Der afrodeutsche Protagonist von „Abdruckkörper“ navigiert seinen Körper mit und gegen die vorgegebene Richtung, während die deutsche Gesellschaft ein Labyrinth ist.
Theater in Berlin am 17.09.26: Abdruckkörper

in Deutsch mit englischen ÜT
– Bitte beachten Sie, dass während der Vorstellungen Stroboskoplicht verwendet wird!
Weil ich hier aufgewachsen bin, träume ich. Wessen Traum?
Nur weil man in dieser Ordnung aufgewachsen ist, heißt es ja nicht, dass man sich in ihr wohlfühlt, dass man sie mitträgt. Oder? Nur weil man die Gesellschaft im eigenen Körper hat, heißt es ja nicht, dass man dieselben Träume träumt. Oder?
Der afrodeutsche Protagonist von Abdruckkörper navigiert seinen Körper mit und gegen die vorgegebene Richtung. Denn die Richtung ist markiert. Die deutsche Gesellschaft ist ein Labyrinth: Wände produzieren Sichtbarkeit und Ausschlüsse, von Anderen ausgetretene Wege bilden Beziehungsnetze und Kapitalklumpen. Whiteness ist der gesellschaftlichen Anlage eingeschrieben. Der Protagonist, das Ich, schlingert.
Der eigene Körper ist der Einsatz auf der Bahn nach oben. Es geht nach oben, oder? Er wird auf der Bahn bewegt, nicht freiwillig, nicht immer bewusst; er verfolgt die Bahn und spürt gleichzeitig die Fliehkräfte, das Risiko des Ausbrechens. Der eigene Körper ist der Einsatz, schließlich ist er formbar, von innen, von außen. Und die Gesellschaft, ist sie formbar? Mit welchem Einsatz?
Abdruckkörper ist das Theaterdebüt des Filmregisseurs Yatri Niehaus. Die dramatische Textvorlage entstand im Rahmen der Schreibwerkstatt Unconventional Signs am Ballhaus Naunynstraße in der Spielzeit 2020/21. Die Uraufführung dieses Textes markiert eine einzigartige Kontinuität: Nach Schwarz Tragen (Elizabeth Blonzen, 2013), Mais in Deutschland und anderen Galaxien (Olivia Wenzel, 2015), Jung, giftig und Schwarz (Amina Eisner und Thandi Sebe, 2015), Walking Large (Toks Körner, 2017), Call me Queen (Thandi Sebe, 2017), Aesthetics of Color (Toks Körner, 2019), Courageux! Furchtlos! (Amina Eisner und Atif Mohammed Nor Hussein, 2021) ist es das achte im Haus entstandene und zur Aufführung gebrachte afrodeutsche Drama.
Theater
8.00-14.00 €
Ballhaus Naunynstraße
Ballhaus Naunynstraße
Naunynstraße 27, 10997, Berlin
Do. 17.09.26 22:00
Bewertungen
Die Bewertungen für die Venue sind insgesamt positiv. Die Location wird als ansprechend und schlicht beschrieben, was zu einer intimen und berührenden Atmosphäre beiträgt. Die Vielfalt der Veranstaltungen reicht von einer beeindruckenden one-women-show über eine wunderbar gestaltete Performance mit Steinen, Pinsel und Wollfaden bis hin zu einer inszenierten Show mit Musik, Tanz und Sprachtexten. Besucher loben die Authentizität der Darsteller und die Vielseitigkeit der Inszenierungen. Die Veranstaltungen regen zum Nachdenken an und bieten eine alternative Theatererfahrung. Insgesamt wird die Venue mit 4,10/5 Sternen bewertet.









