Ab dem 1. Juli müssen Besucher des Kölner Doms bis zu 12 Euro Eintritt zahlen, um die hohen Instandhaltungskosten zu decken. Die Maßnahme unterstützt langwierige Restaurierungsarbeiten, die bis 2070 andauern könnten.
Was bedeutet die neue Eintrittspreisregelung für den Kölner Dom ab heute?

Die Finanzierung der Instandhaltung des Kölner Doms steht vor großen Herausforderungen. Ab dem 1. Juli müssen Besucher für den Zugang zum Innenraum des beeindruckenden Bauwerks bis zu 12 Euro entrichten. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die täglichen Kosten von etwa 44.000 Euro zu decken, die zur Erhaltung des Doms notwendig sind. Aktuell laufende Sanierungsarbeiten könnten bis ins Jahr 2070 andauern.
Dombaumeister Peter Füssenich führt während eines Rundgangs durch den Dom die komplexen Aspekte der Erhaltung des Bauwerks aus. Er hebt die Schäden hervor, die durch Witterungseinflüsse und historische Kriege verursacht wurden. Die Restaurierung einzelner Skulpturen kann Kosten zwischen 50.000 und 100.000 Euro verursachen, wobei die Komplexität der Arbeiten berücksichtigt werden muss. Solche Projekte benötigen oft mehrere Jahre, da sie eine äußerst präzise und detailgetreue Ausführung erfordern.
Eine wesentliche Rolle bei der Restaurierung spielt die Dombauhütte, die sich direkt hinter dem Dom befindet. Hier werden historische Fenster sowohl repariert als auch neu gefertigt. Ein Beispiel hierfür ist das neue Helena-Fenster, dessen Herstellung mehr als 500.000 Euro kostete und über drei Jahre in Anspruch nahm. Diese Arbeiten finanzieren sich durch Spenden, die im Haushaltsplan vorgesehen sind.
Die finanziellen Anforderungen zur Instandhaltung des Doms wachsen stetig. Für das Jahr 2024 fehlten etwa 240.000 Euro, um die laufenden Kosten zu decken, weshalb diese Summe aus der Ausgleichsrücklage entnommen wurde. In der Dombauhütte sind 85 Mitarbeiter beschäftigt, darunter Steinmetze, Glaser und Schreiner, deren Personalkosten sich auf rund sechs Millionen Euro pro Jahr summieren.
Ein weiteres wichtiges Projekt stellt die Sanierung der Strebewerke dar, die entscheidend für die statische Stabilität des Doms sind. Die Arbeiten an diesen Stützstrukturen werden laut Prognosen bis 2070 andauern. Dombaumeister Füssenich betont die Notwendigkeit einer soliden Finanzierung für diese Projekte, um sowohl die Sicherheit als auch den Erhalt des Doms zu gewährleisten.
Die neuen Eintrittspreise gelten für die Mehrheit der Besucher, doch es gibt Ausnahmen. Kinder bis 13 Jahre, Menschen mit Schwerbehinderung und Gottesdienstbesucher können den Dom weiterhin kostenlos betreten. An bestimmten Feiertagen, beispielsweise dem 1. Mai und dem 3. Oktober, wird ebenfalls kein Eintritt erhoben. Diese Regelungen sollen gewährleisten, dass der Kölner Dom als kultureller und spiritueller Ort für alle zugänglich bleibt.
Die Einführung des Eintrittspreises wird als notwendiger Schritt angesehen, um die finanziellen Mittel für die umfangreichen Sanierungsarbeiten zu sichern. Der Zentral-Dombau-Verein, der rund 60 Prozent der Instandhaltungskosten übernimmt, zeigt sich zuversichtlich, dass die neuen Regelungen zur Unterstützung der Dombauhütte beitragen werden.
Quellen: tagesschau, Die Zeit








