Elisabeth verkauft ihre Leiche, um zu überleben. Doch ihr Schicksal nimmt eine unerwartete Wendung in Bonn Parks „Glaube Liebe Roboter“.
Theater in München am 14.06.26: Glaube Liebe Roboter

2 Stunden, keine Pause
Uraufführung
Premiere am 25. September 2025
Elisabeth steht vor dem anatomischen Institut und will ihre zukünftige Leiche verkaufen. Die so gewonnenen 150 Mark benötigt sie, um einen Wandergewerbeschein zu erstehen und arbeiten zu können. Mit dieser Szene beginnt Ödön von Horváths Volksstück. Es zeichnet ein rigides System nach, das Elisabeths Pläne scheitern lässt und dem sie nur durch ihren Suizid entkommen kann. Bonn Parks Fortschreibung „Glaube Liebe Roboter“ setzt nach ihrem Freitod ein und lässt sie in einer unbestimmten Zukunft im anatomischen Institut als Roboter wieder auferstehen. Die konzentrierte Arbeitsatmosphäre im Labor, in dem der Präparator und sein Assistent an neuen Wegen für das Überleben der Menschheit forschen, wird nur durch das gelegentliche Eintreten einiger anderer Figuren aus Horváths Stück gestört. In diesen Momenten eröffnet sich ein Blick aus dem friedlichen Institut hinaus auf eine postapokalyptische Außenwelt.
Der Autor und Regisseur Bonn Park untersucht in seiner Stückentwicklung unser derzeitiges Verhältnis zur Zukunft. Täglich erreichen uns bedrohliche Nachrichten von Kriegen, KI und Klimawandel, die ein verzweifeltes Ohnmachtsgefühl erzeugen. Im Gegensatz zu Elisabeth, die angetrieben durch die Hoffnung auf ein anderes Leben bereit ist, ihre Gegenwart zu verändern, lähmen uns unsere gegenwärtigen Visionen der Katastrophe. Wie können wir uns eine Zukunft vorstellen, die weder einem naiven Fortschrittsglauben anheimfällt, noch in einer unausweichlichen Dystopie endet?
Regie: Bonn Park
Bühne: Daniela Zorrozua
Kostüme: Laura Kirst
Musik: Ben Roessler
Lichtdesign: David Jäkel
Dramaturgie: Nicholas Zöckler
Regieassistenz: Rebecca Fischer
Bühnenbildassistenz: Ellen Schäfer
Kostümassistenz: Frank Salewski
Musikassistenz: Sophia Niehl
Besetzung
Oberpräparator: Steffen Link
Präparator, noch ein Schupo: Lorenz Hochhuth
Vizepräparator: Dagobert Jäger
Elisabeth: Henriette Nagel
Schupo Alfons Klostermeyer: Max Poerting
Herr Amtsgerichtsrat, Radio: Liv Stapelfeldt
Amtsperson, Postbote, Sittenpolizist: Genet Zegay
Theater
15.00-43.00 €
Münchner Volkstheater GmbH
Münchner Volkstheater
Tumblingerstraße 29, 80337, München
So. 14.06.26 19:30
Bewertungen
Die Venue wird insgesamt sehr positiv bewertet, mit einer Gesamtbewertung von 4,70/5 Sternen. Die Theaterinszenierungen werden als tiefgründig, emotional packend und sehenswert beschrieben. Die Mischung aus Melancholie und Pop-Ästhetik sowie die kargen Stilmittel der Inszenierungen werden gelobt. Es wird betont, dass die Qualität und Spannung der Aufführungen selten zu sehen sind. Die Venue bietet ein bildgewaltiges Highlight, das klassische Stücke mutig und skeptisch neu interpretiert.
Die Bühnenbilder werden als besonders eindrücklich beschrieben, wobei düstere Szenarien und retro-futuristische Sci-Fi-Szenarien hervorgehoben werden. Die Schauspieler werden für ihre hervorragenden Leistungen gelobt, obwohl die Darstellung manchmal ein wenig unrealistisch wirkt. Trotz technischer Kälte bleibt die Inszenierung emotional packend und stellt kluge Fragen nach der Zukunft.
Die Venue bietet Abwechslung und eine gute Darstellung von hierarchischen Machtstrukturen und Unterdrückung. Die Inszenierungen zeichnen ein realistisches Bild von Macht und Unterdrückung vor 100 Jahren, wobei vor allem junge Frauen und Männer im Fokus stehen. Die Darstellung der Regie und der jungen SchauspielerInnen wird als gut gelungen beschrieben.









