Das Berliner Sibelius Orchester präsentiert ein Sommerprogramm voller musikalischer Kinoerlebnisse. Von böhmischen Wäldern bis zu magischen Feuervögeln – ein Konzert für die Sinne.
Klassische Konzerte in Berlin am 23.06.26: Berliner Sibelius Orchester

Programm
- Leoš Janáček | Das schlaue Füchslein, Suite
- Igor Strawinsky | LʼOiseau de feu (Der Feuervogel), Suite (Fassung von 1919)
- Nino Rota | La strada, Suite
Berliner Sibelius Orchester
Dirigent: Trân Đình Lam
Eintritt: 30,00 € (erm. 28,00 €), 25,00 € (erm. 23,00 €), 20,00 € (erm. 18,00 €), 15,00 € Euro (ohne Erm). Für Schüler/Schulklassen werden 50% Ermäßigung auf allen Plätzen angeboten: Aktion_Schule (Schülerausweiskontrolle am Eingang).
Karten gibt es >>hier.
Kino für die Ohren!
Machen Sie es sich in Ihrem Sitz bequem, vergessen Sie den Alltag und stellen Sie sich eine knitterfreie Tüte Popcorn in Ihrem Schoß vor: Das Sommerprogramm des Berliner Sibelius Orchesters bietet ein Triptychon feinsten Kinos für die Ohren!
Es beginnt mit einem Ausflug in den herrlichen böhmischen Wald, von üppigem Grün und voller Leben. Doch: Überraschend schattig ist es hier im Zwielicht der Zweige, sogar bedrohlich. In Leoš Janáčeks Oper Das schlaue Füchslein, aus der das Orchester eine Suite spielt, singen Füchse, Frösche, Hühner, Vögel und Insekten – mehr Tiere als Menschen. Die Grenzen zwischen ihnen, zwischen Jäger und Gejagten, verwischen dabei. Zeitweise erscheint dieses Märchenspiel durchaus heiter, der Naturliebhaber Janáček kleidet es in eine ungemein farbenreiche, plastische Musik, die neben Anklängen an mährische Folklore auch in die Regionen des Debussyschen Impressionismus vordringt. Doch während er selbst verharmlosend äußerte, er hätte das Füchslein so geschrieben, „wie wenn der Teufel Fliegen fängt – wenn er nichts Besseres vorhat“, besticht diese Musik durch eine schwelende Doppelbödigkeit: Hinter der vermeintlichen Naivität der Tiergeschichte vermittelt sich eine zeitlos melancholische Parabel auf den Lauf des Lebens. Nicht zufällig verfügte Janáček, dass der Schluss der Oper an seinem Grab gespielt werden sollte.
Ein weiteres Märchentier begegnet uns in Igor Strawinskys Ballett-Suite Der Feuervogel. Vergessen Sie Harry Potter, dieses Zauberwesen wird sie mit seiner chromatisch schillernden Musik voller waghalsiger Orchester-Effekte regelrecht blenden! Sein Kontrahent ist der böser Zauberer Kaschtschej, in dessen Gewalt sich eine Prinzessin befindet, die es zu retten gilt. Natürlich durch einen mutigen Prinzen. Der hat allerdings keinerlei magische Kräfte, daher werden seine Auftritte mit bodenständigen, folkloristisch gefärbten Klängen begleitet. Schließlich stehen sich Gut und Böse Aug in Aug gegenüber, Kaschtschej droht, den Prinzen zu besiegen – doch in letzter Sekunde erscheint der Feuervogel einem orphischen Phönix gleich: Mit seiner magischen Musik fesselt er den Zauberer und sein dämonisches Gefolge zunächst in einem taumelnden Tanz und singt sie anschließend in tiefen Schlaf. So erhält der Prinz die Gelegenheit, die Seele Kaschtschej auszulöschen – Gut: 1, Böse: 0. Strawinsky gönnt uns das Happy End – und was für ein prächtiges, hören wir da sogar Hochzeitsglocken läuten? Kein Wunder, dass der Komponist mit dem Feuervogel über Nacht berühmt wurde.
Apropos Gut und Böse, haben Sie sich auch schon einmal gefragt, wo eigentlich die Trennlinie zwischen U(nterhaltungs)- und E(Raster) Musik verläuft? Hätten Sie Nino Rota gefragt, er hätte schlicht abgestritten, dass diese Unterscheidung nötig ist. In seiner Welt war Filmmusik kein Stück weniger ernst zu nehmen als solche für den Konzertsaal. Der in Mailand geborene Komponist, der bereits als Wunderkind Opern und Sinfonien schrieb, entdeckte während seines Studiums in Philadelphia zunächst die Musik George Gershwins für sich und dann Hollywoods Filmzauber. Unter seinen knapp 150 Soundtracks finden sich mehrere zu Filmen des großen Regisseurs Federico Fellini. Der sollte Rota später den „wertvollsten Partner, den ich je hatte“ nennen. Weshalb? Das erschließt sich unmittelbar, wenn man die Ballett-Suite zu La Strada hört: Selbst wer die Geschichte des an einen grausamen Zirkusartisten verkauften Mädchens nicht kennt, wird unweigerlich Bilder vor Augen haben. Artistisch und komödiantisch ist diese Musik, mitunter wuchtig, aber auch poetisch-fragil und von einer berückenden Tragik, verborgen hinter der bunten Maske. Die Musik wird sogar selbst zur Akteurin: Es ist die Melodie einer Spielzeugtrompete, die für die gequälte Protagonistin einen utopischen Raum öffnet, einen Ort, an dem Liebe und Menschlichkeit existieren. Rota meistert den Drahtseilakt zwischen E und U völlig selbstverständlich, die Suggestionskraft seiner Klangsprache ist verblüffend. Oder wie Fellini formulierte: „Rota brauchte nicht einmal die Bilder meiner Filme zu sehen, um instinktiv genau die richtigen Melodien zu den Szenen zu finden, die ich ihm beschrieb. Ein Träumer, in dessen tiefe, innere Welt die Realität nie vordrang.“
Klassische Konzerte
15.00-30.00 €
Berliner Sibelius Orchester e.V.
Philharmonie Berlin – Großer Saal
Herbert-von-Karajan-Straße 1, 10785, Berlin
Di. 23.06.26 20:00
Bewertungen
Das Berliner Sibelius Orchester erhielt herausragende Bewertungen von den Besuchern. Sie genossen die Konzerte sehr und lobten die Solisten, das Orchester und die Dirigenten. Die Atmosphäre wurde als familiär und die Akustik als sehr gut beschrieben. Trotz unterschiedlicher Musikgeschmäcker hatten die Besucher einen schönen Abend. Das präzise Spiel des Orchesters und die bekannten Motive der Dvorac Sinfonie begeisterten das Publikum. Insgesamt erhielt das Event eine Bewertung von 4,90/5 Sternen.









