In dem Theaterstück „Nach Mitternacht“ erlebt die 19-jährige Susanna die Veränderungen im Jahr 1936 hautnah und muss eine wichtige Entscheidung treffen, die ihr Leben verändern wird. Die Inszenierung von Irene Christ bringt die beklemmende Atmosphäre der Naziherrschaft eindringlich auf die Bühne.
Theater in Berlin am 19.03.26: Nach Mitternacht

nach dem Roman von Irmgard Keun
Bühnenfassung von Gottfried Greiffenhagen
Regie: Irene Christ
mit Johanna Marie Bourgeois
48 Stunden im Jahr 1936. Die 19jährige Susanna beschreibt – zunächst mit überschäumender Lebenslust und satirischem Humor – die Geschehnisse um sie herum: ihre leidenschaftliche Liebe zu Franz, mit dem sie Zukunftspläne hat; das veränderte Verhalten der Menschen, die ihr nahestehen; das Leben mit den „Rassegesetzen“; überhaupt die neue Normalität: den Alltag während der Naziherrschaft. Ein Auftritt Hitlers vor einer begeisterten Menschenmenge auf dem Frankfurter Opernplatz wird zum Ausgangspunkt einschneidender Ereignisse. Die Schlinge zieht sich zu. Denunziationen sind an der Tagesordnung. »Mütter zeigen ihre Schwiegertöchter an, Töchter ihre Schwiegerväter, Brüder ihre Schwestern, Schwestern ihre Brüder… Nachbarn ihre Nachbarn.« Innerhalb kürzester Zeit ist Susanna nicht mehr nur humorvolle Beobachterin, sondern mittendrin und gezwungen, erwachsen zu werden. Während eines ausufernden Festes, kurz vor Mitternacht, muss eine große Lebensentscheidung her. Gehandelt wird nach Mitternacht.
Irmgard Keun, in den 1930er Jahren ein Star am Literaturhimmel und später wiederentdeckt, schrieb den Roman „Nach Mitternacht“ während ihrer Zeit im Exil. Er wurde 1937 in den Niederlanden veröffentlicht. Auch mit den Romanvorgängern „Gilgi, eine von uns“ und „Das kunstseidene Mädchen“ feierte sie sensationelle Erfolge. Gottfried Greiffenhagen verdichtet mit seiner Monologfassung Keuns großen Roman zu einem verzweifelt heiteren und erbarmungslos scharfsichtigen Theaterstück.
Theater
28.00-28.00 €
Theater Am Frankfurter Tor
Theater Am Frankfurter Tor
Karl-Marx-Allee 133, 10243, Berlin
Do. 19.03.26 18:00
Bewertungen
Das Theater „Nach Mitternacht“ hat eine hervorragende künstlerische Leistung von Johanna Marie Bourgeois geboten, die Parallelen zur heutigen Zeit und den Ängsten der Menschen aufzeigt. Das vielseitige Angebot des Theaters und der freundliche Service sorgen für einen gelungenen Theaterbesuch. Die schauspielerische Leistung von Johanna Marie Bourgeois wurde von den Zuschauern mit langanhaltendem Applaus belohnt.
Johanna Marie Bourgeois hat in dem Solostück eine grandiose schauspielerische Leistung gezeigt und wurde von den Zuschauern mit Bravorufen gefeiert. Die junge Schauspielerin hat inhaltlich anspruchsvolle Stücke beeindruckend dargestellt und überzeugt.
Die Performance von Irmgard Keun als verschiedene Protagonisten war fesselnd und beeindruckend. Die Aufführung war ereignis- und abwechslungsreich, spannend und berührend. Die schauspielerische Leistung wurde als großartig und empfehlenswert beschrieben.
Das Theater „Nach Mitternacht“ wird insgesamt mit 4,97/5 Sternen bewertet.









