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Köln: Rewe will Tegut-Filialen übernehmen

Die Rewe Group plant die Übernahme von bis zu 40 Tegut-Filialen, die jedoch noch der Genehmigung des Bundeskartellamts bedarf. Hintergrund ist der Rückzug des Migros-Konzerns aus Deutschland, während auch Edeka Interesse an weiteren Tegut-Märkten zeigt.

Köln: Rewe will Tegut-Filialen übernehmen
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Die Rewe Group mit Sitz in Köln beabsichtigt, bis zu 40 Filialen der Supermarktkette Tegut zu übernehmen. Ein entsprechender Vertrag wurde mit der Migros Zürich, dem Mutterkonzern von Tegut, unterzeichnet. Die Übernahme steht jedoch noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch das Bundeskartellamt.

Sofern die Behörde zustimmt, plant Rewe, den Großteil der übernommenen Tegut-Märkte selbst zu betreiben. Einige Filialen sollen an die Tochtergesellschaft Penny abgegeben werden. Informationen über den Kaufpreis oder die genauen Standorte wurden von Rewe nicht veröffentlicht. Den Mitarbeitern der Tegut-Filialen soll ein Jobangebot unterbreitet werden. Die meisten dieser Märkte befinden sich in Hessen.

Rückzug von Migros und Edeka-Übernahme

Der Hintergrund dieser Übernahmepläne ist der angekündigte Rückzug des Schweizer Unternehmens Migros aus dem deutschen Markt. Parallel dazu plant Edeka, etwa 200 der rund 300 Tegut-Filialen zu übernehmen. Dies umfasst auch das Tegut-Logistikzentrum in Michelsrombach sowie die rund 40 „Teo“-Minimärkte. Auch diese Transaktion muss vom Kartellamt genehmigt werden. Zudem gibt es Berichte, dass Aldi Nord an einzelnen Standorten interessiert ist.

Bereits im März hatte Migros angekündigt, Verhandlungen mit Rewe über die Tegut-Filialen aufzunehmen. In ihrem Jahresabschluss erklärte die Genossenschaft, dass die meisten Filialen an andere Lebensmittelhändler verkauft werden sollen. Die Marke Tegut wird dabei aufgegeben. Wie viele Märkte letztlich bestehen bleiben, ist derzeit unklar.

Kritik an der Marktmacht großer Handelsketten

Rechtsexperten äußern Bedenken hinsichtlich der geplanten Übernahmen. Rupprecht Podszun, ein Kartellrechtler an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, sieht die Gefahr einer zu hohen Marktmacht der großen Handelsketten in Deutschland und erwartet eine umfassende Prüfung durch das Kartellamt. Er hält es für möglich, dass die Behörde die Übernahmevorhaben ganz oder teilweise untersagt.

Im Gegensatz dazu äußert sich Edeka-Sprecher Rolf Lange optimistisch. Er warnt, dass eine Untersagung der Übernahme durch Edeka und andere große Lebensmittelhändler erhebliche negative Auswirkungen auf die Verbraucherversorgung und tausende Arbeitsplätze haben könnte, da Standortschließungen drohen. Lange betont, dass nur große deutsche Lebensmittelhändler realistische Chancen auf eine Übernahme der Tegut-Märkte haben, da ausländische Investoren den Markteintritt in Deutschland aufgrund des intensiven Wettbewerbs und der niedrigen Margen scheuen. Edeka war zudem bereit, Tegut vollständig zu übernehmen, um das Genehmigungsverfahren beim Kartellamt zu beschleunigen, hat jedoch das Filialpaket begrenzt.

Tegut und seine Mitarbeiter

Tegut wurde 1947 in Fulda gegründet und gehört seit 2013 zur Migros-Gruppe. Die Kette ist in sechs Bundesländern aktiv und betreibt etwa 340 Filialen, einschließlich der „Teo“-Minimärkte. Insgesamt sind bei Tegut rund 7.500 Mitarbeiter beschäftigt.

Die Rewe Group zählt neben Edeka, der Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) und Aldi zu den größten Lebensmittelhändlern in Deutschland. Die Rewe-Supermarktkette betreibt etwa 3.800 Filialen, während Penny mehr als 2.100 Märkte führt.

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Bildquelle: ai-generated-gemini

Ronny Winkler