In Köln und Nordrhein-Westfalen breitet sich die invasive Rotwangenschmuckschildkröte rasant aus. Diese ursprünglich aus Nordamerika stammende Art bedroht heimische Amphibien und wird durch den Klimawandel begünstigt.
Kölner Gewässer unter Druck: Rotwangenschmuckschildkröte breitet sich aus

Die Stadt Köln sieht sich einer neuen Herausforderung gegenüber: Die Rotwangenschmuckschildkröte, eine ursprünglich aus Nordamerika stammende Art, breitet sich zunehmend in den Gewässern der Region aus. Diese invasive Schildkrötenart, die durch ihre auffällige gelbe Färbung und rötlichen Akzente besticht, wird seit Jahren als Haustier gehalten und häufig ausgesetzt. Die Folgen sind gravierend, da die Tiere in der freien Wildbahn eine Bedrohung für heimische Arten darstellen.
„Wir beobachten die Ausbreitung der nordamerikanischen Sumpfschildkröten, insbesondere der Rotwangenschmuckschildkröte, als invasive Art genau“, erklärte eine Sprecherin der Stadt Köln. Die globale Erwärmung begünstigt die Überlebenschancen dieser Tiere in den Wintermonaten, was zu einer weiteren Verbreitung in Nordrhein-Westfalen führt.
Bedrohung für heimische Arten
Ein zentrales Problem stellt die Nahrungsaufnahme der Rotwangenschmuckschildkröte dar. Diese Schildkrötenart ernährt sich von Amphibienlarven heimischer Arten und gefährdet somit die Europäische Sumpfschildkröte, die in Deutschland unter Artenschutz steht. In Köln haben sich die Tiere bereits an mehreren Gewässern angesiedelt, und die Europäische Union führt die Rotwangenschmuckschildkröte als invasive Art, deren Ausbreitung genau beobachtet wird.
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Weitere invasive Arten in Köln
Die Rotwangenschmuckschildkröte ist nicht die einzige invasive Art, die in Köln zunehmend gesichtet wird. Auch drei verschiedene Krebsarten stellen ein Problem dar. Eine Stadtsprecherin wies darauf hin, dass insbesondere die Ansiedlung nordamerikanischer Flusskrebse, wie dem Signalkrebs, Kamberkrebs und Kaliko-Krebs, besorgniserregend ist.
Das Landesumweltministerium warnt vor der Ausbreitung des Signalkrebses, der bereits im vergangenen Jahr vermehrt im Rhein und seinen Nebenflüssen gesichtet wurde. Naturschützer befürchten, dass sich diese Tiere nicht mehr aus ihren Lebensräumen verdrängen lassen. Auch die Signalkrebse stellen eine Bedrohung für die heimische Edelkrebsart dar.
Asiatische Hornisse und Tigermücke
Zusätzlich zu den Schildkröten und Krebsen bereiten die Asiatische Hornisse und die Tigermücke den Kölner Behörden Sorgen. Im vergangenen Jahr wurden im Stadtgebiet Hunderte Nester der Asiatischen Hornisse entdeckt, was eine Bekämpfung und vollständige Beseitigung der Population nahezu unmöglich macht.
Die Tigermücke wurde ebenfalls mehrfach in Köln festgestellt und kann das tropische Chikungunya-Fieber übertragen. Bisher sind in Europa jedoch keine infizierten Tiere gefunden worden.
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