Mit dem Herannahen des Herbstes ist ein deutlicher Anstieg der Atemwegsinfektionen zu verzeichnen. Die typischen Viren dieser Saison sind bereits im Abwasser nachgewiesen. Faktoren wie der Schulbeginn sowie große Veranstaltungen, zu denen auch das Oktoberfest zählt, wirken sich verstärkend auf die Fallzahlen aus.
Atemwegsviren im Herbst: Erste Welle von Erkältungen in Deutschland erwartet

Mit dem Herannahen des Herbstes ist ein deutlicher Anstieg der Atemwegsinfektionen zu verzeichnen. Die typischen Viren dieser Saison sind bereits im Abwasser nachgewiesen. Faktoren wie der Schulbeginn sowie große Veranstaltungen, zu denen auch das Oktoberfest zählt, wirken sich verstärkend auf die Fallzahlen aus.
Die Erkältungssaison ist eingeläutet: In einem Presse-Briefing informierte Berit Lange, Leiterin der Abteilung Epidemiologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig und Mitglied der Ständigen Impfkommission, über einen schrittweisen Anstieg der Symptome. Aktuell sind vor allem Erkältungsviren aktiv.
Aktuelle Virusverbreitung
Ulrike Protzer, Direktorin des Instituts für Virologie an der Technischen Universität München, erklärte, dass zunächst Nicht-Influenza-Viren, wie Rhinoviren und Parainfluenzaviren, zirkulieren. Impfungen gegen diese Viren sind nicht verfügbar. Ihre Nachweisbarkeit im Abwassermonitoring deutet darauf hin, dass in allen Bundesländern die Schulen wieder in Betrieb sind. Das Oktoberfest fördert ebenfalls die Ansteckungsgefahr unter den zahlreichen Besuchern.
Empfohlene Schutzmaßnahmen und Risiken
Protzer betonte, dass das Tragen von Schutzmasken durch Erkrankte einen positiven Effekt auf die Verbreitung haben kann. Auch wenn Erkältungen häufig als harmlos betrachtet werden, kann es bei immun geschwächten Personen zu schweren Verläufen kommen, die eine Krankenhausaufnahme und Intensivbehandlung erforderlich machen.
Folgeerkrankungen nach Erkältungsviren
Erfahrungen zeigen, dass in der Regel nach den Erkältungsviren eine Welle von Coronavirus-Infektionen folgt. Lange wies darauf hin, dass das Auftreten der Covid-19-Infektionsfälle möglicherweise bereits im Spätsommer beginnen kann. Im Verlauf der Saison, insbesondere gegen Jahresende und zu Beginn des neuen Jahres, wird mit einer Zunahme von Grippe- und RSV-Viren gerechnet.
Prognosen für Atemwegserkrankungen
Lange erläuterte, dass die Entwicklungen in den kommenden zwei bis vier Wochen relativ gut prognostiziert werden können. Die Vorhersage des gesamten Saisonverlaufs und der Zeitpunkte der Höhepunkte gestaltet sich jedoch als schwieriger.
Veränderungen bei Viren
Protzer machte zudem darauf aufmerksam, dass die Viren kontinuierlich Veränderungen durchlaufen. Es existieren Varianten, die sich besser vermehren, ansteckender sind oder vom Immunsystem schlechter erkannt werden. Auch die Impfbereitschaft der Bevölkerung spielt eine entscheidende Rolle für den Verlauf der Saison, ergänzte Lange.
Impfungen und ihre Wirksamkeit
Die gegenwärtig verwendeten Impfstoffe gegen Coronaviren bieten einen soliden Schutz, selbst gegen neu auftretende Varianten. Im Gegensatz dazu können Influenza-Viren erhebliche Veränderungen durchlaufen, was das Immunsystem unvorbereitet treffen kann. Um dies zu berücksichtigen, wird eine Überwachung der Viren auf der Südhalbkugel durchgeführt, um die Impfstoffe anzupassen. Die derzeitige Zusammensetzung orientiert sich an den in Australien zirkulierenden Viren.
Empfehlungen der Ständigen Impfkommission
Die Ständige Impfkommission empfiehlt insbesondere für Personen ab 60 Jahren, Menschen mit Vorerkrankungen, Schwangeren sowie Bewohnern von Pflegeeinrichtungen eine Grippeimpfung. Eine Covid-19- und RSV-Impfung wird für Personen ab 75 Jahren sowie für jüngere Menschen mit Grunderkrankungen empfohlen. Der Aufbau eines Impfschutzes dauert etwa zwei Wochen und bleibt mehrere Monate bestehen. Auch Impfstoffe aus der vorhergehenden Saison bieten ausreichenden Schutz, so Reinhard Berner, der Vorsitzende der Stiko. In vielen Regionen stehen zudem Impfangebote für andere Altersgruppen, insbesondere gegen Grippe, zur Verfügung.
Impfmöglichkeiten und Zugänglichkeit
Impfungen werden sowohl von Hausärzten als auch von Betriebsärzten und Apotheken angeboten. Die Anzahl der Apotheken, die Impfungen durchführen, hat in den letzten Jahren zugenommen, wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände berichtete.
Impfquoten in Deutschland
Berner stellte fest, dass die Impfquoten in Deutschland seit Jahren unzureichend sind, insbesondere bei Menschen mit Grunderkrankungen, die besonderen Schutz benötigen. Grunderkrankungen sind bestehende Erkrankungen, die das Risiko für schwerere Verläufe bei Infektionskrankheiten erhöhen. Bei Influenza liegt die Impfquote etwa bei 30 bis 40 Prozent unter Erwachsenen mit Grunderkrankungen, während sie bei Kindern in dieser Gruppe nur rund 10 Prozent beträgt. Berner äußerte Besorgnis darüber, dass 90 Prozent der gefährdeten Kinder nicht ausreichend geschützt sind; er plädierte dafür, Impfungen auch in Kliniken anzubieten, wobei die Kosten von den Krankenkassen übernommen werden sollten.
Rückblick auf die letzte Saison
In der Wintersaison 2025/26 registrierte das Robert-Koch-Institut (RKI) etwa 180 Millionen Atemwegserkrankungen, zu denen Influenza, Covid-19, RSV-Erkrankungen, Rhinoviren und saisonale Coronaviren zählen. Kleinkinder erlitten im Durchschnitt 4,6 akute Atemwegserkrankungen, während Erwachsene ab 60 Jahren im Schnitt 1,3 Erkrankungen aufwiesen. Rund 429.000 Fälle von schweren akuten respiratorischen Infekten wurden in Kliniken behandelt, und es gab etwa 22.700 Todesfälle. Das RKI bewertet diese Saison als moderat und zieht einen Vergleich mit anderen Ländern.
Quellen: n-tv, rki
Bildquelle: https://kaboompics.com/ auf Pexels
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.








