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Theater in Berlin am 12.02.26: Der Hauptmann von Köpenick – Wie ich wurde, was ich wurde

Wilhelm Voigt kämpft gegen den Teufelskreis der Armut und zeigt mit seiner Königsauftritt, dass sinnloser Gehorsam nicht akzeptabel ist. Die Inszenierung thematisiert die Aktualität des Themas und betont: Kein Mensch ist illegal!

Foto: TwoTickets.de / Unsplash

Es hört sich an, wie ausgedacht, ist aber wirklich passiert: Ohne Arbeit bekam Wilhelm Voigt keine Wohnung, ohne Wohnsitz keine „Uffenthaltsjenehmigung“ und ohne die keinen Pass. Um den Teufelskreis aus „keene Arbeit -> keene Uffenthaltsjenehmigung -> keene Wohnung -> keenen Pass -> keene Arbeit…“ zu durchbrechen, zeigte Wilhelm Voigt auf charmante, beinahe humoristische Weise mit seiner Köpenickiade, dass sinnfreier Gehorsam keine gute Grundlage für unser Zusammenleben ist. Im Stück ist es Marie, Wilhelms Schwester, die die Geschichte erzählt. Sie berichtet von ihrem Bruder Wilhelm, der als Jugendlicher aus dem Haus gejagt wird und wegen Bettelei das erste Mal hinter Gittern landet. Und davon, wie er sich trotz aller Rückschläge darum bemüht, ein redliches Mitglied der Gesellschaft zu werden. Irgendwann sieht Voigt jedoch ein, dass man in manchen Gesellschaften nur jemand werden kann, wenn man schon jemand ist. Und so kam es, wie es kam…

In dieser Inszenierung geht es um Menschen, die andere aussortieren und um einen, der sich das nicht länger gefallen lassen will. Und so schlägt die Produktion geschickt Brücken in die heutige Zeit und hält das starke Plädoyer: Kein Mensch ist illegal! Die Köpenickiade wurde weltberühmt, der Werdegang und die Beweggründe von Wilhelm Voigt nicht. Regisseur Thomas Sutter ändert das und richtet den Scheinwerfer auf den Menschen hinter der berühmten Anekdote, auf seine Vergangenheit und seine Konflikte. Die Schwere der Themen wird in der Inszenierung immer wieder geschickt durch Kipppunkte in Musik, Bühnen- und Kostümbild aufgebrochen. Orientalische Instrumente perforieren die Klänge preußischer Militärmusik, Uniformen werden zu clownesquen Beamtenroben und das minimalistische Bühnenbild verwandelt sich konstant, obwohl es alles andere als Freiheit darstellt. Eine begleitende Videoinstallation wird zum stillen Geschichtenerzähler im Hintergrund.

Altersempfehlung: ab 10 Jahren
Länge: 120 Minuten
Bühne: Großer Saal
Pause: Ja

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Genre:

Theater
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Tickets:

10.50 €
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Veranstalter:

Atze Musiktheater
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Veranstaltungsort:

ATZE Musiktheater
Luxemburger Straße 20, 13353, Berlin
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Termin:

Do. 12.02.26 19:00

Bewertungen

Das Atze Theater präsentiert eine sehr eindrucksvolle Vorstellung des Stücks „Der Hauptmann von Köpenick – Wie ich wurde, was ich wurde“. Die Inszenierung besticht durch eine gelungene Mischung aus szenischer Darstellung, Bühnenbild und musikalischer Darbietung. Die alte Geschichte wird neu interpretiert und auf aktuelle Themen bezogen. Der Veranstaltungsort bietet angenehme Bedingungen, wie gute Sicht von jedem Platz, Pausencatering und ausreichend Toiletten.

Die Umsetzung des Themas wird als ganz toll und sowohl anders als auch eng am Original beschrieben. Besucher hoffen auf weitere Aufführungen in den kommenden Jahren. Das Tempelhofer Feld als Kulturort zu nutzen, wird als positiv hervorgehoben. Die Akteure überzeugen sowohl schauspielerisch als auch musikalisch und schaffen ein beeindruckendes Klangfest.

Die Inszenierung des Stücks wird als sehr ansprechend beschrieben. Trotz geringer Mittel wird ein spannendes Stück präsentiert. Besonders hervorgehoben werden die schauspielerischen und musikalischen Darbietungen, vor allem die Leistung des Hauptdarstellers. Auch das Drumherum, wie die Pausenbar und die Sitzgelegenheiten, wird gelobt. Insgesamt wird der Abend als gelungen bezeichnet und die Besucher geben an, gerne wiederzukommen.

Das ATZE Musiktheater präsentiert eine qualitativ hochwertige Interpretation des Stücks „Der Hauptmann von Köpenick“. Die sozialkritischen Aspekte des Stücks werden herausgearbeitet und regen zum Nachdenken an. Die Inszenierung im Sommertheater wird als gelungene Arbeit der gesamten Mannschaft gewürdigt. Besucher danken für die Anregung des Besuchs und die Karten.

Dieses Event wird mit 4,87/5 Sternen bewertet.

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