Ein 82-jähriger Mann geriet in eine kritische gesundheitliche Lage, nachdem er in der falschen Überzeugung lebte, sich durch übermäßigen Verzehr von Rote Bete besonders gesund zu ernähren.
82-Jähriger überlebt drohende Gesundheitskrise nach extremem Rote-Bete-Konsum

Ein 82-jähriger Mann geriet in eine kritische gesundheitliche Lage, nachdem er in der falschen Überzeugung lebte, sich durch übermäßigen Verzehr von Rote Bete besonders gesund zu ernähren. Der Vorfall ereignete sich, als er nach einem Abendessen plötzlich Schwindel und Schwäche verspürte und schließlich das Bewusstsein verlor. Er wurde in die Notaufnahme der University of California in Los Angeles eingeliefert, wo die Ärzte mit einem alarmierenden Gesundheitszustand konfrontiert wurden.
Gesundheitsprobleme nach übermäßigem Gemüseverzehr
Der Patient hatte wöchentlich bis zu drei Kilogramm gekochte Rote Bete konsumiert und trank sogar das Kochwasser, was ihn schließlich in eine lebensbedrohliche Situation brachte. Bei seiner Ankunft in der Notaufnahme war sein Blutdruck extrem niedrig und seine Haut hatte eine schiefergraue Färbung. Die Sauerstoffsättigung war ebenfalls besorgniserregend, da das Messgerät lediglich 88 Prozent anzeigte, obwohl der Mann bereits Sauerstoff über eine Nasenkanüle erhielt.
Diagnose und Ursachenforschung
Die behandelnden Ärzte vermuteten zunächst ein akutes Herzproblem, da der Patient an einer schweren koronaren Herzkrankheit litt und mehrere Bypässe sowie Stents hatte. Eine gründliche Untersuchung zeigte jedoch keinen Hinweis auf einen Herzinfarkt. Stattdessen fiel auf, dass trotz ausreichendem Sauerstoffgehalt im Blut das Pulsoximeter abnorm niedrige Werte anzeigte.
Besondere Blutveränderung festgestellt
Eine spezielle Blutuntersuchung ergab, dass etwa 21 Prozent des Hämoglobins des Patienten in einer veränderten Form vorlag, dem Methämoglobin. Normalerweise sollte Methämoglobin weniger als ein Prozent des Hämoglobins ausmachen, doch in diesem Fall war der Anteil signifikant erhöht. Diese Form des Hämoglobins kann Sauerstoff nicht effektiv transportieren, was zu den beschriebenen Symptomen führte.
Einfluss von Rote Bete und Medikamenten
Die Ärzte fanden heraus, dass der hohe Verzehr von Rote Bete in Kombination mit einem Medikament namens Isosorbid-Mononitrat, das der Patient aufgrund seiner Herzkrankheit einnahm, die Blutveränderung ausgelöst hatte. Das Nitrat aus beiden Quellen verstärkte sich gegenseitig und führte zu einem Ungleichgewicht im körpereigenen Schutzsystem, welches das Hämoglobin normalerweise funktionsfähig hält.
Behandlung und Ausblick
Nach der Verabreichung eines Standardmedikaments zur Behandlung von Methämoglobinämie zeigte der Patient rasch Fortschritte. Die behandelnden Ärzte wiesen darauf hin, dass dieser Fall der erste dokumentierte bei einem Erwachsenen ist, bei dem der Verzehr von Rote Bete eine derartige Blutveränderung verursacht hat. Bei Säuglingen sind solche Fälle bereits bekannt.
Wichtige Hinweise zur Ernährung
Obwohl die Situation des 82-Jährigen besonders gefährlich war, da sein Herz bereits vorgeschädigt war, ist dies kein Grund, Rote Bete aus der Ernährung zu streichen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) stellte fest, dass die gesundheitlichen Vorteile einer gemüsereichen Ernährung die möglichen Risiken durch enthaltene Nitrate deutlich überwiegen. Für gesunde Erwachsene bestehen keine Bedenken bei üblichen Verzehrmengen. Der Fall verdeutlicht, dass selbst als gesund geltende Lebensmittel in übermäßigen Mengen und in Kombination mit bestimmten Medikamenten zu unerwarteten gesundheitlichen Problemen führen können.
Quellen: n-tv
Bildquelle: Maja Dumat from Deutschland (Germany) via Wikimedia Commons (CC BY 2.0)
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