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Klassische Konzerte in Leipzig am 30.01.27: Orchesterkonzert

Das Hochschulorchester verbindet Brittens Klangfarbenreichtum mit einer Sinfonie von Brahms. Im Mittelpunkt steht außerdem Serockis experimentelles Konzert für Blockflöte mit João Francisco Batista Távora.

Foto: TwoTickets.de / Unsplash

Konzert des Hochschulsinfonieorchesters

Leitung: Prof. Matthias Foremny/Studierende

Solist: João Francisco Batista Távora – Blockflöte (Meisterklasse Prof. Robert Ehrlich)

 

Programm:

Benjamin Britten (1913-1976): Variationen und Fuge über ein Thema von Henry Purcell op. 34

Kazimierz Serocki (1922-1981): Concerto a la cadenza per flauto a becco e orchestra

Johannes Brahms (1833-1897): 2. Sinfonie D-Dur op. 73

 

„Variationen und Fuge über ein Thema von Henry Purcell“ op. 34 des britischen Komponisten Benjamin Britten wurden besser bekannt unter dem Titel „The Young Person’s Guide to the Orchestra“. Das 1945/46 für einen Lehrfilm „Instruments of the Orchestra“ entstandene Werk ist ein 16-minütiger Orchesterführer für junge Leute und stellt daher die einzelnen Instrumentengruppen und Klangfarben eines sinfonischen Orchesters vor. Als Grundlage verwendet Britten ein achttaktiges Hornpipe-Thema seines Landmanns und großen Vorbilds Henry Purcell aus dessen Schauspieltrauermusik „Abdelazer“ (1695). Purcells feierliche Melodie wird zunächst vom gesamten Orchester, dann von den Bläsern, Streichern und dem Schlagwerk gespielt. Daran schließen sich 13 Variationen über das Thema an, bei denen besondere Charakteristika der einzelnen Orchesterinstrumente noch einmal zur Geltung kommen. Eine Fuge beschließt das Werk.

Eigentlich wurde die Komposition mit einem Sprechertext konzipiert, auf den aber – wie bei unseren Aufführungen – verzichtet werden kann.

Brittens „The Young Person’s Guide to the Orchestra“ wurde 1946 (bereits vor der Premiere des Lehrfilms) in Liverpool uraufgeführt und zählt wie auch Prokofjews „Peter und der Wolf“ sowie Saint-Saëns’ „Karneval der Tiere“ zum Kernrepertoire der Musikvermittlung.

 

Der polnische Musiker Kazimierz Serocki trat bis 1952 auch als Pianist auf, widmete sich danach jedoch ausschließlich der Komposition. Sein „Concerto a la cadenza per flauto a becco e orchestra“ aus dem Jahr 1974 schrieb er im Auftrag des Hessischen Rundfunks und widmete es dem Blockflötisten und Klarinettisten Czesław Pałkowski. Die Uraufführung fand 1975 in Frankfurt/Main statt. Das Konzert lotet die klanglichen Möglichkeiten einer Blockflöte (flauto a becco) aus, wobei der Solist Sopran, Alt-, Tenor- und Bassflöte verwendet. Der Zusatz im Titel „a la cadenza“ (bzw. „alla cadenza“) weist auf den improvisatorischen Charakter des etwa 18-minütigen Werks hin. Dabei nutzt Serocki den Sonorismus, eine typische Technik der polnischen Komponistenschule seit 1960, bei der die reine Klangfarbe im Vordergrund steht. Zudem erzeugt das Werk durch moderne Spieltechniken unterschiedlichste Geräusche, die man u.a. mit Vogelstimmen, Maschinen-, Eisenbahn- und Schiffslauten assoziieren kann.

 

15 Jahre lang rang Johannes Brahms mit seiner 1. Sinfonie. Bekannt ist sein resignierender Ausruf gegenüber seinem Freund, dem Dirigenten Hermann Levi: „Ich werde nie eine Symphonie komponieren! Du hast keinen Begriff davon, wie es unsereinem zumute ist, wenn er immer so einen Riesen hinter sich marschieren hört!“ Mit diesem Riesen war Beethoven gemeint, der mit seinen Sinfonien neun musikalische Monumente gesetzt hatte. So urteilte Brahms über diese musikalische Gattung: „Mit der Sinfonie ist heutzutage nicht zu spaßen.“

1877, ein Jahr nach Vollendung des Brahms’schen Erstlings, legte er jedoch bereits seine 2. Sinfonie vor. Sie entstand in Pörtschach am Wörther See in einem unbeschwerten Sommerurlaub. Dazu der Komponist: „[…] der Wörther See ist ein jungfräulicher Boden, da fliegen die Melodien, daß man sich hüten muß, keine zu treten.“ Anfang Oktober bezeichnete er sein Werk gegenüber dem Verleger Simrock als „das neue liebliche Ungeheuer“. Außerdem zitierte er den Komponisten Otto Dessoff (dieser studierte 1851 bis 1854 am Leipziger Konservatorium), der behauptet hatte, Brahms „hätte noch nie so was Schönes geschrieben“. Doch einige Schatten liegen ebenso über dem Werk. Brahms meinte mit einer gewissen Portion Ironie: „Die neue Sinfonie ist so melancholisch, daß Sie es nicht aushalten. Ich habe noch nie so etwas Trauriges, Molliges geschrieben: die Partitur muß mit Trauerrand erscheinen.“ Der Mediziner und Brahms-Freund Theodor Billroth urteilte aber: „Das ist ja lauter blauer Himmel, Quellenrieseln, Sonnenschein und kühler grüner Schatten! Am Wörther See muß es doch schön sein.“

 

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Genre:

Klassische Konzerte
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Tickets:

9.00-18.00 €
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Veranstalter:

Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig
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Veranstaltungsort:

Hochschule für Musik und Theater Leipzig – Großer Saal
Grassistraße 8, 04107, Leipzig
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Termin:

Sa. 30.01.27 19:30

Bewertungen

Die Hochschule für Musik und Theater wird als lohnenswertes Ziel für kulturelle Abende beschrieben. Besucherinnen und Besucher freuen sich darauf, wiederzukommen. Die Veranstaltungsstätte ist mit 5,00 von 5 Sternen bewertet.

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