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Theater in Berlin am 23.09.26: Charlottengrad

Charlottengrad war ein Zentrum für russische Schriftsteller in Berlin vor 100 Jahren, die vor der Oktoberrevolution nach Deutschland geflohen waren. Berlin wurde als „Moskau an der Spree“ und „Dritte Hauptstadt Russlands“ bezeichnet.

Foto: TwoTickets.de / Unsplash

Vor ziemlich genau 100 Jahren emigrierten Hunderttausende Russen nach Berlin. Die Oktoberrevolution 1917 und der darauffolgende Bürgerkrieg ließ zahlreiche Adlige, Geschäftsleute und Intellektuelle ihre Heimat verlassen.
Während sich die politischen Köpfe unter den russischen Emigranten in Paris versammelten, wurde Prag zum russischen Wissenschaftszentrum jenseits der Grenzen. Und die Schriftsteller? Sie kamen nach Berlin! Fast alle bedeutenden russischen Autoren und Autorinnen des 20. Jahrhunderts lebten vorübergehend hier oder besuchten die Stadt, die Anfang der 20er Jahre zu einem regelrechten Versuchslabor des literarischen Exils wurde. So wohnten und schrieben in Berlin: Vladimir Nabokov, Wladislaw Chodassewitsch, Andrej Bely, Boris Pasternak, Viktor Schklowski, Marina Zwetajewa, Nina Berberowa, Alexej Remisow, Mark Aldanow, Alexej Tolstoi, Ilja Ehrenburg, Maxim Gorki und viele mehr.


Zu dieser Zeit erhielt Charlottenburg den Spitznamen „Charlottengrad“; Berlin selbst wurde „Moskau an der Spree“ und „Dritte Hauptstadt Russlands“ genannt.


Doch wie lebten die Emigranten damals in Berlin und wie nahmen sie die Stadt wahr? Bedeutete für sie das Leben im Exil das Versiegen ihrer Kreativität oder vielmehr eine neue künstlerische Chance?
Die szenische Lesung beleuchtet ein Stück Berliner Geschichte, das eng mit der Thematik Flucht, Exil und letzten Endes Heimat verwoben ist.


„Dann entfaltet sich ein breiter Fächer von intellektueller Spritzigkeit, den man in dieser Stadt gar nicht mehr für möglich gehalten hätte. (…) Alina Lieske und Carl Martin Spengler schaffen es auf beeindruckende Weise, diese Zeit, diese Dichtung lebendig werden zu lassen.“ (Das Blättchen)

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Genre:

Theater
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Tickets:

27.50 €
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Veranstalter:

Theater im Palais
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Veranstaltungsort:

Theater im Palais
Am Festungsgraben 1, 10117, Berlin
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Termin:

Mi. 23.09.26 19:30

Bewertungen

Das Theater, in dem die Veranstaltungen stattfinden, wird als ein schöner und angenehmer Ort beschrieben. Die Vorträge und Aufführungen werden als kenntnisreich, klug und gut recherchiert gelobt. Die Darsteller begeistern mit klarer Sprache und werden treffend von der live gespielten Musik am Klavier untermalt. Besucher, die sich für die russische Exil-Geschichte in Berlin interessieren, werden hier auf ihre Kosten kommen.

Die Veranstalter widerstehen einem allgemeinen opportunistischen Trend und präsentieren Inhalte, die auch für literarisch Interessierte und Zuhörer mit Bezug zur Gegenwart relevant sind. Die Atmosphäre im Theater wird als spannend und konzipiert beschrieben, begleitet von passender russischer Musik. Trotz anfänglicher Skepsis wird das Theater und die Darsteller positiv überraschen und in Erinnerung bleiben.

Das Theater erhält eine Bewertung von 4,97/5 Sternen und wird als ein Ort mit beeindruckenden Darstellern und interessanten Stücken gelobt. Besucher werden ermutigt, trotz möglicher früherer Enttäuschungen dem Theater eine Chance zu geben und sich von den Aufführungen überraschen zu lassen. Die Mischung aus komponierten Liedern und Lebensgeschichte der Künstler wird als gelungen beschrieben, wobei bekannte Stücke wie „Tauben vergiften im Park“ nicht fehlen.

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