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Tarifeinigung im Nahverkehr von Nordrhein-Westfalen erzielt

Im kommunalen Nahverkehr von Nordrhein-Westfalen wurde ein Tarifabschluss erzielt, der keine Warnstreiks mehr vorsieht. Die Einigung umfasst eine schrittweise Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit von 39 auf 38 Stunden bei gleichem Lohn sowie eine Erhöhung des Sonntagszuschlags.

Tarifabschluss im NRW-Nahverkehr
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Im kommunalen Nahverkehr von Nordrhein-Westfalen wurde eine Einigung erzielt, die das Risiko weiterer Warnstreiks ausschließt. Nach mehreren Arbeitsniederlegungen müssen die Millionen Fahrgäste nicht mehr mit neuen Streikmaßnahmen rechnen. In der dritten Verhandlungsrunde in Bochum haben die Gewerkschaft Verdi und der Kommunale Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen (KAV NW) einen Tarifabschluss bekannt gegeben.

Details zur Einigung im NRW-Nahverkehr

Bereits in anderen Bundesländern wie Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Hessen wurden Tarifabschlüsse im kommunalen Nahverkehr erzielt. Die Verhandlungen in Nordrhein-Westfalen konzentrierten sich auf die Arbeitsbedingungen, insbesondere auf Arbeitszeiten und Zuschläge, jedoch nicht auf die Entgelte.

Kernpunkte des Tarifabschlusses

Die Einigung umfasst eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit von 39 auf 38 Stunden in zwei Schritten, wobei der Lohn gleich bleibt. Verdi hatte ursprünglich eine Arbeitszeit von 37 Stunden gefordert. Zudem wird die Ruhezeit zwischen zwei Schichten von 10 auf 11 Stunden erhöht. Der Zuschlag für Sonntagsarbeit steigt von 25 Prozent auf 30 Prozent des Stundenentgelts, während Verdi mindestens 40 Prozent gefordert hatte. Die Vertragslaufzeit beträgt vier Jahre bis Ende 2029, mit festgelegten Stichtagen für die einzelnen Maßnahmen.

Reaktionen auf die Einigung

Heinz Rech, der Verhandlungsführer von Verdi NRW, bezeichnete die Arbeitszeitreduzierung als bedeutenden Fortschritt für den öffentlichen Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen. Er betonte, dass die Warnstreiks Wirkung gezeigt hätten und dass weitere Streikmaßnahmen abgewendet werden konnten, sofern die Mitglieder der Gewerkschaft der Einigung zustimmen.

Arbeitgeber äußern Bedenken

Bernhard Langenbrinck, Hauptgeschäftsführer des KAV NW, äußerte Bedenken, dass der erzielte Kompromiss an die Grenzen des Machbaren gehe, sowohl finanziell als auch in Bezug auf die Personalpolitik. Er warnte vor möglichen personellen Problemen und wirtschaftlichen Belastungen, die durch die vereinbarte Verkürzung der Wochenarbeitszeit und die Erhöhung der Sonntagszuschläge entstehen könnten. Dies könnte zu Einschränkungen bei den Linien und Taktfrequenzen führen und die Umsetzung der Verkehrswende verlangsamen.

Hintergrund der Verhandlungen

Die ersten beiden Verhandlungsrunden für rund 30.000 Beschäftigte in mehr als 30 kommunalen Verkehrsbetrieben in Nordrhein-Westfalen blieben ohne Ergebnis. Die Gewerkschaft argumentierte, dass ohne spürbare Verbesserungen der Arbeitsbedingungen der Personalmangel im Nahverkehr nicht behoben werden könne. Die Arbeitgeberseite verwies auf die angespannte Finanzlage der kommunalen Nahverkehrsunternehmen und bereits erfolgte Lohnerhöhungen in den vergangenen Jahren.

Betroffene Nutzer im Nahverkehr

In den vergangenen Wochen führten mehrere Warnstreiks zu erheblichen Einschränkungen im kommunalen Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen. Die Aachener Verkehrsbetriebe Aseag waren eine der wenigen Ausnahmen, die nicht von den Tarifverhandlungen betroffen waren. Nach Schätzungen befördern die kommunalen Verkehrsbetriebe in Nordrhein-Westfalen täglich etwa fünf Millionen Fahrgäste, was bei Hin- und Rückfahrten etwa 2,5 Millionen täglichen Nutzern entspricht.

Bildquelle: ai-generated-gemini

Ronny Winkler