Die Nacht von Lissabon war ein Ort der Flucht für viele Exilant*innen aus Europa. Die Verbindung zur Freiheit war oft unüberwindlich.
Theater in Berlin am 09.03.26: Die Nacht von Lissabon

»Es gibt keine Rückkehr aus dem Exil. Wir sind eine Emigrantengeneration – ob wir weggegangen oder zu Hause geblieben sind. Die Füße der einen trugen sie aus Deutschland hinaus, unter den Füßen der anderen ist Deutschland weggegangen.«
Erich Maria Remarque, 1968
Der Hafen von Lissabon war der Ort, an dem sich für viele Exilant*innen die Möglichkeit einer Flucht aus dem faschistischen Europa verband. Von hier gingen die Schiffe in die USA, für die meisten war die Schwelle zur Freiheit – ein Ticket und ein Visum – eine unüberwindliche. Die Nacht von Lissabon ist der Bericht von Helen und Josef und ihrer verzweifelten Liebe auf der Flucht durch Europa. Hakan Savaş Micans Überschreibung folgt Remarques Erzählung auf einer heutigen Reise von Osnabrück über Zürich und Paris bis nach Lissabon. Mican sprengt die geographischen und zeitlichen Grenzen und verwebt sein persönliches Reisetagebuch mit der Geschichte des Buches. In das Schicksal des Paares spiegelt er das Ringen um Verortungen von Arbeitsmigrant*innen und die nicht geschriebenen Biografien der namenlosen Toten in den Fluten des Mittelmeers. Damals wie heute lässt der rettende Hafen Menschen auf der Flucht zu Schmuggler*innen ihres eigenen Überlebens werden. Wie kann eine sich selbst als »frei« bezeichnende Gesellschaft funktionieren, wenn das Leben nur so viel gilt, wie der Stempel in deinem Pass? Mit Remarque geht Mican der Frage der Zugehörigkeit auf einem Kontinent nach, der sich als kulturelle und geografische Festung neu zu definieren versucht. Er erzählt aber auch von der Hoffnung, vom Wunder der Liebe und von der Möglichkeit der Solidarität. Zusammen mit dem Videokünstler Benjamin Krieg ist Mican auf den Spuren Remarques durch Europa gereist und zeichnet mit Dimitrij Schaad, Anastasia Gubareva und einer vierköpfigen Live-Band ein Zeit und Raum ausmessendes Bild von Aufbruch und Nie-Ankommen.
Nach dem Roman von
Erich Maria Remarque
In einer Bühnenfassung von
Hakan Savaş Mican
Regie & Bühne
Hakan Savaş Mican
Theater
18.00 €
Maxim Gorki Theater
Maxim Gorki Theater
Am Festungsgraben 2, 10117, Berlin
Mo. 09.03.26 19:30
Bewertungen
Die Venue wird als sehr vielseitig, unterhaltsam und anspruchsvoll beschrieben. Die Darsteller und Musiker werden als talentiert und individuell gelobt. Die Bühnenbilder sind originell und comichaft. Trotz schwerer Themen wird das Theaterstück humorvoll und leicht präsentiert. Es wird betont, dass die Veranstaltungen für ein breites Publikum geeignet sind, von jung bis alt, für Theaterliebhaber und Einsteiger. Sogar kleinste Pannen werden dank Improvisationstalent zu einem Genuss. Insgesamt wird die Venue mit 4,63/5 Sternen bewertet.









