Berlin war ein Ort der Freiheit und des Selbstentwurfs für viele, die vor patriarchaler Gewalt flohen. Amigues Adios erinnert an die queeren Schwarzen, die Berlin prägten.
Theater in Berlin am 07.09.26: Amigues Adios

Auf Englisch mit deutschen ÜT
„Sie war so attraktiv! Viele fühlten sich unausweichlich zu ihr hingezogen, manchmal zu ihrem Untergang, manchmal zu ihrer eigenen Befreiung.“
Sie kamen aus Neugier, denn die Stadt war ein Versprechen. Einige suchten hier Zuflucht vor der Gewalt patriarchaler Gesellschaften, denn Berlin versprach ihnen Freiheit, die Möglichkeit des freien Selbstentwurfs. Oder schufen die, die da kamen, dieses vielversprechende Berlin?
In Amigues Adios von Bishop Black begeben sich fünf Performer*innen auf die Suche nach denen, die das queere Berlin über Jahre mitprägten und zum Ort für ein Leben jenseits der konservativen Grenzen von sexual identity und racial identity machten. Für diejenigen, die damals kamen, war Berlin eine Art Hafen. Hier konnten sie an Land gehen, weil die Mieten günstig waren und das Woher weniger eine Rolle spielte als das Hier und Jetzt. Beim Gang über den Landungssteg konnte jede*r sich ein neues Ich erfinden, und niemand wusste, welcher Schmerz in der Vergangenheit lag. Hier konnte man überkommene Rollen abstreifen und neue Formen des Zusammenlebens aushandeln. Widerstände gab es; Prekarität war Teil der Freiheit; einige brachen unter Gewalt und Kälte zusammen. Aber für einen Moment in der Geschichte – so unerwartet und unwahrscheinlich angesichts der deutschen Vergangenheiten – machten sie Berlin zur offenen Stadt.
Doch die Angst nimmt wieder zu. Und so verneigen sich die Protagonist*innen von Amigues Adios vor den Schwarzen queeren Berliner*innen, die damals den Mut hatten, die Stadt zu einem Versprechen zu machen. Sie würdigen sie, um in diesem surrealen und burlesken Tanz durch die Zeiten die Kraft zu finden, weiterzumachen. Sie feiern, um den Geschmack von Angstfreiheit und Selbstbestimmung wieder auf der Zunge zu spüren.
Amigues Adios ist Bishop Blacks vierte Arbeit am Ballhaus Naunynstraße nach der Soloperformance Becoming My Body (2019), Re-Searching Joy (2022) im Rahmen der akademie der autodidakten und their Regiedebüt Flight of the Canaries (2023).
Theater
8.00-14.00 €
Ballhaus Naunynstraße
Ballhaus Naunynstraße
Naunynstraße 27, 10997, Berlin
Mo. 07.09.26 20:00
Bewertungen
Die Venue hat eine Bewertung von 4,10/5 Sternen erhalten. Die Besucher loben die Vielseitigkeit und Inszenierung der Shows, die berührende Themen wie Identität, Apartheid-Politik und Alternativlebensweisen behandeln. Der Saal wird als ansprechend und schlicht beschrieben, was zu einer intimen Atmosphäre beiträgt. Die Darstellungen werden als authentisch und beeindruckend empfunden, egal ob es sich um eine One-Women-Show oder ein Ein-Mann-Tanzstück handelt. Besucher werden ermutigt, die Venue zu besuchen, um eine ganz andere Theatererfahrung zu machen.









