Woyzeck hetzt von einem Job zum nächsten, um seine Familie über Wasser zu halten. Armut drückt, die Uniform schnürt ein und der Doktor betrachtet ihn als Forschungsobjekt.
Theater in Halle/Saale am 06.03.26: Woyzeck

nach dem Stück von Georg Büchner
Songs und Liedtexte von Tom Waits und Kathleen Brennan
Konzept von Robert Wilson
Textfassung von Ann-Christin Rommen und Wolfgang Wiens
Premiere: 20.02.2026
Ein Mensch als Versuchsanordnung. Woyzeck hetzt von einem Job zum nächsten, um seine Familie über Wasser zu halten. Er schneidet den Offizieren die Bärte, schuftet als Soldat und stellt seinen Körper für zweifelhafte medizinische Experimente zur Verfügung. Armut drückt, die Uniform schnürt ein und der Doktor betrachtet ihn als Forschungsobjekt. Woyzecks Welt bricht zusammen, als Marie – sein einziger Halt – sich einem anderen zuwendet. Der Tambourmajor verspricht ihr ein sorgloses Leben und gesellschaftlichen Aufstieg. Zurück bleibt ein Mann, zerrieben zwischen Abhängigkeit und Demütigung, der den Kontakt zur Realität verliert. Gequält, erniedrigt und von inneren Stimmen getrieben, bleibt ihm nur noch Gewalt.
Georg Büchners sozialkritischer Text trifft auf Tom Waits’ Songs – mal roh und aggressiv, mal zerbrechlich und melancholisch. Gemeinsam mit Kathleen Brennan und Regisseur Robert Wilson verwandelte er Büchners fragmentarisches Drama in ein fatalistisch-schönes Musical, das 2000 in Kopenhagen uraufgeführt wurde. In Mille Maria Dalsgaards Inszenierung steht der Mensch als Experiment im Mittelpunkt und zeigt, wie Objektivierung durch Armee, Armut, Arznei und Angst in zerstörerische Muster treibt. Die Musik ist der pochende Herzschlag des Abends: ein Zufluchtsort, ein letzter Ausdruck von Sehnsucht und der Freiheit, die im Gefühlsausbruch noch möglich ist.
Theater
21.00-28.00 €
Bühnen Halle
Neues Theater Halle
Große Ulrichstraße 51, 06108, Halle/Saale
Fr. 06.03.26 19:30
Bewertungen
Das Neue Theater Halle wird von den Besuchern als äußerst interessant und empfehlenswert beschrieben. Die Inszenierungen schaffen einen gelungenen Mittelweg zwischen Modernität und Tradition, was zu einem starken Schlussapplaus führt.
Im Leipziger Centraltheater wird eine sehr unterhaltsame Inszenierung von „Sein oder Nichtsein“ gelobt. Die Schauspieler sorgen für viel Gelächter und erhalten eine klare Empfehlung.
Das Engagement der Schauspieler bei „Fräulein Julie in Arbeit“ im Umgang mit Hitze wird als bemerkenswert bezeichnet. Die Kunststudenten leisten gute Arbeit, auch wenn der Sinn nicht immer erkennbar ist. Insgesamt wird die Aufführung als ansehenswert bewertet.
Die Veranstaltung „Gundermann – Blasse Blume auf Sand“ wird als spitze beschrieben, besonders die Zugaben der Künstler. Interessierte an Gundermann sollten diese Veranstaltung besuchen.
Die Inszenierung von „Gabi Mut – Vom Leben geschlagert“ wird als interessante Geschichte gelobt. Die Darstellung von Sybille Kreß als Gabi Mut wird als überzeugend beschrieben. Die Geschichte berührt Themen wie die Stasi und die Schwierigkeiten in der BRD, mit der Vergangenheit umzugehen.
Das Neue Theater Halle wird insgesamt mit 4,68/5 Sternen bewertet.









