„Appropriate“ ist ein zeitgenössisches Familiendrama, das die Konflikte und Erbschaftsfragen einer Familie aufdeckt. Branden Jacobs-Jenkins‘ Stück wirft einen schonungslosen Blick auf Rassismus in den USA.
Theater in München am 16.06.26: Appropriate (Was sich gehört)

2 Stunden 10 Minuten, keine Pause
Premiere am 31. Oktober 2025
Arkansas, im Jahr 2011. Drei Geschwister kommen im Anwesen ihres kürzlich verstorbenen Vaters zusammen: Toni, die den Vater pflichtbewusst gepflegt hat; Bo, Yale-Absolvent und Jurist, der inzwischen mit seiner Familie in New York lebt; und Frank, dessen Drogen- und Alkoholeskapaden die Familie seit jeher belasten. Das Haus soll bereits am nächsten Tag versteigert werden, und die Aussicht auf das Erbe spitzt die alten Konflikte zwischen den dreien weiter zu. Da taucht im Haus plötzlich ein Fotoalbum auf, bis obenhin gefüllt mit Bildern von Lynchmorden an nicht-weißen Menschen und anderen rassistischen Gewalttaten. Es wirft ein neues Licht auf die politische Haltung ihres Vaters und zwingt die Geschwister, sich nun auch mit seinem ideologischen Erbe auseinanderzusetzen.
Branden Jacobs-Jenkins, amerikanischer Dramatiker, MacArthur-Stipendiat und diesjähriger Pulitzer-Preisträger in der Kategorie Theater, zählt zu den bedeutendsten Stimmen des zeitgenössischen US-Theaters. Seit seinem Debüt „Neighbors“ (2010) hat er zahlreiche Stücke veröffentlicht, die unter anderem am Broadway uraufgeführt wurden. Im Zentrum seines Schaffens steht eine gleichermaßen produktive wie provokante Auseinandersetzung mit Fragen nach Herkunft, Klasse und Identität. Mit „Appropriate“ eignet sich Jacobs-Jenkins das tradierte Genre des amerikanischen Familiendramas subversiv an und wirft dabei einen schonungslosen Blick auf den historischen wie gegenwärtigen Rassismus in den USA.
Regie: Christian Stückl
Bühne und Kostüme: Stefan Hageneier
Musik: Tom Zimmer
Video: Max Bloching
Lichtdesign: Anton Burgstaller
Dramaturgie: Anouk Kesou
Regieassistenz: Noah Solleder, Camilo Störmann
Bühnenbildassistenz: Felix Lindner
Kostümassistenz: Ines Grassmann
Besetzung
Antoinette ‚Toni‘ Lafayette: Lola Dockhorn
Rhys Thurston: Lasse Stadelmann
Beauregarde ‚Bo‘ Lafayette: Pascal Fligg
Rachael Lafayette-Kramer: Carolin Hartmann
Cassidy ‚Cassie‘ Lafayette-Kramer: Gio Yoo
Francois ‚Franz/Frank‘ Lafayette: Jawad Rajpoot
River Rayner: Marlene Markt
Hinweise zur Inszenierung
- In dieser Inszenierung kommt Schwarzer Rassismus, Antisemitismus und rassistische Gewalt gegen Schwarze vor
- Auf der Bühne kommt es zum Einsatz von Zigaretten, Kräuterzigaretten und Räucherstäbchen
Theater
15.00-43.00 €
Münchner Volkstheater GmbH
Münchner Volkstheater
Tumblingerstraße 29, 80337, München
Di. 16.06.26 19:30
Bewertungen
Das Theater wird als ein Ort mit beeindruckenden Inszenierungen und tiefgründigen Stücken beschrieben. Die Bühnenbilder sind düster und fesselnd, die Schauspieler spielen hervorragend, auch wenn die Geschichte manchmal etwas unglaubwürdig erscheint. Dennoch wird die Qualität und Spannung der Aufführungen gelobt.
Die Theaterinszenierungen werden als Zukunftsvisionen mit viel Tiefgang beschrieben, die Fragen nach Moral und Kontrollverlust aufwerfen. Trotz technischer Kälte bleibt die emotionale Tiefe der Stücke erhalten und die Inszenierungen sind sehenswert.
Die Aufführungen im Theater werden als eindrucksvoll und realistisch beschrieben, die Problematik von Machtstrukturen und Unterdrückung wird gut dargestellt. Sowohl die Regie als auch die jungen Schauspieler werden gelobt für ihre Darstellung.
Das Theater erhält insgesamt eine Bewertung von 4,70/5 Sternen.









