Die 31. Ausgabe der Brazil & Jazz Reihe beginnt 2026 in der REH. Die Verbindung zwischen Música Popular Brasileira und Jazz wird aufgezeigt.
Jazz, Blues, Funk & Soul in Berlin am 16.01.26: Brazil & Jazz 31

Hartmut Preyer – violão 7 cordas
Matthias Haffner – pandeiro
Lucas Madeira – flauta
Federico Beckhoff – cavaquinho
Konzertstart im Jahr 2026 in der REH!
Mit der Raumerweiterungshalle und Ulf Geyersbach verbindet Jazz am Helmholtzplatz e.V. eine lange Geschichte: Seit 2019 fanden hier regelmäßig Konzerte statt – sie wurde zu einer der wichtigsten Spielstätten des Vereins. Dann wurde die REH umgesetzt, das Areal wird saniert und Ulf Geyersbach, ein wunderbarer Gastgeber, den wir sehr vermissen werden, kündigte die Miete. Wir freuen uns sehr, dass der Inhaber wieder die Tür der REH für uns öffnet.
Die Wiederaufnahme der Konzerte in der REH markiert die 31. Ausgabe der Reihe Brazil&Jazz von Jazz am Helmholtzplatz e.V., mit der die Verbindungen zwischen der Música Popular Brasileira und dem Jazz aufgezeigt werden sollen.
Bis vor wenigen Jahren galt die Verbindung von Jazz und Música Popular Brasileira in Brasilien vielerorts als Häresie. Jazz war politisch und kulturell stark US-kritisch konnotiert und in Brasilien lange Zeit kaum sichtbar. Noch vor rund zehn Jahren fand sich in Rio de Janeiros Konzertkalendern kaum ein Hinweis auf die reiche Jazztradition des Landes. Musiker wie Fernando Meireilles spielten informell, etwa im inzwischen geschlossenen Plattenladen Modern Sound in Copacabana, während der Choro, der Ende des 19. Jahrhunderts in Brasilien entstand, oft als künstlerischer Rahmen für Jazzer fungierte – auch für Paulo Moura, der Jazz vor allem im Kontext von Chorokonzerten präsentierte. Der Choro war zwischen 1990 und 2020 in der Lapa, der Altstadt von Rio de Janeiro, überall zu hören.
Der Choro ist letztlich selbst eine genuin brasilianische Form, die bereits in den 1920er Jahren eine Symbiose mit dem Jazz einging, als Pixinguinha in Paris Louis Armstrong hörte. Weitere prägende Jazzphasen folgten in den 1950er und 1960er Jahren mit zahlreichen Jazztrios, aus denen u. a. Hermeto Pascoal hervorging (Sambrasa Trio). Diese Jazzszene war politisiert, sozial engagiert und geriet während der Militärdiktatur ab 1964 (Kalter Krieg) unter Druck. Viele Musiker emigrierten (Dom Salvador, Walter Wanderley) oder distanzierten sich vom Jazz, der auch unter der Bezeichung „Sambalanço“ oder „Samba Novo“ mit der brasilianischen Musik fusionierte. Den Samba und Bossa Nova auf dem Schlagzeug technisch zum Klingen zu bringen war eine ganz neue Errungenschaft des brasilianischen Jazz der Zeit, an der Drummer wie Milton Banana, Dom Um Romão oder Edison Machado prägend beteiligt waren.
Spätestens seit dem Erfolg des Jazzpianisten Amaro Freitas, dem brasilianischen Thelonious Monk, ist auch der „Jazz“ in Brasilien wieder „gesellschaftsfähig“. Auch der Choro wird dezidiert in die Nähe des Jazz gerückt, wie der Mandolinenspieler Hamilton de Holanda demonstriert, der zuletzt mit dem kubanischen Jazzpianisten Gonzalo Rubalcaba tourte.
Der Abend mit der Choro Band Choradeira ist wie eine Erinnerung an warme Nächte in der Lapa – mitten im Januar.
Jazz, Blues, Funk & Soul
12.00-15.00 €
Jazz am Helmholtzplatz e.V.
REH, Raumerweiterungshalle, Geyersbach recycled furniture
Kopenhagener Straße 19, 10437, Berlin
Fr. 16.01.26 20:00









