Das Drama „Der blinde Passagier“ thematisiert Moral und Zivilcourage in Zeiten des Faschismus. Premiere am 21. Mai 2026.
Theater in München am 21.05.26: Der blinde Passagier PREMIERE

Premiere am 21. Mai 2026
1938. Ein dänisches Paketboot liegt vor der deutschen Küste bereit zur Abreise in die Heimat. An Bord befinden sich Kapitän Petersen, seine Kinder Carl und Nina sowie Steuermann Jörgen, Ninas Verlobter. Am frühen Morgen hat Carl einen Mann aus dem kalten Wasser gezogen und ihm so das Leben gerettet. Der fremde Mann heißt Fritz Hartmann und wird als jüdischer Arzt von den Nationalsozialisten verfolgt. Er braucht Hilfe und hofft auf einen Weg über die Grenze. Ohne zu zögern versteckt Carl ihn unter Deck. Doch lange bleibt der blinde Passagier an Bord des kleinen Schiffs nicht unentdeckt und das eben noch sichere Versteck wird zunehmend zur Gefahr. Denn auch wenn Carl und Nina dem Mann in Not über die deutsche Grenze helfen wollen, möchte vor allem Jörgen kein Risiko eingehen. Die Situation spaltet die vierköpfige Crew und drängt sie in eine moralische Zerreißprobe, deren Ausgang womöglich über Leben und Tod entscheidet.
„Der blinde Passagier“ ist eines von insgesamt drei Theaterstücken aus dem erst kürzlich veröffentlichten Nachlass der österreichischen Schriftstellerin Maria Lazar. 1938 / 1939 im dänischen Exil entstanden, zu einer Zeit also, in der Lazar selbst aufgrund ihrer jüdischen Herkunft verfolgt wurde, fragt die Autorin in diesem Stück in aller Schärfe und mit viel Präzision nach Menschlichkeit und gesellschaftlicher Verantwortung im Angesicht faschistischer (Un-)Rechtssysteme. Denn: Halten Werte stand, auch wenn sie das eigene Wohl bedrohen? Und wie viel ist man tatsächlich bereit, für einen Fremden zu riskieren? Ein dichtes und poetisches Drama über Zivilcourage und Zusammenhalt, das von erschütternder Aktualität ist.
Regie: Adrian Figueroa
Bühne: Irina Schicketanz
Kostüme: Malena Modéer
Musik: Ketan Bhatti
Video: Benjamin Krieg
Mitarbeit Video: Elena Tilli
Lichtdesign: Anja Sekulic
Dramaturgie: Anouk Kesou
Regieassistenz: Yuan Yi Danneil, Rebecca Fischer
Bühnenbildassistenz: Ines Grassmann
Kostümassistenz: Julie Fritsch
Besetzung
Petersen, Kapitän: Jonathan Müller
Nina, seine Tochter: Lola Dockhorn
Carl, sein Sohn, Leichtmatrose: Cedric Stern
Die Mutter: Carolin Hartmann
Jörgen, Steuermann: Alexandros Koutsoulis
Hartmann, ein Fremder: Silas Breiding
Theater
15.00-43.00 €
Münchner Volkstheater GmbH
Münchner Volkstheater
Tumblingerstraße 29, 80337, München
Do. 21.05.26 19:30
Bewertungen
Das Volkstheater Bonn wird als eine beeindruckende und bildgewaltige Bühne beschrieben, die sowohl klassische Stücke mutig und skeptisch neu denkt, als auch modernere Inszenierungen mit viel Tiefgang präsentiert. Die Mischung aus Melancholie und Pop-Ästhetik sowie die emotional packenden Aufführungen machen das Theater zu einem absolut sehenswerten Highlight.
Die Inszenierungen zeichnen sich durch karge Stilmittel und schlichte Bühnenbilder aus, die den Fokus auf die Darstellung der Problematiken von Macht, Unterdrückung und Hierarchie legen. Sowohl junge Frauen als auch Männer werden realistisch und eindrucksvoll dargestellt, was zu einer gut gelungenen Gesamtdarstellung führt.
Die schauspielerische Leistung wird als sehr gut beschrieben, was zu einem schönen und unterhaltsamen Abend beiträgt. Die Hoffnung auf weitere Veranstaltungen in diesem Theater wird geäußert.
Das Volkstheater Bonn wird insgesamt mit 4,68 von 5 Sternen bewertet.









