Medea, eine komplexe und ambivalente Figur, wird im Ballett von Michal Sedláček dargestellt. Die Musik von Samuel Barber und Apocalyptica bildet das Fundament dieser modernen Interpretation.
Theater in Halle/Saale am 21.03.26: Medea

Ballett von Michal Sedláček
Musik von Samuel Barber, Apocalyptica & Les Tambours du Bronx
Premiere: 14.03.2026
Medea ist eine der nur schwer fassbaren Gestalten der Literaturgeschichte. Wie kaum eine andere Frauenfigur zieht sie eine beispiellose Blutspur nach sich: Verrat am Vater, Mord am Bruder, Mord am König von Iolkos – und damit nicht genug. Als Schutzsuchende flieht sie mit ihrer Familie an den Königshof von Korinth. Die durch ihren Gerechtigkeitssinn, ihre Intellektualität, die rhetorische Kraft und kämpferische Entschiedenheit ihrer Umgebung überlegene Medea wird dort als Fremde ausgestoßen und immer weiter gedemütigt. Schließlich geht sie bis zum Äußersten, um ihren Gegnern zu schaden und Rache für den Verrat ihres Geliebten zu nehmen: Sie tötet ihre eigenen Kinder und vernichtet das Herrscherhaus von Korinth.
Der Komplexität und Ambivalenz der Figur Medea ist es geschuldet, dass sich ihr Handeln und ihre Motive einfachen Erklärungsmustern entziehen. Sie ist nicht Opfer oder Täterin, sondern beides zugleich. Euripides, der jüngste und modernste der drei großen Tragödiendichter der griechischen Antike, hat seine Hauptfigur aus der mythologischen Distanz befreit und in Medea das verstörend Menschliche freigelegt.
Ballettdirektor Michal Sedláček zeigt seine Version des Mythos, in der der Mensch Medea im Mittelpunkt steht. Die faszinierenden Klangräume von Samuel Barber und dem Celloquartett »Apocalyptica« bilden das musikalische Fundament dieser Ballettversion des noch immer modernen Klassikers.
Theater
13.00-46.00 €
Bühnen Halle
Oper Halle
Universitätsring 24, 06108, Halle/Saale
Sa. 21.03.26 19:30
Bewertungen
Die Venue hat eine Gesamtbewertung von 4,60/5 Sternen erhalten. Die Gäste loben die tolle Atmosphäre und die Leistung der Künstler bei den Veranstaltungen. Es wird empfohlen, dass eine kleine Spiegelanbringung für den Blick Richtung Orchestergraben installiert wird, um die Musiker bewusster wahrnehmen zu können. Einige Besucher fanden den ersten Teil einer Veranstaltung statisch und verließen die Vorstellung in der Pause, während der zweite Teil sehr gut ankam. Generell werden die Aufführungen im Opernhaus Halle, sei es Oper oder Ballett, uneingeschränkt empfohlen. Das Publikum war bei den Veranstaltungen erstaunlich jung und begeistert.









