelungen und verstärkend für die beklemmende Atmosphäre des Stückes beschrieben. Insgesamt wird “Die gelbe Tapete” als dichtes, kluges und intensives Stück über Wahnsinn, Unterdrückung und den Versuch, aus vorgegebenen Rollen auszubrechen, gelobt.
Die systematische “Vernichtung” der Hauptdarstellerin im Stück wird als beängstigend und eindrucksvoll dargestellt. Es wird hervorgehoben, wie “nett gemeinter” Psychoterror große Auswirkungen haben kann. Die Leistung der Hauptdarstellerin wird als unglaublich bezeichnet.
Diese Veranstaltung wird mit 4,70/5 Sternen bewertet.









