Taiwan prägt Musiker durch Erfahrungen mit Naturgewalten und kultureller Vielfalt. Das Konzert zeigt Zähigkeit und Widerstandskraft in der Musik von Haydn bis Mendelssohn.
Klassische Konzerte in Berlin am 18.09.26: Da Capo Trio: Zwischen Zerbrechlichkeit und Zähigkeit

Taiwan ist eine Insel im Spannungsfeld von Naturgewalten und kultureller Vielfalt. Erdbeben, Taifune und wechselnde Einflüsse haben die Menschen gelehrt, im Unbeständigen Rhythmus und Ordnung zu finden. Diese Erfahrung prägt auch ihre Musiker: Zähigkeit entsteht nicht aus Widerstand, sondern aus feiner Wahrnehmung und der Fähigkeit, Veränderungen musikalisch zu beantworten.
Das Konzert entfaltet vier Kapitel mit Klaviertrios von der Klassik bis zur Gegenwart – eine Linie aus Klang: von der gefestigten Form bricht die Struktur auf, atmet die Erde und behaupten sich Zähigkeit und Widerstandskraft.
Haydns Klaviertrio in C-Dur steht für Ordnung und Klarheit. Kaija Saariahos Light and Matter öffnet einen Raum, in dem Form zerfließt wie Licht im Blätterdach. Yuan-Chen Lis Rain Noir Noir, inspiriert von taiwanischen Volksliedern, verwandelt Regen und Donner in Klangbilder der Widerstandskraft. Mendelssohns Erstes Klaviertrio in d-Moll beschließt den Abend mit geschlossener Struktur und leidenschaftlicher Melodik – ein Bekenntnis zur Koexistenz von Ordnung und Gefühl: Zähigkeit inmitten der Zerbrechlichkeit.
Programm
Joseph Haydn – Klaviertrio in C-Dur, Hob. XV:27
Kaija Saariaho – Light and Matter
Yuan-Chen Li – Rain Noir Noir
Felix Mendelssohn – Klaviertrio Nr. 1 in D-Moll, Op. 49
Klassische Konzerte
21.69 €
HoHaiYan Künstlerverein e.V.
Konzerthaus Berlin – Werner-Otto-Saal
Gendarmenmarkt 2, 10117, Berlin
Fr. 18.09.26 20:00
Bewertungen
Das Venue wird als tolles kleines Ensemble mit charismatischen Künstlern beschrieben. Die Auswahl des Repertoires wird als wunderbar gelobt und die Anmoderation vom musikalischen Leiter als charmant und hilfreich empfunden. Die Atmosphäre wird als hörenswert beschrieben.
Die Pianistinnen harmonierten gut zusammen, obwohl ihre Spielweisen unterschiedlich waren. Nach der Pause wurde Piazzolla, Saint-Saëns und Ravel gespielt, was als ein schönes Konzert empfunden wurde.
Anfangs wirkte die Atmosphäre steif und der Funke wollte nicht überspringen. Nach der „Variationen über ein Thema von Paganini“ wurde es besser und die Musik konnte genossen werden. Die Auswahl der Stücke wird als sehr gut beschrieben.
Obwohl es optisch verkrampft wirkte, kam die Losgelassenheit bei der Zugabe zum Ausdruck. Insgesamt hat das Konzert viel Freude bereitet und das Spiel der beiden Pianistinnen wurde gerne gehört.
Das Venue bietet moderne und herausfordernde Darbietungen, die den Zuschauer dazu anregen, sich auf Neues einzulassen. Die Gesamtdarbietung wird als lebendig und vertraut beschrieben, besonders die gefühlvolle Interpretation des Chellisten Mon-Puo Lee wird hervorgehoben. Sein virtuoses Spiel machte den Abend unvergesslich und sorgte für Begeisterung.
Das Venue erhält insgesamt eine Bewertung von 4,53/5 Sternen basierend auf den verschiedenen positiven Erfahrungen der Besucher.









