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Berlin Erinnern: 65 Jahre Mauerbau und die Lektionen der Teilung

Berlin gedenkt des Mauerbaus vor 65 Jahren mit Veranstaltungen und Ausstellungen. Bundestagspräsidentin Klöckner und Kulturstaatsminister Weimer betonen die Bedeutung einer lebendigen Erinnerungskultur und warnen vor der Verharmlosung der DDR-Diktatur.

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Vor 65 Jahren: Berlin erinnert an den Mauerbau
Jungmeister via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Der 13. August 1961 markiert den Beginn des Baus der Berliner Mauer durch die DDR-Führung. Anlässlich dieses bedeutenden Jahrestages finden in Berlin zahlreiche Gedenkveranstaltungen, Ausstellungen und eine bemerkenswerte Kunstinstallation statt. Der Schwerpunkt liegt auf der Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße, wo auch die Bundestagspräsidentin Julia Klöckner erwartet wird.

Julia Klöckner betonte die Notwendigkeit einer lebendigen Erinnerungskultur, insbesondere für die jüngeren Generationen, für die die DDR zunehmend Teil der Geschichte wird. Sie warnte, dass die „Freiheitsideen“, die 1989 zum Mauerfall führten, heute nicht mehr durch physische Mauern bedroht seien, sondern vielmehr durch Gleichgültigkeit und Desinteresse. Klöckner forderte Respekt für die einzigartigen Erfahrungen der Menschen in Ostdeutschland während der Teilung und der darauffolgenden Wiedervereinigung. Ihre Ansicht ist, dass sich für die Menschen in Ostdeutschland mit der Einheit vieles verändert hat und viele dieser Erfahrungen bis heute nachwirken. Um dies zu begreifen, sei aktives Zuhören von Bedeutung.

Bedenken hinsichtlich der Verharmlosung der DDR-Diktatur

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer äußerte anlässlich des 65. Jahrestages des Mauerbaus seine Besorgnis über eine mögliche Verharmlosung der DDR-Diktatur. Er kritisierte, dass sowohl die AfD als auch die Linkspartei in Ostdeutschland positive Zerrbilder der DDR verbreiten würden. Weimer verwies auf eine Veranstaltung der AfD mit dem Kabarettisten Uwe Steimle, bei der sogar die Nationalhymne der DDR gesungen wurde.

Evelyn Zupke, die Beauftragte des Bundestages für die Opfer der SED-Diktatur, wies darauf hin, dass die DDR von einigen als „gemütlich und gemeinschaftlich“ verklärt werde. Sie betonte, dass nostalgische Erinnerungen zwar menschlich seien, jedoch problematisch werde, wenn die Diktatur und ihre Überwachungsmechanismen in Vergessenheit geraten. Zupke sprach sich dafür aus, dass Schüler verpflichtend DDR-Gedenkstätten besuchen sollten, um ein tieferes Verständnis für die Vergangenheit zu entwickeln.

Erinnerungsarbeit und Straßenbenennungen

Weimer äußerte zudem seine Sorgen über die Erinnerungskultur in Sachsen-Anhalt und Berlin, insbesondere im Hinblick auf die bevorstehenden Wahlen. Er warnte davor, dass sich die Erinnerungspolitik in beiden Bundesländern ändern könnte, sofern sich die politischen Verhältnisse ändern. In Sachsen-Anhalt könnte die AfD eine absolute Mehrheit erreichen, während in Berlin die Linkspartei in Umfragen führend ist.

Im Rahmen einer aktiven Erinnerungskultur regte Weimer an, Straßen und Plätze nach Widerstandskämpfern der DDR zu benennen. Er schlug vor, bei der Schaffung neuer Straßen die Namen von Personen zu berücksichtigen, die unter der kommunistischen Diktatur gelitten haben, sei es durch Tod oder Inhaftierung.

Gedenkveranstaltung und künstlerische Installation

Die Grenzanlagen in Berlin wurden ab dem 13. August 1961 errichtet, um die Abwanderung von Menschen in den Westen zu verhindern. In den darauffolgenden Jahren verloren mindestens 140 Menschen bei Fluchtversuchen ihr Leben. Im Rahmen der Gedenkveranstaltung werden in der Kapelle der Versöhnung Biografien von Todesopfern der Mauer vorgelesen, und eine Kranzniederlegung wird stattfinden.

Am Brandenburger Tor wird seit Dienstag eine 30 Meter lange und fast drei Meter hohe Installation präsentiert, die an den Mauerbau und die Teilung erinnert. Diese Installation, die die ehemaligen Grenzanlagen symbolisiert, erscheint je nach Blickwinkel entweder durchlässig oder undurchdringlich.


Quellen: tagesschau, Die Zeit

Bildquelle: Jungmeister via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.

TS