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Theater in München am 25.06.26: Der blinde Passagier

Carl hat einen blinden Passagier an Bord versteckt, der vor Verfolgung flieht. Die moralische Zerreißprobe spaltet die Crew und entscheidet über Leben und Tod.

Foto: TwoTickets.de / Unsplash

1938. Ein dänisches Paketboot liegt vor der deutschen Küste bereit zur Abreise in die Heimat. An Bord befinden sich Kapitän Petersen, seine Kinder Carl und Nina sowie Steuermann Jörgen, Ninas Verlobter. Am frühen Morgen hat Carl einen Mann aus dem kalten Wasser gezogen und ihm so das Leben gerettet. Der fremde Mann heißt Fritz Hartmann und wird als jüdischer Arzt von den Nationalsozialisten verfolgt. Er braucht Hilfe und hofft auf einen Weg über die Grenze. Ohne zu zögern versteckt Carl ihn unter Deck. Doch lange bleibt der blinde Passagier an Bord des kleinen Schiffs nicht unentdeckt und das eben noch sichere Versteck wird zunehmend zur Gefahr. Denn auch wenn Carl und Nina dem Mann in Not über die deutsche Grenze helfen wollen, möchte vor allem Jörgen kein Risiko eingehen. Die Situation spaltet die vierköpfige Crew und drängt sie in eine moralische Zerreißprobe, deren Ausgang womöglich über Leben und Tod entscheidet.

„Der blinde Passagier“ ist eines von insgesamt drei Theaterstücken aus dem erst kürzlich veröffentlichten Nachlass der österreichischen Schriftstellerin Maria Lazar. 1938 / 1939 im dänischen Exil entstanden, zu einer Zeit also, in der Lazar selbst aufgrund ihrer jüdischen Herkunft verfolgt wurde, fragt die Autorin in diesem Stück in aller Schärfe und mit viel Präzision nach Menschlichkeit und gesellschaftlicher Verantwortung im Angesicht faschistischer (Un-)Rechtssysteme. Denn: Halten Werte stand, auch wenn sie das eigene Wohl bedrohen? Und wie viel ist man tatsächlich bereit, für einen Fremden zu riskieren? Ein dichtes und poetisches Drama über Widerstand und Zusammenhalt, das von erschütternder Aktualität ist.

1 Stunde 45 Minuten, keine Pause

Premiere am 21. Mai 2026

Hinweise zur Inszenierung:

  • Die Inszenierung thematisiert Suizid und Antisemitismus
  • Einsatz von Stroboskoplicht
  • Einsatz von Zigaretten und Kräuterzigaretten
  • Einsatz von Schussgeräuschen
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Genre:

Theater
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Tickets:

15.00-43.00 €
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Veranstalter:

Münchner Volkstheater GmbH
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Veranstaltungsort:

Münchner Volkstheater
Tumblingerstraße 29, 80337, München
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Termin:

Do. 25.06.26 19:30

Bewertungen

Das Theater wird insgesamt sehr positiv bewertet, mit einer Gesamtbewertung von 4,71/5 Sternen. Die Bühnenbilder sind besonders beeindruckend, wie zum Beispiel der Sumpf mit echtem Wasser bei „Was sich gehört“ oder das düstere Setting mit schwarz-weiß Filmaufnahmen bei „Der blinde Passagier“. Die Schauspieler werden als hervorragend und großartig gelobt, auch wenn es manchmal kleine Ungereimtheiten in der Handlung gibt. Insgesamt wird die Qualität und Spannung der Aufführungen als selten und unbedingt sehenswert beschrieben.

Die Inszenierungen bieten Zukunftsvisionen, Tiefgang und eine Mischung aus Melancholie und Pop-Ästhetik. Besonders hervorgehoben wird die kreative Neuinterpretation von klassischen Stücken, wie bei „Glaube Liebe Roboter“, das Horváths Sozialdrama in ein retro-futuristisches Sci-Fi-Szenario übersetzt. Trotz technischer Kälte bleibt die Aufführung emotional packend und stellt kluge Fragen nach unserer Zukunft. Das Theater wird als bildgewaltiges Highlight beschrieben, das mutig und skeptisch neue Wege geht und absolut sehenswert ist.

Das Theaterstück „Pioniere in Ingolstadt“ wird als eindrücklich und mit kargen Stilmitteln inszeniert beschrieben. Es thematisiert hierarchische Machtstrukturen, Männlichkeitswahn und Ausbeutung der Schwächeren. Die Aufführung zeigt eine Realität, die von Schieflage geprägt ist und lässt die Zuschauer nachdenklich zurück.

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