Orgel & Lyrik Konzert mit der Dichterin Ursula Kechel vereint Geschichte und Lyrik auf besondere Weise. Ihre Gedichte erkunden Machtstrukturen und Verletzbarkeit mit präziser Bildlichkeit.
Lesungen in Berlin am 01.02.26: Orgel & Lyrik

„Orgel & Lyrik“ – Konzert (VIII)
mit der Dichterin Ursula Kechel
Geschichte im Jetzt oder Die Geschichte spricht und Narben erinnern.
📅 Sonntag, 1. Februar 2026, 19:00 Uhr
📍 Luisenkirche Berlin-Charlottenburg, Gierkeplatz 4, 10585 Berlin
🎟 Eintritt: 10 €, ermäßigt 8 € (frei für Kinder bis 14 Jahre, Geflüchtete, Berlinpass-Inhaber:innen)
🚇 U7 Richard-Wagner-Platz | U2 Bismarckstraße
Zu hören sind Orgelwerke von
Jan Pieterszoon Sweelinck, (1562 – 1621)
Johann Sebastion Bach, (1685 – 1750)
Béla Bartok (1881 – 1945)
Elham Hamedi
An der Orgel: Jack Day
Dichterin des Abends ist Ursula Krechel
Ursula Krechel wurde für ihr Schaffen mit den wichtigsten Preisen ausgezeichnet, die dieses Land vergibt: Im vergangenen Jahr etwa erhielt sie den Georg- Büchner-Preis, davor den deutschen Buchpreis oder den Joseph-Breitenbach-Preis. Ihr Oevre umfasst Romane, Lyrikbände, Theaterstücke, Essays oder Hörspiele
Mit präziser Bildlichkeit erkundet sie Machtstrukturen, Gewalt und Verletzbarkeit.
Zur Lyrik von Ursula Krechel
Ihre Gedichte fragen nach Herkunft, Identität und den Spuren der Vergangenheit im Heute.
Dabei verbindet Krechel politisches Bewusstsein mit sprachlicher Genauigkeit, um emotive Kraft hervorzubringen.
Jedes Gedicht wird so zu einem Akt des Hinschauens und Widerstehens.
Lyrik und Prosa sind bei Ursula Krechel eng miteinander verflochten, als zwei Arbeitsweisen desselben poetischen Projekts. Ursula Krechel verknüpft historische Ereignisse mit individuellen Erlebnissen, und das oft aus weiblicher Perspektive.
Ihre Gedichte umkreisen thematisch die deutsche Geschichte, das Erinnern, Exil, Vertreibung, Ausgrenzung, Identität, Weiblichkeit, Körper und Verletzlichkeit, aber auch die Sprache selbst. Eine Sprache, die lügt, die verschleiert, fehlleitet oder aber: die aufklärt, scharf seziert und klarstellt.
Persönliche Erfahrungen verbindet sie häufig mit gesellschaftlichen und politischen Fragestellungen zu den Bedingungen menschlichen Lebens, insbesondere im Kontext deutscher Geschichte.
Allein die Titel ihrer Gedicht-Bände sprechen davon:
„Verwundbar wie in den besten Zeiten“ (1977) — ihre erste Gedichtpublikation.
„Die da“ (2013)
„Beileibe und zumute“. Gedichte (2021)
„Jäh erhelle Dunkelheit“,
„Stimmen aus dem harten Kern“
Oder gerade erschienen: „Vom Herzasthma des Exils“ (2025) : Der Titel geht auf Thomas Mann zurück und ist ein hochpoetisch verfasster Essay. Ist doch der Essay häufig, so auch hier, die Verlängerung eines Gedichts.
Ein zentrales Thema in Krechels Lyrik ist die Erinnerung. Häufig setzt sie sich mit verdrängten oder vergessenen Aspekten der Vergangenheit auseinander, etwa mit dem Nationalsozialismus, dem Exil oder den Nachwirkungen historischer Gewalt. Erinnerung erscheint dabei nicht als etwas Abgeschlossenes, sondern als ein brüchiger, oft schmerzhafter Prozess, der die Gegenwart prägt. Die Gedichte fordern uns, die wir Leser und Zuhörer sind, auf, Verantwortung für das Erinnern zu übernehmen. Dabei ist der Körper der Speicher aller Erfahrung: von Leid, Krankheit und Gewalt oder von Arbeit, Krieg und Alter. Er fungiert bei ihr als Regulativ eines Handelns und Bewertens; erscheint niemals idealisiert, sondern realistisch und oft schmerzend, weil verletzt.
In vielen Gedichten werden Figuren gezeigt, die „zwischen den Sprachen“ oder „zwischen den Orten“ leben, etwa Migranten oder Exilierte, deren Identität brüchig bleibt. Statt mit hohem Pathos oder großen Gefühle zu operieren, sind Krechels Beobachtungen genau, ja sezierend. Sie operieren nicht selten mit medizinischen oder juristischen Begriffen. Was gelegentlich distanziert wirken man, ist dabei umso eindringlicher.
Auffällig ist auch Ursula Krechels kritischer Umgang mit Sprache selbst. Sie zeigt, dass Sprache nie neutral ist, sondern Machtverhältnisse widerspiegelt und festzuschreiben sucht. Sprache kann verletzen, verschweigen oder ausgrenzen, aber auch sichtbar machen und Widerstand leisten.
Formell sind ihre Gedichte offen gestaltet. Sie verzichtet meist auf strenge Reime und feste Metren, was den Texten eine sachliche und zugreifende Wirkung verleiht. Diese formale Zurückhaltung verstärkt den inhaltlichen Ernst ihrer Lyrik und lenkt den Fokus auf die Aussagen und Bilder. Die Gedichte laden ein, Gegebenheiten ohne Umschweife zu durchdringen; mittels Sprache.
DIE WELT schrieb einst zusammenfassend: „Krechel verbindet in ihrer Lyrik persönlich-erfahrungsgesättigte Beobachtung mit einem ausgeprägten sprachlichen und formalen Bewusstsein. Ihre Texte sind sowohl reflexiv als auch formal anspruchsvoll, ohne jemals bloß akademisch oder verkopft zu wirken.“
Kurz gesagt: Ursula Krechels Lyrik ist geprägt von sprachlicher Präzision, reflexiver Tiefe, politischer Sensibilität und emotionaler Intensität.
Lesungen
10.00 €
Berliner Orgelkonzerte mit Jack Day
Luisenkirche
Gierkeplatz 4, 10585, Berlin
So. 01.02.26 19:00
Bewertungen
Die Luisenkirche wird als Veranstaltungsort für verschiedene Events gelobt. Besucher schätzen die schöne Umgebung und die Atmosphäre in der Kirche. Die Orgelbegleitung bei Stummfilmen wird besonders positiv hervorgehoben. Auch die musikalischen Darbietungen und Konzerte werden als beeindruckend und ungewöhnlich beschrieben. Die Vielfalt an Instrumenten und die kreative Verbindung von Musik und visuellen Elementen, wie digitalen Bildern auf einer Leinwand, werden positiv erwähnt. Insgesamt wird die Luisenkirche als ein Ort für besondere und unvergessliche Konzerterlebnisse gelobt.
Die Bewertung für die Luisenkirche als Veranstaltungsort liegt bei 4,67 von 5 Sternen.









