Walburga Stromminger wird als Geierwally bekannt und trotzt allen Erwartungen, um ihr eigenes Leben zu führen. Trotz gesellschaftlichem Druck bleibt sie stark und kämpft für ihre Selbstbestimmung.
Theater in München am 16.10.26: DIE GEIERWALLY

Walburga Stromminger ist schon früh für das bekannt, was sich nicht einmal die gleichaltrigen Jungs trauen. Vor aller Augen nimmt sie an einer Felswand ein Geiernest aus und wird so, ganz zum Stolz ihres Vaters, zum stärksten Mädchen weit und breit. Und mit dem Geier, der ihr fortan nicht mehr von der Seite weicht, bekommt sie auch ihren Spitznamen: Geierwally.
Jahre später – aus dem furchtlosen Mädchen ist längst eine junge Frau geworden – entscheidet ihr Vater nun, wen sie heiraten soll: den Gellner-Vinzenz vom reichen Nachbarshof. Doch Wally, die sich ohnehin bereits in den Bärenjoseph verguckt hat, denkt gar nicht daran, sich dem Willen ihres Vaters zu beugen. Sie will selbst entscheiden, wie und vor allem mit wem sie ihr Leben verbringt. Diese Weigerung hat schwere Folgen: Ihr Vater verbannt sie und schickt sie weit weg auf eine Hochalm. Doch auch dort lässt Wally sich nicht brechen. In den Bergen, auf sich allein gestellt, nur mit dem Geier an ihrer Seite, wächst sie über sich hinaus, wird autonomer denn je. Als sie in ihre Heimat zurückkehrt, muss sie erkennen, dass es keinen Platz mehr für sie gibt. Denn dort werden weder Abweichung noch Ungehorsam geduldet.
Wilhelmine von Hillerns vielfach adaptierter Erfolgsroman erzählt von radikaler Selbstbestimmung, von sozialer Gewalt und von einer Frau, die sich um keinen Preis besitzen lassen will. Die Regisseurin Julia Prechsl, bekannt für ihre modernen Lesarten volkstümlicher Erzählungen, bearbeitet den Stoff für die Bühne und legt frei, was an dieser widerspenstigen Heldin bis heute unbequem und exemplarisch bleibt.
Theater
15.00-43.00 €
Münchner Volkstheater GmbH
Münchner Volkstheater
Tumblingerstraße 29, 80337, München
Fr. 16.10.26 19:30
Bewertungen
Die Venue erhält eine Bewertung von 4,55/5 Sternen und hat eine Vielzahl von Veranstaltungen zu bieten. Besucher loben die beeindruckenden Inszenierungen und das talentierte Ensemble, das die Charaktere mit Tiefe und Leidenschaft verkörpert. Die Spielfreude auf der Bühne wird als ansteckend beschrieben. Zudem wird die gute Sicht von den Plätzen in der 5. Reihe hervorgehoben.
Ein Stück in der Venue, „Offene Wunde“, wird besonders für die eindringliche Darstellung der Opfer und ihrer Angehörigen gelobt. Das persönliche Erleben des Geschehens vom 22.7.2016 wird betont und ein Nachgespräch mit engagierten Eltern der getöteten Jugendlichen erwähnt. Die Anerkennung der Tat als rassistisch motiviert wird als wichtig angesehen.
Weitere Inszenierungen wie „Der blinde Passagier“ und „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ werden als beeindruckend und aktuell beschrieben. Letzteres Stück greift sogar aktuelle politische Themen auf und wird als sehenswert empfohlen.









