In Köln breitet sich die Asiatische Hornisse rasant aus, mit Hunderte von Nester, die oft unentdeckt bleiben. Die Stadt gibt Hinweise zur Gefährdung heimischer Arten und zum Umgang mit den Nester.
Kölner Hornissenpopulation: Hunderte Nester bereiten Sorge

Die invasive Art der Asiatischen Hornisse breitet sich in Köln und Nordrhein-Westfalen weiter aus. Die Stadt hat in den letzten Monaten von zahlreichen Nester dieser Art berichtet, die oft unentdeckt bleiben.
Im vergangenen Jahr wurden in Köln Hunderte von Nester der Asiatischen Hornisse registriert. Laut einer Sprecherin der Stadt wurden auf privaten Grundstücken über 100 Nester gemeldet, während auf städtischen Flächen eine geringe dreistellige Zahl festgestellt wurde. Die ursprünglich aus Südostasien stammende Hornisse hat sich in den letzten Jahren in Nordrhein-Westfalen etabliert. Seit dem Frühjahr des vergangenen Jahres gilt sie in Deutschland als fest verwurzelt, was bedeutet, dass die Nester nicht mehr bekämpft werden müssen. Die Entscheidung über die Bekämpfung auf privaten Flächen liegt in der Verantwortung der Grundstückseigentümer. Die Stadt hat auch viele ihrer Nester nicht entfernt, wobei nur etwa 15 Prozent aus Gründen des Bevölkerungsschutzes beseitigt wurden.
Verborgene Nester und ihre Gefahren
Die meisten Nester bleiben während der Sommermonate unentdeckt. Erst im Herbst werden die großen Sekundär- oder Hauptnester sichtbar, wenn das Laub fällt. In Köln wurden die Nester in Höhenlagen zwischen zwölf und zwanzig Metern gemeldet. Die Stadt stellte fest, dass die Meldungen über das gesamte Stadtgebiet verteilt sind, ohne dass sich ein klarer Schwerpunkt herausgebildet hat.
Die Asiatische Hornisse zeigt bereits im Februar und März erste Aktivitäten, was bedeutet, dass sie sich deutlich früher vermehrt als ihre europäischen Verwandten. Besonders gefährdet sind heimische Honigbienen und Wespenarten, da die Asiatische Hornisse diese Tiere jagt und teilweise im Flug fängt. Tierschützer warnen, dass heimische Arten durch diese invasive Spezies bedroht sind.
Verhalten der Asiatischen Hornisse
Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) weist darauf hin, dass die Asiatische Hornisse nicht gefährlicher ist als die heimische Europäische Hornisse und zudem etwas kleiner ist.
„Sie greift Menschen nicht an, solange man sich dem Nest nicht zu sehr nähert. Es gibt jedoch vereinzelt Berichte über allergische Reaktionen auf Stiche,“
so die Experten. Die Stadt Köln warnt jedoch, dass die Asiatische Hornisse bei Gefahr in deutlich größerer Zahl ausfliegt als die heimische Hornisse.
Erkennung und Meldung von Nestern
Nester der Asiatischen Hornisse sind am besten daran zu erkennen, dass der Eingang oft seitlich am Bau liegt, während europäische Hornissen den Eingang häufig an der Unterseite haben. Wer ein Nest entdeckt, sollte sich diesem nicht zu nahe nähern.
„Insbesondere sollten Vibrationen, wie ein Rütteln des Nests, in jedem Fall vermieden werden,“
warnt die Stadt. Nester können bei der Unteren Naturschutzbehörde gemeldet werden.
Weitere invasive Arten in Köln
Die Stadt Köln hat in den letzten Jahren mit mehreren invasiven Arten zu kämpfen. Neben der Asiatischen Hornisse wurden auch Nil- und Kanadagänse festgestellt, die an städtischen Gewässern große Mengen Kot hinterlassen und aggressives Verhalten zeigen. Im vergangenen Jahr wurde zudem die Asiatische Tigermücke nachgewiesen, die das tropische Chikungunya-Fieber übertragen kann. Bisher wurden in Europa jedoch keine infizierten Tiere festgestellt.
Die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse und anderer invasiver Arten stellt eine Herausforderung für die Stadt und die heimische Tierwelt dar. Die Bevölkerung wird aufgefordert, wachsam zu sein und Nester zu melden, um die Situation besser zu überwachen.
Bildquelle: Danel Solabarrieta via Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.0)








