Medea, eine komplexe und ambivalente Figur, wird von Ballettdirektor Michal Sedláček in den Mittelpunkt gestellt. Die faszinierenden Klangräume von Samuel Barber und Apocalyptica bilden das musikalische Fundament.
Tanz in Halle/Saale am 27.09.26: Medea

Ballett von Michal SedláčekMusik von Samuel Barber, Apocalyptica & Les Tambours du Bronx
Medea ist eine der nur schwer fassbaren Gestalten der Literaturgeschichte. Wie kaum eine andere Frauenfigur zieht sie eine beispiellose Blutspur nach sich: Verrat am Vater, Mord am Bruder, Mord am König von Iolkos – und damit nicht genug. Als Schutzsuchende flieht sie mit ihrer Familie an den Königshof von Korinth. Die durch ihren Gerechtigkeitssinn, ihre Intellektualität, die rhetorische Kraft und kämpferische Entschiedenheit ihrer Umgebung überlegene Medea wird dort als Fremde ausgestoßen und immer weiter gedemütigt. Schließlich geht sie bis zum Äußersten, um ihren Gegnern zu schaden und Rache für den Verrat ihres Geliebten zu nehmen: Sie tötet ihre eigenen Kinder und vernichtet das Herrscherhaus von Korinth.
Der Komplexität und Ambivalenz der Figur Medea ist es geschuldet, dass sich ihr Handeln und ihre Motive einfachen Erklärungsmustern entziehen. Sie ist nicht Opfer oder Täterin, sondern beides zugleich. Euripides, der jüngste und modernste der drei großen Tragödiendichter der griechischen Antike, hat seine Hauptfigur aus der mythologischen Distanz befreit und in Medea das verstörend Menschliche freigelegt.
Ballettdirektor Michal Sedláček zeigt seine Version des Mythos, in der der Mensch Medea im Mittelpunkt steht. Die faszinierenden Klangräume von Samuel Barber und dem Celloquartett »Apocalyptica« bilden das musikalische Fundament dieser Ballettversion des noch immer modernen Klassikers.
Tanz
15.00-46.00 €
Bühnen Halle
Oper Halle
Universitätsring 24, 06108, Halle/Saale
So. 27.09.26 18:00
Bewertungen
Die Hallesche Oper wird insgesamt positiv bewertet, mit einer Gesamtbewertung von 4,53/5 Sternen. Die Ballett-Inszenierungen werden als klasse und auf höchstem Niveau gelobt, insbesondere das Ballett “Medea” wurde als traumhaft schön und brillant dargestellt. Trotz eines Ersatzprogramms, das aufgrund einer Krankheit gespielt wurde, wurde die Aufführung von “Medea” als düster und dramatisch beschrieben. Auch die Veranstaltung “Der Barbier von Sevilla” wurde als kurzweilig, unterhaltsam und gut inszeniert bewertet, mit einer gelungenen Modernisierung, die nicht aufdringlich war.









