Elisabeth beginnt ihren Plan mit dem Verkauf ihrer Leiche, um ihren Traum zu finanzieren. In Bonn Parks Stück wird sie als Roboter wieder auferstehen.
Theater in München am 14.05.26: Glaube Liebe Roboter

Elisabeth steht vor dem anatomischen Institut und will ihre zukünftige Leiche verkaufen. Die so gewonnenen 150 Mark benötigt sie, um einen Wandergewerbeschein zu erstehen und arbeiten zu können. Mit dieser Szene beginnt Ödön von Horváths Volksstück. Es zeichnet ein rigides System nach, das Elisabeths Pläne scheitern lässt und dem sie nur durch ihren Suizid entkommen kann. Bonn Parks Fortschreibung „Glaube Liebe Roboter“ setzt nach ihrem Freitod ein und lässt sie in einer unbestimmten Zukunft im anatomischen Institut als Roboter wieder auferstehen. Die konzentrierte Arbeitsatmosphäre im Labor, in dem der Präparator und sein Assistent an neuen Wegen für das Überleben der Menschheit forschen, wird nur durch das gelegentliche Eintreten einiger anderer Figuren aus Horváths Stück gestört. In diesen Momenten eröffnet sich ein Blick aus dem friedlichen Institut hinaus auf eine postapokalyptische Außenwelt.
Der Autor und Regisseur Bonn Park untersucht in seiner Stückentwicklung unser derzeitiges Verhältnis zur Zukunft. Täglich erreichen uns bedrohliche Nachrichten von Kriegen, KI und Klimawandel, die ein verzweifeltes Ohnmachtsgefühl erzeugen. Im Gegensatz zu Elisabeth, die angetrieben durch die Hoffnung auf ein anderes Leben bereit ist, ihre Gegenwart zu verändern, lähmen uns unsere gegenwärtigen Visionen der Katastrophe. Wie können wir uns eine Zukunft vorstellen, die weder einem naiven Fortschrittsglauben anheimfällt, noch in einer unausweichlichen Dystopie endet?
Regie: Bonn Park
Bühne: Daniela Zorrozua
Kostüme: Laura Kirst
Musik: Ben Roessler
Lichtdesign: David Jäkel
Dramaturgie: Nicholas Zöckler
Regieassistenz: Rebecca Fischer
Bühnenbildassistenz: Ellen Schäfer
Kostümassistenz: Frank Salewski
Musikassistenz: Sophia Niehl
Besetzung
Oberpräparator: Steffen Link
Präparator, noch ein Schupo: Lorenz Hochhuth
Vizepräparator: Dagobert Jäger
Elisabeth: Henriette Nagel
Schupo Alfons Klostermeyer: Max Poerting
Herr Amtsgerichtsrat, Radio: Liv Stapelfeldt
Amtsperson, Postbote, Sittenpolizist: Genet Zegay
Theater
15.00-43.00 €
Münchner Volkstheater GmbH
Münchner Volkstheater
Tumblingerstraße 29, 80337, München
Do. 14.05.26 19:30
Bewertungen
Das Volkstheater, in dem die Veranstaltungen stattfinden, wird von den Besuchern hoch gelobt. Es wird als ein Ort beschrieben, der sowohl Theaterstücke mit viel Tiefgang und Melancholie als auch mit Pop-Ästhetik und Technik präsentiert. Die Inszenierungen werden als emotional packend und bildgewaltig beschrieben, die kluge Fragen zur Zukunft stellen. Trotz der technischen Kälte bleibt das Stück fesselnd und regt zum Nachdenken an. Die Besucher loben die schauspielerische Leistung und freuen sich auf zukünftige Veranstaltungen im Volkstheater. Insgesamt wird das Volkstheater mit 4,68/5 Sternen bewertet.









